Formel 1 - Sauber vs. Manor: Kampf um den goldenen Punkt

Ericsson zwischen Huhn-Unfall und Kiesbett-Dreher

Für Manor kann es in Malaysia nicht schlechter laufen als in Singapur. Zwei lange Geraden sollen Manor vor Sauber bringen. Aber Sepang ist Sauber-speziell.
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Motorsport-Magazin.com - Für Sauber und Manor geht es langsam ans Eingemachte: Bei noch sechs ausstehenden Rennen 2016 trennt die beiden Rennställe lediglich ein einzelner Punkt. Nicht einmal an Spitze geht es um so viel Geld wie ganz hinten auf den letzten beiden Rängen. Rund 40 Millionen Dollar liegen zwischen Platz zehn und Platz elf.

Manor hat mit dem einen - vielleicht goldenen - Punkt aus Spielberg die Nase vorne. Auch wenn 2017 umfassende Regeländerungen warten, ist das Entwicklungsrennen am Ende des Feldes noch nicht vorbei. In Singapur bekam Manor einen neuen Frontflügel und einen neuen Unterboden. "Das waren aber nur kleine Sachen", relativiert Pascal Wehrlein. "Das bringt keine halbe Sekunde. Aber es hat das gebracht, was wir uns davon versprochen haben. Das ist die gute Nachricht."

Auch Sauber bekommt in den letzten Wochen, in denen die Kassen seit der Übernahme wieder besser gefüllt sind, vermehrt neue Teile ans Auto. Allerdings sind die Schweizer mit der Korrelation zwischen Windkanal und Strecke nicht so zufrieden. "Wir machen Schritte in die richtige Richtung, auch wenn diese Schritte nicht so groß sind wie erhofft", sagt Marcus Ericsson. "Wir hatten uns erhofft, in Reichweite des Mittelfelds zu kommen. Das gesamte Update-Paket läuft noch nicht und es gibt noch Raum für Verbesserungen."

Wehrlein: Keine Manor-Strecken mehr im Kalender

Vor zwei Wochen in Singapur funktionierte der Sauber zwar deutlich besser als der Manor, das allerdings war weniger den Updates geschuldet, als der Streckencharakteristik. "Singapur war für uns vielleicht die schlechteste Strecke des Jahres. Es war klar, dass wir nicht schnell genug sein würden", gesteht Pascal Wehrlein. "In Singapur gibt es so viele Kurven - und keine Geraden. Wir hatten nirgends einen Vorteil gegen unsere Konkurrenz."

In Singapur gab es für Manor nichts zu holen - Foto: Sutton

Der Sepang International Circuit ist mit seinen vielen schnellen und flüssigen Kurven auch nicht unbedingt Manor-Land. Dem Rennstall fehlt es nach wie vor an Abtrieb. Wehrlein nimmt es mit Humor: "Aus Singapur kommend freue ich mich aber auf dieses Wochenende. Und hier gibt es zumindest zwei lange Geraden, die uns helfen sollten."

Generell sieht das Schlussprogramm für Manor nicht rosig aus. "Die Strecken, die noch kommen, sind nicht die besten für uns. Spa und Monza waren die Strecken, auf die wir uns gefreut hatten." In Monza beendete ein technischer Defekt das Rennen von Wehrlein früh, in Spa ein Unfall. "Da gab es aber auch nicht genügend Ausfälle, um in den Punkten hätte landen zu können. Man muss irgendwo um Platz 13 oder 15 im Qualifying sein, damit man im Rennen abstauben kann, wenn etwas passiert."

Aber es gab auch Lichtblicke für Manor in Singapur: "Wir haben es geschafft, vor einem Sauber ins Ziel zu kommen - was von der Pace her eigentlich nicht möglich war." Allerdings hat Sauber gute Erinnerungen an Malaysia. Im vergangenen Jahr startete Marcus Ericsson von Platz neun ins Rennen. Seine bisher beste Qualiying-Leistung.

Ericsson: Starkes Qualifying, schwaches Rennen

Für Marcus Ericsson endete das Rennen 2015 im Kiesbett - Foto: Sutton

Dabei war Sauber auch im vergangenen Jahr selten aus eigener Kraft in der Lage, in die Punkteränge vorzustoßen. Malaysia stach heraus. Allerdings beendete Ericsson das Rennen auf Platz acht liegend mit einem Dreher im Kiesbett. "Die Strecke hat sich seither aber verändert", relativiert Ericsson. Vor dem Grand Prix wurde die komplette Strecke neu asphaltiert und gleichzeitig auch einige Unebenheiten beseitigt.

Der Start in das Malaysia Wochenende verlief für Ericsson aber denkbar ungünstig: Beim Fitnesstraining in Thailand kollidierte er mit dem Rennrad mit einem Huhn. Bis auf leichte Schürfwunden ging der Unfall aber glimpflich aus. "Wenn du mit diesem Tempo unterwegs bist, brichst du dir schnell das Schlüsselbein", zeigt sich der Schwede erleichtert. "Es sieht schlimmer aus, als es ist. Ich habe keine Schmerzen und alles ist hundertprozentig okay." Ericsson nimmt es mit Humor: "Das Huhn war so groß! Ich weiß nicht, was die ihnen hier zu essen geben."

Ein gutes Omen? Strategie-Ingenieurin Ruth Buscombe ist in Malaysia erstmals für Sauber an der Strecke. Die umstrittene Ex-Ferrari-Spionen wechselte nach einem kurzen Intermezzo bei Haas während der Saison zu Sauber.


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