Formel 1 - Van der Garde: Antwort auf Villeneuve-Vorwurf

Kein Vergleich

Giedo van der Garde durfte beim Bahrain-Test wieder einmal im Sauber Platz nehmen. Das sagt der Niederländer zu Jacque Villeneuves F1-Sofa-Ansichten.
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Motorsport-Magazin.com - Zum Abschluss der Testfahrten in Bahrain durfte noch einmal Giedo van der Garde das Steuer des Sauber-Boliden übernehmen - und war zunächst einmal zum Zuschauen verdammt. Ein Problem mit der Power Unit setzte den C33 am Mittwochvormittag matt, mehr als drei fliegende Runden waren für den Niederländer bis zur Mittagspause nicht drin. Dann ging es aber richtig los: Bis zum Ende der Session spulte der Ersatzfahrer insgesamt 77 Runden ab. "Am Nachmittag waren wir ziemlich fleißig", sagte er. "Ich war froh, wieder im Auto gesessen zu haben und denke, dass das Team happy mit der Performance war."

Mehr als Kurzeinsätze sind dieses Jahr nicht drin für van der Garde, der nach seinem Caterham-Aus bei Sauber eine neue Heimat gefunden hat. Auf der Ersatzbank. Da kommt natürlich jeder Kilometer entgegen, um nicht die Schärfe zu verlieren. In knapp zwei Wochen darf er noch einmal ran, im 1. Training zum China Grand Prix, wie schon zuletzt in Bahrain.

Van der Gardes Tag begann mit Problemen - Foto: Sutton

F1 komplett anders

Früher V8-Power, heute Turbo-Antrieb mit mächtig Drehmoment. Eine Herausforderung, wie van der Garde ehrlich einräumte. "Ich muss mich daran gewöhnen, dieses Auto zu fahren", sagte er. "Im vergangenen Jahr war es komplett anders: immer volle Attacke am Kurveneingang, so spät wie möglich bremsen, einlenken und dann Gas geben." Dank des neuen Hybridantriebes und des komplizierten Brake-by-Wire-Systems sieht die Sache jetzt anders aus. Van der Garde: "Das ist eine andere Philosophie des Fahrens. Wenn du spät bremst, verlierst du das Heck und damit viel Speed am Kurvenausgang."

Die Meinungen darüber, ob es heutzutage schwieriger ist zu fahren, gehen im Fahrerlager stark auseinander. Motorsport-Magazin.com fragte am Wochenende bei Jacques Villeneuve nach, der seine ganz eigene Ansicht vertrat. "Diese Autos müssen sehr einfach zu fahren sein und die Fahrer haben nicht viel zu tun", sagte der Weltmeister von 1997. "Sie müssen nur auf ihre Reifen achten. Man kann es förmlich sehen: Es sieht aus, als ob sie auf einem Sofa sitzen. Es sieht nicht aggressiv aus, das ist sehr seltsam."

Van der Garde hatte mehrfach Probleme in Kurve 1 - Foto: Sutton

Van der Garde gegen Villeneuve

Das wollte van der Garde, gerade erst aus dem Turbo-C33 so nicht unterschreiben, als ihn Motorsport-Magazin.com mit Villeneuves Aussagen konfrontierte. "Es ist nicht einfach, überhaupt nicht", konterte der 28-Jährige. "Du musst dich jetzt zurücknehmen, während du im vergangenen Jahr auf frischen Reifen voll angreifen konntest. Wenn du das Auto jetzt überfährst, verlierst du das Heck." Er selbst habe an diesem Mittwoch rund 40 Runden gebraucht, bis eine anständige Zeit dabei heraussprang. Am Ende reichte es für Platz sieben in der Zeitentabelle, 3,5 Sekunden Rückstand auf den Führenden Lewis Hamilton.

Am Ende wurden es 77 Runden für van der Garde - Foto: Sutton

"Du musst sauber fahren", sagte van der Garde. "Für eine gute Runde darfst du dir keinen Fehler erlauben, das ist der Schlüssel. Es reicht aber nicht, einfach nur schnell zu fahren. Es ist anders geworden, man muss es einfach lernen." Lernen konnte auch Sauber bei van der Gardes Einsatz, denn der Niederländer meinte, beim Durchprobieren unterschiedlicher Setups etwas gefunden zu haben, das die Performance des Autos merklich steigerte.

"Ich denke, dass wir damit auch auf eine Runde schneller sein können", sagte er. "Die Fahrbarkeit war viel besser, wir hatten nicht mehr so viel Übersteuern. Der Reifenverschleiß ist auch besser geworden." Große Hoffnungen ruhen unterdessen auf dem Update, das beim übernächsten Rennen in Barcelona den Weg ans Auto finden soll. "Wir versuchen, ein paar Sachen am Chassis zu verändern, auch, um das Auto leichter zu machen", durfte van der Garde verraten.


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