Es klingt wie ein Märchen: Andreas Aigner findet mit gerade einmal 21 Jahren den Weg in die Rallye-WM. Das ist im Grunde genommen noch nichts Ungewöhnliches. Aber Aigner schaffte es auf eine Art und Weise, von der wahrscheinlich viele junge Leute träumen.

Aigner meldete sich auf ein Zeitungsinserat von Red Bull. Der Energiegetränkehersteller bot im Februar 2003 jungen Autofahrern in Österreich, Deutschland und der Schweiz die Chance ein Rallye-Auto zu steuern. In der Spontaneität hatte Aigner noch vergessen eine Kopie seines Führerscheins mitzuschicken, was er einige Wochen später nachholte. Dann hieß es warten - bis Januar 2004. Red Bull schickte dem Kfz-Mechaniker eine Zusage und die war der Grundstein für Aigners steilen Weg nach oben.

In den drei Ausscheidungsrunden setzte sich Aigner gegen 366 Fahrer durch und gewann mit Quirin Müller den Wettbewerb. Unter Anleitung erfahrener Piloten und Beifahrer – Raimund Baumschlager und Armin Schwarz sowie Klaus Wicha und Timo Gottschalk – lernte Aigner anschließend wie man ein Auto auf Asphalt oder Schotter bewegt, wie man die Streckenaufzeichnung, den Schrieb, erstellt, kurzum alles, was einem bei einer Rallye so unterkommt. Daneben gab es umfangreiche Fitness-Tests und ein von Dr. Bernd Pansold erstelltes Fitness-Programm zu absolvieren. Die Feuertaufe erfolgte im Juni 2004.

In diesem Jahr nahm Aigner bereits an vier WM-Läufen in der Gruppe N Wertung teil und erreichte in Zypern den sechsten und in Wales den siebten Platz. Und nächstes Jahr sitzt das "Ausnahmetalent", wie Baumschlager sagt, im WRC.

"Das ist kaum zu fassen, wie schnell das alles geht", sagte Aigner im Interview mit motorsport-magazin.com. "Es ist ein Traum. Einfach der Wahnsinn."

Dabei kam alles erst in den vergangenen Wochen zusammen. "Ich habe die Spekulationen im Internet und in den Medien mitverfolgt", sagte Aigner, der nun ein intensives Programm durchlaufen muss: "Mein Fitnesstraining ist in vollem Gange und ich werde in das Auto eingewiesen."

Aigner stehen also stressige Festtage bevor. Dennoch hat er mit Raimund Baumschlager und Armin Schwarz erfahrene Leute hinter sich, die ihm "viele nützliche Tipps geben". "Im Januar bestreiten wir einen Test und dann geht es zack zack zur Rallye Monte Carlo", schilderte Aigner, dem es vor allem darum gehen wird ein gutes Bild von sich abzugeben. "In der ersten Saisonhälfte werde ich versuchen ins Ziel zu kommen. Es ist unheimlich wichtig Erfahrung zu sammeln und Kilometer abzuspulen."