Formel 1 - Hülkenberg und Renault vom Fehlerteufel geplagt

Konzentration auf Setup-Arbeit

Renault konnte auch am Mittwoch in Barcelona nicht das geplante Programm abspulten. Palmer landete im Kies, Hülkenberg stand lange Zeit an der Box.
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Motorsport-Magazin.com - Obwohl Nico Hülkenberg und Jolyon Palmer in der Zeitenliste aufrückten, lief auch der dritte Testtag der Saison 2017 für Renault nicht ganz nach Plan. Nachdem am Dienstag bereits viel Zeit aufgrund technischer Probleme verloren gegangen war, war auch der Mittwoch von Problemen gespickt: Zuerst setzte Palmer den R.S.17 ins Kiesbett, dann wurde Hülkenbergs Testprogramm erneut von der Technik beschnitten.

Am Dienstagvormittag war Renault aufgrund fehlender Teile ein halber Tag durch die Lappen gegangen. Die Unzulänglichkeiten des Vortages spielten laut Hülkenberg am Mittwoch jedoch keine Rolle mehr. "Das waren keine Performance- sondern Zuverlässigkeitsteile. Und es hat alles fein funktioniert", so der Renault-Neuzugang über die erst kürzlich angelieferten Komponenten.

Trotz der verbesserten Situation schaffte er in seiner Schicht am Nachmittag lediglich 42 Runden - weniger als am Montag, obwohl er dort den ganzen Tag im Einsatz war. "Meine Zeit war etwas limitiert, wegen kleiner Schwierigkeiten. Wir haben immer noch Probleme mit dem Auto hier und da. Wir bekommen die Runden nicht zusammen, wie wir das wollen", gibt Hülkenberg zu Protokoll, der jedoch nicht ins Detail gehen wollte, wo genau es bei Renault noch hakt.

Wir bekommen die Runden nicht zusammen, wie wir das wollen.
Nico Hülkenberg

Teamkollege Palmer schaffte, nachdem er den Boliden schon am Morgen in Kurve 3 im Kiesbett versenkt hatte, immerhin noch 51 Umläufe auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya. "Es war kein perfekter Start mit den kalten Reifen" kommentiert er seinen Abflug, der zum Glück ohne Mauerkontakt ablief. Der Brite konnte dem Testtag damit trotzdem noch Positives abgewinnen: "Es scheint so, als ob wir bei jedem Run Schritte vorwärts machen."

Renault R.S.17: Technik-Check im Schnelldurchlauf: (03:04 Min.)

Rundenzeiten irrelevant

Auch Hülkenberg konnte trotz der Zwischenfälle einen kleinen Fortschritt verzeichnen: "Wir hatten einige etwas längere Runs, so um die zwölf Runden." Platz fünf im Zeiten-Tableau hört sich angesichts dessen erst einmal nach einem respektablen Ergebnis an, doch auf die Bestzeit von Mercedes-Pilot Valtteri Bottas fehlten über zwei Sekunden. Sorgen bereitet der Rückstand jedoch keine. "Es ist okay. Wir sind weder die Schnellsten noch die Langsamsten", resümiert Hülkenberg, dessen Team erstmals den Soft-Reifen der Generation 2017 ausprobierte.

Die Rundenzeiten spielen für ihn, wie beim Großteil der Konkurrenz, aktuell allerdings ohnehin noch keine Rolle. "Während der Wintertests tappst du immer noch im Dunkeln, vor allem bezüglich der Tankfüllungen, die sich so unglaublich auf die Rundenzeit auswirken", will er dem Rückstand keine Relevanz beimessen.

Konzentration auf das eigene Programm

Statt sich mit den Gegner zu beschäftigen, lag das Augenmerk weiterhin auf dem Kennenlernen des neuen R.S.17. "Wir haben Aerodynamik-Runs gemacht und am Mapping sowie am Setup gearbeitet. Es ging darum, ein grundsätzliches Verständnis zu erlangen, wie das Auto auf mechanische Änderungen reagiert. Bei unterschiedlicher Fahrzeughöhe, Balance und dergleichen", erläutert er das Programm seines Teams.

Es wird morgens interessant sein, wenn die Strecke nass ist und es noch kühl ist.
Nico Hülkenberg

Er selbst findet sich mit seinem neuen Arbeitsgerät immer besser zurecht, doch bis es sich wieder nach Zuhause anfühlt, wird es wohl noch eine Weile dauern. "Es gibt noch einige Dinge, die angepasst werden müssen. Zum Beispiel was den Fahrkomfort angeht, sprich den Sitz und den Gurt. Aber das ist normal, vor allem wenn man das Team wechselt", gibt Hülkenberg sich gelassen, für den Renault bereits der vierte Arbeitgeber in der Königsklasse ist.

Am vierten und letzten Tag der ersten Testwoche erwartet die Piloten eine künstlich bewässerte Strecke. Hülkenberg wird in diesem Zuge am Vormittag zuerst ins Cockpit steigen dürfen. "Ich bin gespannt darauf, was uns erwartet. Es wird morgens interessant sein, wenn die Strecke nass ist und es noch kühl ist. Das könnte Spaß machen", freut er sich auf die ersten Erkenntnisse, die vor allem für Pirelli richtungsweisend sein werden. Die Italiener haben vergangenes Jahr viel Kritik für den Regenreifen einstecken müssen und für die Reifengeneration 2017 in dieser Hinsicht viel Entwicklungsanstrengungen geleistet.

Fakten-Check: Wissenswertes zum F1-Testauftakt 2017: (03:19 Min.)


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