Exklusiv

Formel 1 - Prost & seine große Abrechnung

Es ist nie nur der Fahrer oder nur das Team

Alain Prost ist schon lange dort, wo Sebastian Vettel gerade erst angekommen ist. Motorsport-Magazin.com traf den Professor zur großen WM-Abrechnung.

Motorsport-Magazin.com - "Man muss das ganze wie ein neutraler Zuschauer betrachten und zu sich selbst sagen: Es ist doch gut, einen weiteren viermaligen Weltmeister zu haben, der so gut ist wie Sebastian." Alain Prost macht es nichts aus, dass ein 26-Jähriger in dieser Saison seinen Rekord von vier Titeln erreicht hat. Die heutige Formel 1 ließe sich sowieso nicht mit seiner Zeit vergleichen.

Zeiten & Rekorde nicht vergleichbar

1986 waren andere Zeiten - Foto: Sutton

"Ich habe mit 25 in der Formel 1 angefangen, mit 26 mein erstes Rennen gewonnen. Das sagt doch schon alles über die unterschiedlichen Verhältnisse. Man muss sich nur die heutige Zuverlässigkeit der Autos anschauen, die größere Anzahl der Rennen, das neue Punktesystem mit 25 Punkten pro Sieg - wir bekamen damals neun Punkte. Wie will man da irgendwelche Zahlen vergleichen? Das macht doch alles nicht viel Sinn", stellte Prost gegenüber Motorsport-Magazin.com klar.

Dass Vettel vorgeworfen wird, nur wegen seines Autos und Design-Genie Adrian Newey all seine Rekorde eingefahren zu haben, kann der Franzose nicht nachvollziehen. Es würde zwar Ausnahmen geben, Vettel gehöre aber nicht dazu. "Ab und zu kann man sicher mal Ausnahmen finden. Als ich 1986 im McLaren Weltmeister wurde, hatte ich sicher nicht das beste Auto. Aber natürlich habe ich damals auch davon profitiert, dass sich meine Konkurrenten bei Williams, Nigel Mansell und Nelson Piquet, gegenseitig Punkte weggenommen haben. Einmal in seiner Karriere schafft man das vielleicht, wenn die Umstände entsprechend sind", erklärte Prost.

Es ist nicht in Ordnung, Sebastians Leistung nicht entsprechend anzuerkennen
Alain Prost

Ein aktuelleres Beispiel sei der Titelgewinn von Kimi Räikkönen im Jahr 2007. "Kimi hat vom Streit zwischen Alonso und Hamilton bei McLaren profitiert. Aber vier Titel in Serie - das ist etwas anderes. So ein Erfolg ist immer das Ergebnis des Zusammenwirkens zwischen Fahrer und Team. Es ist nie nur der Fahrer oder nur das Team. Deshalb ist es auch nicht in Ordnung, Sebastians Leistung nicht entsprechend anzuerkennen, die Arbeit, die er leistet, um diesen Erfolg zu erreichen", stellte sich Prost schützend hinter Vettel.

Ein ausführliches Exklusiv-Interview mit Alain Prost lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Motorsport-Magazins. Das Motorsport-Magazin ist ab sofort im Handel erhältlich. Alternativ können Sie es direkt online bei uns bestellen. Als besonderes Weihnachts-Geschenk bieten wir Ihnen ein Weihnachts-Special an: Bestellen Sie ein Jahres-Abo des Motorsport-Magazins zum Sonderpreis und erhalten Sie eine Motorrad-DVD gratis dazu:


Weitere Inhalte:

Facebook
Wir suchen Mitarbeiter
x