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Formel 1 - Interview - Niki Lauda: Keine Homologations-Verschiebung

Alles bleibt beim Alten

Niki Lauda verriet Motorsport-Magazin.com, dass die Deadline für die Homologierung der Motoren bleibt, genauso wie die doppelten Punkte beim Saisonfinale.
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Motorsport-Magazin.com - Gesprächsthema Nummer 1 ist Renault, die angeblich versuchen die Homologation hinauszuzögern.
Niki Lauda: Das ist nicht passiert. Es bleibt alles beim Alten. Heute ist Stichtag, daran hat sich nichts geändert.

Stimmen die Gerüchte, dass es Renault zumindest versucht hat?
Niki Lauda: Ja, Renault hat es versucht, soviel uns aus der Ferne mitgeteilt wurde. Aber das ist egal. Es bleibt alles wie es war, was auch vollkommen logisch ist. Es gibt ein Regelwerk und das wird von allen - auch von Renault - eingehalten. Darüber braucht man gar nicht mehr zu diskutieren.

Für Mercedes sieht es sehr gut aus. Wo steht das Team ihrer Meinung nach?
Niki Lauda: Ich glaube, alle drei Motorenhersteller - Mercedes, Ferrari und Renault - haben dieselben Probleme und zwar wie man diese Motoren so schnell wie möglich standfest zum Fahren bringt. Ich würde sagen, wer früher anfängt, ist früher fertig. Die Leute in Brixworth haben einen tollen Job gemacht, das heißt aber noch lange nicht, dass der Motor ausgereizt ist. Jeder neue Motor macht neue Probleme und wir arbeiten immer noch hart daran, Probleme, die wir kennen, auszumerzen. Das gleiche Problem hat Ferrari und Renault. Nach den ersten vier, fünf Rennen wird man sehen, welcher Hersteller mehr Rennen beendet hat und derjenige war dann der Bessere.

Mercedes überzeugt bisher bei den Tests - Foto: Sutton

Mercedes machte in Jerez schon einen guten Eindruck, seitdem ist den Ingenieuren sicherlich ein großer Sprung gelungen, der auf den ersten Blick vielleicht nicht zu erkennen ist. Wie würden sie den quantifizieren?
Niki Lauda: Ich will da gar nicht so viel hineininterpretieren. Zufrieden ist man erst dann, wenn man alle Rennen beendet. Bisher ist es noch keinem gelungen, mit diesem komplizierten Motor alle Probleme zu lösen. Alle müssen hart arbeiten, auch bei Mercedes, um diese in den Griff zu bekommen.

Wissen Sie, was bei Lewis heute Morgen los war?
Niki Lauda: Der Dreher war sein Fehler - das ist eindeutig. Danach hatten wir zwei Probleme mit der Kühlung, also alles so kleine Dinge, die normal sind, aber die es zu lösen gilt.

Grundsätzlich scheinen sich die Fahrfehler zu häufen, man sieht bei den Piloten vor allem wegen dem Brake-by-Wire öfters ein ausbrechendes Heck. Finden Sie es gut, dass es für die Fahrer wieder anspruchsvoller wird?
Niki Lauda: Der intelligente Fahrer wird mit diesen technischen Innovationen schneller klarkommen als der Dumme. Somit könnten die Intelligenten, die sich damit auseinandersetzen, zu Beginn der Saison einen Vorteil haben. Das zu beobachten, wird interessant.

Letzte Frage: Die doppelten Punkte beim Saisonfinale standen heute auch zur Diskussion.
Niki Lauda: Das stimmt. Es wurde diskutiert, ob es doppelte Punkte bei einem oder drei Rennen geben soll. Natürlich bleibt es bei dem einen Rennen, das schon beschlossen wurde. Somit ist gar nichts passiert. Dass es bei einem Rennen doppelte Punkte geben wird, begeistert außer Bernie Ecclestone niemanden. Ich kann es verstehen, dafür gibt es kommerzielle Gründe. Daraufhin kamen auch Gespräche über drei Rennen auf, aber dieser Vorschlag wurde nicht akzeptiert. Das finde ich gut. Jetzt haben wir ein Rennen mit doppelten Punkten und darauf müssen wir uns halt einstellen. Ich hoffe nur, dass im letzten Rennen ein Plattfuß nicht die WM entscheidet. Es ist ein neues System - warten wir ab, ob es positiv ist oder nicht.


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