Formel 1 - Belgien-Vorschau: Team für Team

Wer hat die Sommerpause am besten genutzt?

Die Formel 1 kehrt aus der Sommerpause zurück. Hat sich die Hackordnung geändert oder bleibt alles beim Alten? Motorsport-Magazin.com blickt voraus
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Motorsport-Magazin.com - Endlich wieder Racing. Vier Wochen pausierte die Formel 1 nach dem Großen Preis von Ungarn, zwei davon waren die Fabriken komplett geschlossen, niemand durfte die Entwicklung vorantreiben. Doch wer hat die verbliebene Zeit am besten genutzt? Motorsport-Magazin.com liefert die Kompaktvorschau mit allen Teams.

Mercedes

Foto: Sutton

Mercedes verabschiedete sich mit einem kleinen Tiefpunkt in die Sommerpause. Lewis Hamilton kam in Ungarn zwar noch auf Platz drei nach vorne, Nico Rosberg fiel aber durch eine unglückliche Safety-Car-Phase auf Platz vier zurück. Weniger das Ergebnis selbst, als die missachtete Stallregie von Lewis Hamilton sorgten für Unruhe. Eine richtige Stallorder sei es aber ohnehin nicht gewesen und auch in Belgien dürften Hamilton und Rosberg gegeneinander kämpfen, verspricht Toto Wolff: "Demnach dürfen unsere Fahrer auch für den Rest der Saison 2014 frei gegeneinander fahren, und zwar um den Sieg." Die Ursache für den Qualifying-Defekt von Lewis Hamilton wurde indes schon gefunden und soll entsprechend aussortiert sein. Performance-technisch sollte Spa dem Silberpfeil liegen: Schnell und kurvig.

Red Bull

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Der Red Bull mag zwar die schnellen Kurven, was in Spa dazwischen liegt, allerdings weniger. Auf den langen Vollgas-Passagen könnte der RB10 mangels Motorleistung richtig leiden, bergauf-Stücke kommen erschwerend hinzu. Trotzdem gibt das Weltmeisterteam nicht auf. "Wir geben Vollgas und hoffentlich kommen nach der Sommerpause einige Rennstrecken, die uns erlauben näher an Mercedes heranzukommen", so Teamchef Christian Horner, der aber nicht an einen Schlussspurt wie 2013 glaubt: "Allerdings glaube ich nicht, dass wir eine Situation wie im letzten Jahr erleben werden."

Ferrari

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Die Scuderia hat die Sommerpause genutzt und inzwischen offizielle den Abschied von Motorenchef Luca Marmorini bekanntgegeben. Allerdings gab der daraufhin seinen Unmut über die Vorgänge bei seinem Ex-Team zum Besten. Ruhe scheint in Maranello also nicht einzukehren, zumal auch den Fahrern immer wieder Teamwechsel oder Abschiedsgedanken angedichtet werden. In Spa könnte auch Ferrari besonders stark unter dem Leistungsdefizit leiden. Kimi Räikkönen ist wenig optimistisch: "Ich denke nicht, dass die Dinge nach drei oder vier Wochen unglaublich anders sein werden."

Williams

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Kann das Team der Stunde das Momentum oder sogar noch mehr mit über die Sommerpause retten? In Spa, so glauben nicht wenige, könnte für Williams dann die ganz große Stunde schlagen. Denn der FW36 ist pfeilschnell und aerodynamisch effizient - genau das, was in Spa wichtig ist. Dessen ist sich auch das Team selbst bewusst. "Ja, wir haben vielleicht in Spa und Monza die besten Chancen, Mercedes zu schlagen", so Rob Smedley. Williams sollte Mercedes-Jäger Nummer eins sein.

Force India

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Für Force India gilt das gleiche wie für Williams, nur in abgeschwächter Form. Das Team von Vijay Mallya muss ebenfalls den Vorteil der Mercedes Power Unit nutzen. "Spa ist eine Power-Strecke und ich glaube, dass wir dort gut sein können", weiß auch Sergio Perez, warnt aber: "Man muss im Verlauf des Wochenendes auch mit Regen rechnen. Es könnte also etwas unberechenbar werden." Force India ist in Belgien traditionell stark, 2009 holte das Team dort das erste Podium der Teamgeschichte.

McLaren

Foto: Sutton

Irgendwo im Nirgendwo - da war McLaren in der ersten Saisonhälfte. Trotz des starken Mercedes-Antriebs hinkte das Team von Eric Boullier den anderen Rennställen mit Power aus Brixworth teilweise deutlich hinterher. "Ich denke, dass wir Grund zum Optimismus haben", meint aber Boullier. Allerdings warnt der Franzose auch, Spa und Monza nicht als Gradmesser zu nehmen. "In Spa und Monza fahren alle Teams mit einem speziellen Downforce-Paket, also werden wir nicht vor Singapur ein klareres Bild von unseren Fortschritten erhalten."

Toro Rosso

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Für die Italiener gilt das gleiche wie für alle nicht-Mercedes-Teams: Das Power-Defizit wird in den Ardennen schwerer wiegen als noch zuletzt in Ungarn. Im Gegensatz zum Mutterteam Red Bull hatte Toro Rosso aber etwas weniger mit niedrigen Höchstgeschwindigkeiten zu kämpfen, war sogar regelmäßig das schnellste Renault-Team. "Ich sehe uns auf dem richtigen Weg", sagte Teamchef Franz Tost gegenüber Motorsport-Magazin.com. In der zweiten Saisonhälfte erwartet der Österreicher noch einmal eine Steigerung.

Lotus

Foto: Sutton

Lotus will in der zweiten Saisonhälfte endlich aus dem Tal finden. Die schnellen Kurven sollen dem E22 etwas besser liegen als noch die langsame Streckencharakteristik des Hungarorings. Pünktlich zum Rückrundenauftakt will der Rennstall ein Low-Downforce-Paket bringen. Doch ob es so pünktlich sein wird, steht noch nicht fest. "Mit dem neue Heckflügel wird es in Spa eng, weil wir während des Shutdowns Zeit bei der Herstellung verloren haben", gesteht Technikdirektor Nick Chester.

Marussia

Foto: Sutton

Marussia muss in der zweiten Saisonhälfte bangen. Bangen, dass Sauber und Caterham keine größeren Sprünge macht und hoffen, dass es keine chaotischen GPs mehr gibt, in denen die zwei Hauptrivalen noch Punkte holen könnten. Positiv: Im Gegensatz zur direkten Konkurrenz herrscht bei Marussia Ruhe im Team. Energie, die für die Weiterentwicklung des Autos aufgewandt werden kann.

Sauber

Foto: Sutton

Sauber muss zur Schlussoffensive ansetzen. Der Countdown für die ersten WM-Zähler läuft unaufhaltsam herunter: Nur noch acht! Dass es ausgerechnet in Belgien klappt, ist eher unwahrscheinlich. Die Mercedes-Teams dürften schon acht der ersten zehn Plätze einnehmen, dazu kommen Red Bull und Ferrari, die mit Gewissheit vor Sauber liegen werden. Da Höchstgeschwindigkeit keine Stärke des C33 ist, wird es schwer. Allerdings gibt es von den langsamen Kurven, die Sauber so fürchtet, nicht besonders viele. Zudem kann in Spa der Fahrer den Unterschied machen - vor allem in Regen. Und mit Adrian Sutil haben die Schweizer da den richtigen Mann im Cockpit.

Caterham

Foto: Sutton

Caterham will mit einem großen Update-Paket in Spa bestechen. Das braucht es auch, denn der CT05 zählte bislang weder zu den Kurvenfressern, noch zu den Königen auf den Geraden. Noch immer ist die Fahrersituation ungewiss. In Spa wird jedenfalls der deutsche Langstreckenpilot Andre Lotterer anstelle von Kamui Kobayashi im Cockpit sitzen, der jedoch ein Teil des Teams bleibt.


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