Formel 1 - Stuck: Der Kimi ist total spitz

Biss macht den Unterschied

Hans-Joachim Stuck ist davon überzeugt, dass der Biss bei Fahrern mit ähnlichem Talent den Unterschied macht.
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Motorsport-Magazin.com - Das Fahrerduo, auf das 2014 alle Augen gerichtet sind, ist das bei Ferrari. Bereits seit der Bekanntgabe, dass Kimi Räikkönen an der Seite von Fernando Alonso fahren wird, war klar: Da steckt Konfliktpotential drin. Denn in den letzten Jahren war Alonso die Nummer eins der Scuderia, nun brechen mit einem zweiten Weltmeister im Team andere Zeiten an. "Ich hätte sie nicht zusammen in ein Team gesteckt", meint Ex-Formel-1-Pilot Hans-Joachim Stuck im Interview mit Spiegel online.

Räikkönen hat dieses Jahr mehr Biss und landet am Ende vor Alonso.
Hans-Joachim Stuck

Stuck hat Räikkönen vor kurzem getroffen und sich mit ihm über die Saison 2014 unterhalten. "Der Kimi ist total spitz", lautet sein Urteil. "Räikkönen hat dieses Jahr mehr Biss und landet am Ende vor Alonso." Denn Stuck ist der Ansicht, dass wenn zwei Fahrer sehr ähnliche Voraussetzungen haben, der Biss entscheidet und weniger das Talent. Als Beispiel nennt er Michael und Ralf Schumacher - der eine siebenfache Weltmeister, der andere ohne Titelehren. "Ralf hatte mit Sicherheit nicht weniger Talent. Aber Michael war voll auf den Erfolg fokussiert, gewinnen stand für ihn über allem."

Beim Mercedes-Duo ist sich Stuck nicht sicher, wer die Oberhand haben wird, denn "beide sind gleich gut, mit ganz unterschiedlichen Qualitäten." Während Hamilton aggressiver sei und keinen Zweikampf scheue, steche bei Rosberg die Rennintelligenz, die Fähigkeit, die Reifen zu schonen, hervor. "Beide haben Talent, beide haben Biss. Daher werden in vielen Rennen Kleinigkeiten entscheiden, wer vor dem anderen liegt."

In Sebastian Vettel sieht Stuck Parallelen zu Michael Schumacher, der technischen Verstand, Fitness und Abgezocktheit vereint habe. Vettel sei jedoch "noch einen Tick akribischer. Der kennt jedes Detail seines Fahrzeugs, geht alle Strecken ab und notiert sich jeden Gullideckel." Kritikern, die sagen, dass Vettel seine Titel vor allem dem Genie von Adrian Newey verdankt, hält er entgegen: "Ein Durchschnittsfahrer wird auch im besten Auto nicht Weltmeister. Wer die WM gewinnt, gehört zu den Besten. Red Bull hat ja schließlich nicht immer so dominiert wie in der vergangenen Saison."

Wenn es darum geht, den Serienweltmeister vom Thron zu stoßen, sieht Stuck das Mercedes-Duo mit den besten Chancen. "Ich glaube, der Silberpfeil ist in dieser Saison besser als der Ferrari. Von daher: Wenn jemand Vettel ablösen kann, dann Rosberg oder Hamilton."


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