Formel 1 - Kein Risiko: Backup-Reifen bei Barcelona-Tests

Künstlicher Regen-Test nächste Woche

Pirelli geht bei den Formel-1-Testfahrten in Barcelona auf Nummer sicher: Backup-Reifen im Gepäck, falls es mit den neuen Walzen Probleme geben sollte.
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Pirelli erklärt die neuen Formel 1-Reifen: (10:18 Min.)

Aktuell laufen die Auto-Vorstellungen der unterschiedlichen Teams - wirklich spannend wird es aber nächste Woche. Am kommenden Montag beginnen die ersten Testfahrten zur Formel-1-Saison 2017. An zweimal vier Tagen können die Teams ihre neuen Rennwagen zum ersten Mal einem Belastungstest auf der realen Strecke unterziehen. Nicht minder entscheidend: Erstmals fahren die 2017-Boliden auf den brandneuen und breiten Pirelli-Reifen.

Im Vorfeld herrschte nicht wenig Unklarheit, wie genau die neuen Walzen funktionieren werden. Pirelli testete die 2017er-Produkte zwar im vergangenen Jahr, doch nie mit einem aktuellen Auto. Stattdessen kamen umgebaute 2015er-Autos zum Einsatz, die allerdings nie an die erwarteten Downforce-Werte der kommenden Saison heranreichten. Trotz aller Vorfreude hat sich der Reifenhersteller deshalb abgesichert.

Backup-Reifen als Absicherung

Für die Barcelona-Tests hat Pirelli so genannte Backup-Reifen im Gepäck. Diese haben zwar die gleichen Maße wie die neuen Breitreifen, verfügen aber über ziemlich genaue Mischungen der 2016er-Generation. Wie Pirelli nun bekanntgab, haben die Teams insgesamt 70 Sätze der Backup-Reifen für die Testtage auf dem Circuit de Catalunya angefordert. Diese würden wohl zum Einsatz kommen, wenn die reale Performance der Autos auf der Strecke höher ist als am Computer errechnet.

Wie viel schneller die neuen Autos tatsächlich sind, ist noch nicht klar. Je nach Strecke sollen es zwischen zwei und sechs Sekunden pro Runde sein - den Speed holen die Autos dabei allein in den Kurven heraus. Pirelli berichtete von bis zu 40 km/h mehr Kurvenspeed in der Saison 2017 - eine echte Belastung für die Reifen.

Der neue Sauber unterwegs auf der Strecke: (01:46 Min.)

Regen-Test in der ersten Woche

Eine weitere Besonderheit bei den anstehenden Testfahrten ist die Möglichkeit, auch die Regenreifen einmal unter realen Bedingungen auszuprobieren. Für den Regen-Testtag wurde Donnerstag, der 2. März anvisiert - also der abschließende Tag der ersten Test-Session. Dabei wird die Strecke künstlich bewässert. Allerdings hat sich Pirelli mit den Teams darauf geeinigt, den Regentest vorzuverlegen, wenn es an einem der vorangegangenen Tage regnen sollte.

Neben den Regen- und Intermediate-Reifen bringt Pirelli natürlich sämtliche Reifenmischungen mit nach Barcelona. Nicht nur die Maße unterscheiden sich im Vergleich zum Vorjahr, sondern auch Konstruktion und die jeweilige Mischung. Insgesamt liefert Pirelli 810 Reifensätze an alle Teams bei den Spanien-Testfahrten aus. Am beliebtesten ist die Soft-Mischung mit 287 Sätzen, gefolgt von den Medium-Reifen mit 263 Sätzen. Am wenigsten beliebt sind die Hard-Reifen, von denen Pirelli nur 23 Sätze anliefert.

Die Reifensätze für die Barcelona-Testfahrten

  • Hart: 23 Sets
  • Medium: 263 Sets
  • Soft: 287 Sets
  • Supersoft: 74 Sets
  • Ultrasoft: 51 Sets
  • Intermediate: 67 Sets
  • Regenreifen: 45 Sets

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