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Formel 1 - Übersicht: Regeländerungen für die F1-Saison 2015

FIA gibt neues Reglement bekannt

Die FIA gab die Regeländerungen und das Reglement für die Formel-1-Saison 2015 bekannt. Doppelte Punkte sind Geschichte.
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Motorsport-Magazin.com - 03.12.2014: Im Rahmen der Weltratssitzung in Doha gab die FIA weitere Regeländerungen für die Saison 2015 bekannt. Außerdem wurde eine veränderte Version des Formel-1-Rennkalenders 2015 veröffentlicht, die nun 21 Rennen beinhaltet. Das nächste Meeting der Strategie-Gruppe wurde für den 18. Dezember bestätigt. In dessen Rahmen soll über Kostensenkungen, eine Verbesserung der Show und Möglichkeiten, die Autos schneller und schwieriger zu fahren zu machen gesprochen werden. Auch das technische und sportliche Reglement soll soweit möglich vereinfacht werden. Im Rahmen der WMSC-Sitzung wurde auch der 396 Seiten umfassende Report zum Unfall von Jules Bianchi in Japan vorgelegt.

Änderungen am Sportlichen Reglement 2015

  • Punkte: Die doppelten Punkte beim WM-Finale werden abgeschafft
  • Stehende Re-Starts: Nach Rücksprache mit allen Teams wurden die geplanten stehenden Re-Starts wegen Sicherheitsbedenken wieder abgeschafft
  • Virtuelles Safety Car: Nachdem das VSC-System bei den letzten Rennen der Saison 2014 getestet wurde, wurde die Einführung für 2015 beschlossen. Der Rennleiter darf ein Rennen mittels virtuellem Safety Car neutralisieren. Im Normalfall geschieht dies bei doppelt geschwenkten gelben Flaggen, wenn kein Einsatz des Safety Cars von nöten ist.
  • Rennunterbrechungen: Bei einer Rennunterbrechung wird die Boxenausfahrt geschlossen und alle Autos müssen langsam in die Boxengasse fahren, nicht die Startaufstellung. Das erste Auto, das in die Box fährt, muss direkt zum Boxenausgang weiter fahren. Es verbleibt in der Fast Lane. Alle weiteren Autos bilden hinter diesem Fahrzeug eine Reihe.
  • Teampersonal oder Ausrüstung im Grid: Sollte nach dem 15-Sekunden-Signal ein Teammitglied oder Ausrüstung in der Startaufstellung verbleiben, muss der Fahrer des betroffenen Autos aus der Boxengasse starten. Sollte ein Fahrer dem nicht nachkommen, erhält er eine 10-Sekunden-Stop-and-Go-Strafe.
  • Power Unit Strafen: Der Austausch einer kompletten Power Unit steht nicht länger unter Strafe. Stattdessen werden die einzeln getauschten Komponenten zusammengezählt. Sollte ein Fahrer eine Strafversetzung erhalten und diese nicht gänzlich absitzen können, wird die restliche Strafe in Form einer Zeitstrafe während des Rennens abgesessen und nicht mehr beim nächsten Rennen. Die Verteilung sieht wie folgt aus:
  • 1-5 Plätze nicht möglich: Eine Strafe nach Art. 16.3(a) wird ausgesprochen
  • 6-10 Plätze nicht möglich: Eine Strafe nach Art. 16.3(b) wird ausgesprochen
  • 11-20 Plätze nicht möglich: Eine Strafe nach Art. 16.3(c) wird ausgesprochen
  • Mehr als 20 Plätze nicht möglich: Eine Strafe nach Art. 16.3(d) wird ausgesprochen
  • Zeitstrafen: Zusätzlich zu den bestehenden 5-Sekunden-Strafen (Art. 16.3a) wird eine neue 10-Sekunden-Zeitstrafe (Art. 16.3b) eingeführt. Sie wird genauso angewendet.
  • Unsafe Release: Sollte ein Auto nach dem Boxenstopp unsicher losgelassen werden, wird während des Rennens eine 10-Sekunden-Stop-and-Go-Strafe ausgesprochen. Eine zusätzliche Strafe wird für jeden Fahrer ausgesprochen, der nach Ansicht der Stewards, ein Auto weiter fährt, von dem er weiß, dass es unsicher losgelassen wurde.
  • Qualifying-Ablauf: Die Aufteilung des Qualifyings wurde klargestellt. Im Fall von 24 Fahrzeugen werden nach dem Q1 und Q2 jeweils sieben Fahrzeuge ausgeschlossen. Bei 22 Autos sind es jeweils sechs und so weiter, sollten weniger Fahrzeuge am Start stehen.
  • Safety Car: Überrundete Autos: Sobald das letzte überrundete Auto den Führenden überholt hat, kehrt das Safety Car am Ende der folgenden Runde an die Box zurück. Der Rennleiter muss nicht mehr länger warten, bis alle überrundeten Autos hinter dem Safety Car am Ende des Feldes angekommen sind.

Änderungen am Technischen Reglement 2015

  • Das Fahrzeuggewicht, ohne Benzin, darf 702 kg nicht unterschreiten (bislang 701 kg)
  • Es gibt Veränderungen an den Regeln für Windkanaltests mit Blick auf die Aerodynamik-Zeiträume 2015 und 2016
  • Jedes Aufhängungssystem, das an den Vorderrädern angebracht wird, muss so angelegt sein, dass es nur auf einwirkende Kräfte an den Vorderrädern reagiert
  • Jedes Aufhängungssystem, das an den Hinterrädern angebracht wird, muss so angelegt sein, dass es nur auf einwirkende Kräfte an den Hinterrädern reagiert
  • Die Zylon-Anti-Eindringungsschutzkomponenten an den Seiten der Überlebenszelle wurden an den Seiten des Cockpits und dem Kopf des Fahrers erweitert

Kriterien für die Ausstellung einer Superlizenz

  • Es wurde ein Vorschlag für die Ausstellung der Superlizenz ab 2016 angenommen. Die Kriterien besagen:
  • 1. Sicherheitskriterien: Es ist eine gültige Fahrlizenz notwendig. Das Mindestalter beträgt 18 Jahre. Es gibt eine Bestätigung über das Wissen über die Sportlichen F1 Regeln und den Internationalen Sporting Code
  • 2. Erfahrungskriterien: 300 km als Minimum für die F1. Mindestens 2 Jahre in niedrigeren Klassen gefahren.
  • 3. Performancekriterien: Es gibt Anforderungen nach einem Punktesystem, die auf den Ergebnissen des Fahrers in niedrigeren Klassen beruhen

Änderungen vom 26.06.2014

26.06.2014: Bei einem Meeting des FIA-Weltrats in München gab der Automobilweltverband eine Reihe Neuerungen für die Formel-1-Saison 2015 bekannt. Weitere Änderungen an den Sportlichen und Technischen Reglements der Königsklasse dürfen ab dem Jahr 2015 bis zum 1. März jedes Jahres durchgeführt werden. Bislang war dies ohne einstimmige Zustimmung aller Teams bis zum 30. Juni möglich.

Regeländerungen - Sportliches Reglement 2015

Power Units

  • Die Anzahl der erlaubten Motoren pro Jahr und Fahrer wird auf vier herabgesetzt. Sollte es mehr als 20 Rennen pro Saison geben, wird die Zahl automatisch auf fünf erhöht.
  • Die Strafe für einen kompletten Wechsel der Power Unit ist ab 2015 ein Start vom Ende des Feldes, nicht mehr aus der Boxengasse.

Aerodynamik-Tests

  • Die Anzahl der Windkanal-Läufe wird von 80 auf 65 Stunden pro Woche herabgesetzt.
  • Die Anzahl der Windstunden wird von 30 auf 25 Stunden pro Woche herabgesetzt.
  • Die Nutzung von Computational Fluid Dynamics (CFD) wird von 30 Teraflops auf 25 Teraflops herabgesetzt.
  • Pro Tag werden zwei Phasen an Tunnelnutzung erlaubt, bislang war es nur eine.
  • Jedes Team darf pro Jahr nur einen Windkanal benennen.

Testfahrten

  • Vor der Saison 2015 wird es drei viertägige Testfahrten in Europa geben (derzeit dürfen die Teams auch außerhalb Europas testen). In der Saison 2016 wird die Anzahl der Tests auf nur noch zwei viertägige Testfahrten herabgesetzt.
  • Während der Saison 2015 sind zwei zweitägige Tests in Europa erlaubt (bislang sind es vier). Zwei dieser vier Testtage müssen für Nachwuchsfahrer verwendet werden.

Fahrzeugspezifikationen am Rennwochenende

  • Die Parc Fermé-Regel greift ab 2015 schon mit dem Beginn des 3. Trainings und nicht erst ab dem Qualifying.

Räder und Reifen

  • Das Verbot der Reifenheizdecken wird 2015 aufgehoben. Sollten sich die Größe der Reifen und Felgen in Zukunft ändern, wird diese Entscheidung neu überdacht.

Personal-Sperrstunde

  • Die Sperrstunde, innerhalb derer kein Teampersonal sich an der Strecke befinden darf, wird am Freitag von sechs auf sieben Stunden ausgeweitet. Ab der Saison 2016 wird sie acht Stunden betragen.

Safety Car Re-Starts

  • Re-Starts nach einer Safety-Car-Phase finden stehend statt. Dies wird nicht der Fall sein, wenn das Safety Car innerhalb von zwei Runden nach dem Start des Rennens oder einem Re-Start auf die Strecke geht oder wenn weniger als fünf Runden der Renndistanz verbleiben.

Regeländerungen - Technisches Reglement 2015

Hier wurden eine Reihe weiterer Änderungen beschlossen, dazu gehören:

  • Eine Reihe an neuen Regeln für die Fahrzeugnasen. Diese sollen eine verbesserte Fahrersicherheit sicherstellen und für ein ästhetischeres Aussehen sorgen.
  • Eine Reihe an neuen Regeln bezüglich der Skid Blocks. Diese schreiben vor, dass sie aus leichteren Materialien (Titan) hergestellt werden.
  • Neue Regeln, die sicherstellen, dass sich die Bremsschreiben mit der gleichen Geschwindigkeit drehen wie die Felgen.
  • Ein zweistufiges System zur Sicherung der Räder wird Pflicht.

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