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Formel 1 - Hintergründe der Formel 1: GP von Österreich

Mateschitz: Das Projekt Spielberg ist für uns erledigt - Teil 5

Nach der Übernahme durch Red Bull folgte ein Rückschlag auf den anderen. Erst, als alle Partnerunternehmen bereits abgesprungen waren konnte man sich einigen.
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Motorsport-Magazin.com - Nach dem Grand Prix 2003 wurde das Gewissheit, was viele Fans schon seit Bekanntgabe der Übernahme befürchtet hatten: Weder 2004 noch in den darauffolgenden zwei Jahren würde es ein Formel 1-Rennen in Österreich geben, die Ausstiegsklausel wurde genützt.

Erst 2011 wurde die Strecke als Red-Bull-Ring wieder eröffnet - Foto: Red Bull/GEPA

Der Ring wurde schließlich ab Anfang des Jahres 2004 abgerissen. Anschließend sollte das Areal in einen Motorsport- und Avionik-Themenpark verwandelt werden; das erklärte Ziel war eine erneute Rückholung der Formel 1 in die Steiermark. Zusammen mit Partnern aus Luftfahrt und Automobilbau wollte Mateschitz so 700 Mio. Euro in die Region investieren. Die Verwirklichung des Planes schien gesichert, als im Juni 2004 vom Land ein positiver Umweltverträglichkeits-Bescheid verabschiedet wurde. Doch die Anrainer, inzwischen verstärkt durch Unterstützung der Grünen, versuchten mit allen Mitteln, die Offroad-Strecke und die Erweiterung des Areals zu verhindern.

Während er sein Engagement im Motorsport mit der Übernahme des Jaguar-Formel 1 Teams von Ford vertiefte, ereilte Mateschitz im Dezember die Hiobsbotschaft: Der Umweltsenat hatte den positiven Bescheid aufgehoben. Der Red-Bull-Boss erklärte verärgert: "Das Projekt Spielberg ist für uns erledigt".

Daraufhin startete das Land, das bereits Förderungen in Millionenhöhe zugesagt hatte, einen fieberhaften Versuch, Mateschitz zur Fortführung des Projekts zu bewegen. Die Region fürchtete um ihr wirtschaftliches Bestehen, bis Landeshauptfrau Waltraud Klasnic im Juni 2005 ein neues Projekt präsentierte: der Ring sollte um 100-150 Mio. Euro zu einer Teststrecke umfunktioniert werden, die Hersteller Volkswagen, Magna und KTM hatten bereits zugestimmt, die Kosten teilweise zu übernehmen. Auch Mateschitz war wieder an Bord.

Im Juni 2011 kehrte mit der DTM die erste internationale Serie zurück auf die neu eröffnete Strecke - Foto: DTM

Schließlich wurden Gesetze geändert und vom Land Steiermark Pläne im Wert von 5 Mio. Euro finanziert. Doch erst im Oktober 2007 konnte ein positiver Bescheid abgesegnet werden, der den Vorstellungen der Anrainer entsprach. Zu spät – die anderen Firmen außer Red Bull waren bereits wieder abgesprungen, Anfang 2008 wurde offiziell kundgegeben, dass der Plan gescheitert war. Im Sommer griff das Land für eine zweite Neuplanung in die Tasche, Mateschitz unterschrieb den Vertrag und am 20. Oktober 2008 ging das mit 70 Mio. Euro veranschlagte und mit rund 9 Mio. Euro geförderte Projekt in Bau.

Im finalen Teil: Vom Red Bull Ring bis zur Rückholung der Formel 1 2014. Eine Leidensgeschichte wird zum Triumph. Gleich morgen und nur auf Motorsport-magazin.com

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