Formel 1 - Vettel drückt Hülkenberg Daumen

Entscheidende Faktoren: Strategie und Topspeed

Sebastian Vettel erklärt, was es mit seiner Tiefstapelei auf sich hat, warum der Windschatten zwecklos ist und warum er Nico Hülkenberg alle Daumen drückt.
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Motorsport-Magazin.com - Die Dominanz von Sebastian Vettel auf dem Weg zur Pole Position beim Großen Preis von Italien war eklatant. Erwartet hatte er dies im Vorfeld nicht, wie er gegenüber Motorsport-Magazin.com zugibt: "Wir können nicht ins Wochenende gehen und erwarten, dass wir so stark sind. Deswegen war das Qualifying sehr positiv." Dennoch will er einen Rennsieg nicht als gegeben nehmen: "Viele Dinge können uns stoppen, etwa der Start. Es ist ein weiter Weg zur ersten Kurve. Ich hoffe, dass wir gut wegkommen und einen guten Rhythmus finden. Gestern im Renntrimm hatten wir einen solch guten Lauf und ich hoffe, dass wir ihn mitnehmen können."

Herzlichen Glückwunsch, ich freue mich für ihn und sein Team!
Vettel zu Hülkenberg

Häufig wird wegen solcher Ansagen Sebastian Vettel mittlerweile Tiefstapelei unterstellt. "Ich stapele nicht tief, sondern sehe die Situation so, wie sie ist", rechtfertigt sich der dreifache Weltmeister. "Wir haben es oft genug erfahren, wie es in die andere Richtung gehen kann. Man darf sich nie ausruhen, muss weiter am Gas bleiben und alles richtig machen, was meistens sehr schwer ist. Aber bislang lagen wir mehr richtig als falsch." In Sachen Strategie will sich der Red-Bull-Pilot nicht blicken lassen: "Es ist nicht ganz klar, ob es auf einen oder zwei Boxenstopps hinausläuft. Es wird auch davon abhängen, wie gut man mit den Reifen haushalten kann."

Endlich auch beim Topspeed konkurrenzfähig

Dafür sieht er sich in Sachen Topspeed erstmals in Monza gut aufgestellt und damit für jeden Zweikampf bereit: "Wir sind nicht die Schnellsten auf der Geraden, aber auch nicht die Langsamsten." Ein großes Lob sprach er dabei seinem Team aus: "Das ist das Resultat stundenlanger Arbeit des Teams. Wir hatten Jahre, in denen wir ein gutes Auto hatten, aber kein Fahrzeug, das mit wenig Abtrieb konkurrenzfähig war." Das Team habe hier seine Hausaufgaben erledigt. "Dieser Kurs war immer ein Auf und Ab für uns, aber dieses Jahr ging es ganz klar nach oben!"

Mit einem Sieg in Monza könnte Sebastian Vettel einen weiteren Schritt in Richtung WM-Titel machen. Ob er den Titel wieder wie schon 2011 in Japan feiern will? "Das ist momentan viel zu weit weg", winkte er ab. "Wir konzentrieren uns jetzt erst einmal auf morgen. Hier gibt es das schönste Podium der ganzen Saison. Darauf liegt ganz klar der Fokus."

Daumen drücken für Nico Hülkenberg und Sauber

So sollen die Gegner den Red Bull auch im Rennen zu sehen bekommen, doch Vettel traut dem Braten noch nicht - Foto: Sutton

Zurück zum Qualifying: Ferrari hatte versucht, über eine Windschattentaktik Positionen gutzumachen. Vettel erklärte aber, warum diese Taktik eigentlich keinen Sinn macht: "Man spricht jedes Jahr mal wieder darüber, aber letztlich ist die Chance, dass man sich dabei in die Quere kommt, größer als der erlangte Vorteil." Es sei gerade in der Schlussphase des Qualifyings wichtiger, dass man mit der Spritmenge genau aufpasst und wirklich nur so viel Benzin im Tank habe wie nötig, als zusätzlichen Ballast mitzuschleppen, um dem Teamkollegen mit einem Windschatten auszuhelfen.

Große Begeisterung löste beim 26-Jährigen der dritte Startplatz von Nico Hülkenberg aus: "Herzlichen Glückwunsch, ich freue mich für ihn und sein Team! Es war sicherlich ein schwieriges Jahr für ihn nach dem Wechsel. Er hatte gehofft, dass Sauber so gut wäre wie letztes Jahr, aber das waren sie nicht. Ich hoffe für ihn, dass er seine Position halten kann und nicht zu weit zurückfällt." Doch nicht nur für seinen Landsmann freute er sich, sondern auch für sein ehemaliges Team: "Ich kenne noch viele Leute dort aus meiner Zeit bei BMW-Sauber und hoffe das Beste für sie."

Lediglich bei der Beobachtung der direkteren Konkurrenz war Vettel wohl etwas entgangen. Auf der Frage, was ihm zur schwachen Performance von Lotus einfalle, antwortete er: "Ich habe keine Ahnung, was da schiefgelaufen ist. Sie hatten ein großes Update für diese Strecke und eine massive Veränderung am Auto. Aber das ist wohl nicht deren Strecke." Scheinbar an ihm vorüber gegangen war die Meldung, dass Kimi Räikkönen gar nicht mehr in der Langversion des Lotus E21 sitzt...


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