Formel 1 - Rosberg: Alonso sollte mein Nachfolger sein

Will die Funken fliegen sehen

Bislang hielt sich Nico Rosberg zurück, was Aussagen zu seinem Nachfolger angeht - bislang. Nun sagt der Weltmeister, was er wirklich denkt.
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Motorsport-Magazin.com - Nach dem überraschenden Rücktritt von Weltmeister Nico Rosberg vor gut zwei Monaten gab es nur ein Thema in der Formel 1: Wer bekommt das vakante Mercedes-Cockpit? Bewerbungen gab es viele. "Alle, die meine Nummer haben, haben mich angerufen", scherzte Mercedes Motorsportchef Toto Wolff. Übrigens ein Scherz mit Wahrheitsgehalt: Wer Wolff am Tag der FIA Gala in Wien zu Gesicht bekam, sah den Österreicher mehr am Handy als am Champagner-Glas - wobei sich Gerüchten Zufolge mit fortschreitender Stunde die Prioritäten verschoben haben.

Nico Rosberg hielt sich bei der Suche nach seinem Nachfolger fein raus. "Ich wünsche mir dass er einen guten Job macht, dass sie einen kompetenten Partner finden und da sind auch ein paar gute Kandidaten auf der Liste", sagte Rosberg noch vor der Bekanntgabe von Valtteri Bottas am Mikrofon von Motorsport-Magazin.com.

Interview: Was Nico Rosberg nicht an der F1 vermissen wird...: (2:35 Min.)

Mit etwas Distanz und nach der offiziellen Verkündung legt der Deutsche die Diplomatie allerdings ab. Im Interview mit der Marca sagte er nun: "Jetzt bin ich Fan und aus dieser Sicht ist es sehr einfach zu antworten: Jeder sagt Alonso und ich sage das auch, in Kombination mit Hamilton wäre das ein Feuerwerk, die Funken würden fliegen."

Alonso und Hamilton bringen Räikkönen Titel

Lewis Hamilton und Fernando Alonso fuhren 2007 eine Saison lang als Teamkollegen für McLaren und kämpften so erbittert um die Weltmeisterschaft, dass Kimi Räikkönen am Ende der - mehr oder weniger - lachende Dritte war. Der teaminterne Streit eskalierte im Spygate: Alonso wollte den Nummer-eins-Status im Team und drohte damit, die Spionage-Affäre auffliegen zu lassen. Ron Dennis entschied sich gegen Alonso, wodurch einer der spektakulärsten Skandale der Sportgeschichte aufgedeckt wurde.

Lewis Hamilton und Fernando Alonso waren 2007 bei McLaren Teamkollegen - Foto: Sutton

"Als Fan wäre es schön [diese Fahrerpaarung Hamilton/Alonso zu sehen], aber für das Team wäre es das nicht und sie haben mit Bottas eine großartige Lösung gefunden", so Rosberg. "Bottas ist schnell und hat [Felipe] Massa drei Jahre in Folge ähnlich wie Alonso besiegt. Natürlich fährt Hamilton auf einem sehr, sehr hohen Level und es wird schwer sein, ihn zu schlagen - aber ich habe gezeigt, dass es möglich ist."

Obwohl die vergangenen drei Jahre für Rosberg und Hamilton zwischenmenschlich ebenfalls nicht einfach waren, fiebert der Deutsche jetzt mit seinem ehemaligen Freund. "Wenn er nochmal Weltmeister wird, wird mein Titel noch mehr wert", scherzt er.

Alonso/Hamilton bei Mercedes nie realistisch

Realistisch war die Fahrerpaarung Hamilton/Alonso bei Mercedes übrigens nie, auch für Rosberg. "Nein, ich kann es mir nicht vorstellen." Flavio Briatore bestreitet weiterhin, dass es überhaupt Kontakt zwischen Alonso und Mercedes gab. Allerdings soll es der Italiener selbst gewesen sein, der bei Toto Wolff die Möglichkeiten für seinen Schützling auslotete.

Doch aus Mercedes-Sicht kam Alonso nie in Frage. "Da gibt es eine Vorgeschichte", winkte Toto Wolff vielsagend ab. Der Spionage-Skandal kostete McLaren 2008 100 Millionen Dollar Strafe, die zum Großteil von Mercedes beglichen wurden, weil die Stuttgarter damals noch Anteilseigner bei McLaren waren.


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