"Der Speed war da, was gefehlt hat, war das Glück." Dieses Fazit zog der 18-jährige Max Wissel, der am Nürburgring mehr als einmal eine Talentprobe ablegte, am Ende aber doch in beiden Rennen weitgehend unbelohnt blieb. Schon im Qualifying schien er ja im Auto des FC Basel, das von GU Racing eingesetzt wird, zumindest auf dem Weg in die erste Startreihe zu ein, als ihn ein Öldruckproblem im Halbfinale stoppte - nach einer fantastischen Zwischenzeit im ersten Sektor.
Im ersten Rennen gelang dann aus der zweiten Reihe zwar kein perfekter Start, doch zumindest Platz vier schien wieder in Reichweite, als an Wissels Auto plötzlich die Motorleistung nachließ: "Wir hatten da wohl zu viel Öl im System, wir haben von Panoz extra eine neue Messmethode bekommen, aber die war nicht exakt. Es war offenbar mehr drin, als angezeigt. Das wurde dann in die Airbox gedrückt, und dadurch war so viel Leistung weg, dass ich 1,5 Sekunden pro Runde verloren habe." Auch der Boxenstopp kam wohl ein paar Runden zu spät, "aber wir hatten das mal so geplant, um es auszuprobieren. Jetzt wissen wir auch, dass früher wohl besser ist - wie man bei einigen anderen gesehen hat."
Platz neun im ersten Rennen schuf freilich gar keine schlechte Ausgangsposition für den zweiten Lauf - und diesmal gelang Wissel nicht nur ein sehr guter Start, er schien sogar auf dem Weg zu einem möglichen Sieg zu sein, als der Defektteufel wieder zuschlug: "Das Gaspedal ist hängen geblieben, ich konnte zwar noch auskuppeln", der Ausrutscher war aber natürlich nicht mehr zu vermeiden, "und dann musste ich das Auto auch abstellen. 700 PS mit hängendem Gaspedal, das geht einfach nicht."

Zu diesem Zeitpunkt hatte der Alzenauer nach diesmal früherem Stopp auf Platz zwei gelegen, hinter dem AS Roma, "und den Toccacelo hätte ich sicher noch erwischt, selbst wenn er seinen Fehler nicht gemacht hätte. Ich war deutlich schneller als er. Ich glaube, dass insgesamt Dornboos und ich an diesem Wochenende die Schnellsten im Feld waren."
Der derzeit einzige Deutsche im Fahrerfeld der Superleague Formula kann sich jedenfalls eine längere Zukunft in dieser Serie durchaus vorstellen. "Ich bin vorher in der Formel Renault 200-PS-Autos gefahren, komme auf Anhieb mit den über 700 PS hier aber sehr gut zurecht. Das macht Mut - und speziell jetzt, wo wir gesehen haben, dass wir wirklich den Speed haben, um an der Spitze mitzumischen - auch gegen sehr erfahrene und etablierte Fahrer. Das Team hat einen Dreijahresvertrag mit der Superleague und ich denke mal, zwei Jahre kann ich da mindestens fahren, vielleicht sogar drei. Ich bin ja erst 18, ich habe alle Zeit der Welt."
In die Formel 3 will er in seiner weiteren Karriere jedenfalls nicht mehr zurück, "das wäre ein Rückschritt." Eventuell käme dann die GP2 in Frage, aber je nachdem, wie sich die Serie entwickle, kann er sich die Superleague bei entsprechenden Leistungen sogar als direktes Sprungbrett in die Formel 1 vorstellen: "Freilich muss man natürlich erstmal abwarten, wie das alles weitergeht - aber Potenzial scheint da zu sein."

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