Formel 1 - Alonso: Kvyat zu 50 Prozent schuld

Mercedes blufft

Fernando Alonso hatte großes Glück: Nach einem Aufhängungsbruch holt er noch Startplatz vier. Kvyat gibt er am Zwischenfall eine Teilschuld.
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Motorsport-Magazin.com - Für Fernando Alonso drohte das Qualifying zum Großen Preis von Malaysia kein allzu schönes Ende zu nehmen. Als er im zweiten Qualifying-Segment mit Daniil Kvyat kollidierte schien die Session des Spaniers schon zu Ende zu sein. Alonso musste mit herausgebrochener Spurstange zurück an die Box schleichen. Trotzdem reichte es am Ende noch zu Platz vier hinter beiden Mercedes und Sebastian Vettel.

Kvyat trage zumindest eine Teilschuld, so Alonso - Foto: Sutton

"Das Auto hat sich da sehr komisch angefühlt", beschrieb Alonso seine Fahrt zurück zur Box. Ich glaube, dass die Spur oder etwas an der Aufhängung nach dem Crash war kaputt, weil sich die Lenkung in Rechtskurven so leicht anfühlte, in Linkskurven hingegen war sie so schwerfällig, dass ich nicht einmal mit zwei Händen richtig lenken konnte", so Alonso.

Trotzdem konnte er den F14 T noch an die Boxengasse zurückmanövrieren. Weil die Session kurz unterbrochen war, hatte das Team Zeit, die defekte Spurstange zu wechseln. "Das war vermutlich Weltrekord im Fahrwerk-Wechsel", lobte der Doppelweltmeister von 2005 und 2006 seine Mannschaft.

Zur falschen Zeit am falschen Ort

Die Situation, wie es zum Zwischenfall mit dem jungen Russen kam, hat Alonso bisher noch nicht in der Wiederholung sehen können und musste sich bei seinen Aussagen auf seine Erinnerung verlassen: "Ich habe ihn nicht gesehen. Als ich eingelenkt habe, habe ich eine Berührung gefühlt. Aber bevor ich den Ruck gespürt habe, habe ich ihn nicht gesehen."

Ich gebe ihm dafür nicht die Schuld, wahrscheinlich waren wir beide zu 50 Prozent daran beteiligt.
Fernando Alonso

"Ich gebe ihm dafür nicht die Schuld, wahrscheinlich waren wir beide zu 50 Prozent daran beteiligt", gab sich der Ferrari-Pilot einsichtig. Allerdings kritisierte er, dass Kvyat auf seiner Outlap war und somit ein bisschen langsamer hätte fahren können. Bei stärker werdendem Regen fuhr jedoch Alonso auf Intermediates, Kvyat hatte bereits Full-Wets aufgezogen. So könnte sich der Geschwindigkeitsunterschied erklären.

"Am Ende war es einfach eine unglückliche Situation. Zur falschen Zeit am falschen Ort. Aber wir konnten beide noch weiterfahren - das war die beste Nachricht." Wie Alonso, schätzte auch die Rennleitung die Szene ein. Die Stewards of the Meeting kündigten noch während des Qualifyings eine Untersuchung an. Sie kamen aber zu dem Schluss, keine weiteren Schritte zu unternehmen.

Mercedes blufft

Insgesamt zeigte sich der 32-Jährige aber mehr als zufrieden mit dem Ergebnis. "Das ist fantastisch." Die Mercedes schlagen zu können, damit hatte er ohnehin nie gerechnet. "Mercedes hat am Freitag nicht das ganze Potential gezeigt - wie in Australien. Am Samstag waren sie dann eine Sekunde schneller."

Realistisch betrachtet glaubt er zwar nicht daran, Lewis Hamilton und Nico Rosberg im Rennen ernsthaft gefährden zu können, kampflos will sich Alonso aber nicht geschlagen geben. "Wir dürfen es Mercedes nicht zu einfach machen. Wir müssen sie unter Druck setzten und wir haben schon vor zwei Wochen gesehen, dass Hamilton aufgeben musste. Es ist nicht gesagt, dass alle Autos ins Ziel kommen."

Keine Regenreifen mehr

Im Gegensatz zu Mercedes ist Red Bull noch nicht auf und davon, wie Alonso meint: "Wenn wir ein perfektes Rennen fahren - mit gutem Start, guter Strategie, guten Boxenstopps und guter Pace -, dann können wir Red Bull schlagen." Optimistisch stimmt ihn auch die Vorbereitung auf den Sonntag. Denn Ferrari hätte die prinzipielle Herangehensweise an das Rennwochenende geändert und sich schon am Freitag zunehmend mehr auf Runs mit höherem Benzin-Level konzentriert.

Wenn wir ein perfektes Rennen fahren, können wir Red Bull schlagen.
Fernando Alonso

Weniger optimistisch stimmt ihn hingegen die Reifen-Situation. Denn schon in Q3 musste er sich auf eine schnelle Runde festlegen, weil nur mehr ein frischer Satz Regenreifen zur Verfügung stand. Diesen ließ er schon zu Beginn von Q3 montieren, weil der Wetterbericht stärkeren Regen voraussagte. "Das war die richtige Entscheidung", lobte er sein Team später.

Sollte es zu einem Regenrennen kommen, stehen aber wohl die meisten Fahrer, die den Einzug in Q3 geschafft haben vor dem Problem, nicht keine frischen Regenreifen mehr zu haben. Pro Fahrer stehen am gesamten Rennwochenende nur drei Sätze zur Verfügung.


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