Nach zwanzig Minuten des Qualifikationstrainings für den achten Lauf des Porsche Supercups auf dem Hungaroring bei Budapest hatte Jeroen Bleekemolen mit einer Runde von 1:48.516 Minuten die letztjährige Bestzeit um 1,2 Sekunden unterboten und sich zugleich – wie bereits in Monaco und am Nürburgring - an die Spitze des Feldes gesetzt. Dann aber begann für den Sieger von Monaco und Nürburgring das bange Warten. Denn Bleekemolen hatte seine beiden für das Wochenende zugelassenen Reifensätze gebraucht und konnte von der Boxenmauer nur noch untätig zusehen, wie seine Gegner Jagd auf die Bestzeit machten.
Zehn Minuten später rollte Tabellenführer Richard Westbrook aus der Boxengasse, fuhr die Reifen eine Runde lang an und attackierte dann Bleekemolens Pole Position, die er allerdings um fünf Hundertstelsekunden verpasste. Auch Damien Faulkner, aktuell in der Meisterschaft auf Position zwei, rannte vergeblich gegen die Zeit des Niederländers an. Mit knapp zwei Zehntel Sekunden Rückstand startet Faulkner das 16-Runden-Rennen von Platz drei. Neben Faulkner steht Jiri Janak in der zweiten Startreihe. Der Tscheche verzeichnet damit sein bislang bestes Trainingsergebnis im Porsche Supercup. Sowohl Faulkner als auch Janak fahren erstmals ein Rennen auf dem Hungaroring. Christian Menzel und Uwe Alzen stehen in Startreihe drei.
Die 17 schnellsten Fahrer unterboten Patrick Huismans Trainingsbestzeit aus dem Vorjahr. Richard Westbrook erklärt die enorme Zeitenverbesserung: "Die Zieleingangskurve erhielt einen neuen Belag. Wir können sie jetzt viel schneller fahren und kommen mit entsprechend höherem Tempo auf die lange Gerade."
Mit 15 von 28 Teilnehmern innerhalb einer Sekunde finden sich auch Topfahrer ungewohnt weit hinten in der Startaufstellung. Patrick Huisman als der aktuelle Meisterschaftsvierte kam über Platz elf nicht hinaus, der Tabellenfünfte Alessandro Zampedri startet als 14. Nicolas Armindo erscheint im Trainingsergebnis auf Platz 18. Alle berichteten über Schwierigkeiten, ihre Rennwagen auf den kurvenreichen Kurs, der durch herbeigewehten Staub ständig seine Charakteristik verändert, einzustellen.
Jeroen Bleekemolen (Startplatz 1):
Ich fahre zum ersten Mal hier, weshalb ich mich anscheinend auf die Strecke einschießen musste. Das dauerte ein wenig, erst mit dem zweiten Reifensatz fuhr ich meine schnellste Zeit – und hatte damit mein Pulver verschossen. Die anschließenden 25 Minuten hätte ich am liebsten gar nicht mehr hingeschaut. Hätte da einer noch eine schnellere Zeit geschafft, wäre ich wehrlos gewesen.
Richard Westbrook (Startplatz 2):
Das war ein toller Kampf! Wir haben mit dem zweiten Versuch vielleicht etwas zu lange gewartet, denn die Strecke wurde doch zusehends langsamer. Aber ich bin trotzdem happy: Ich stehe in Reihe eins, habe alle meine direkten Konkurrenten hinter mir, was bei den schlechten Überholmöglichkeiten hier ja bekanntlich sehr wichtig ist.
Damien Faulkner:
Mein erster Versuch mit Reifensatz eins war schon nicht übel – zwei Zehntel langsamer als die spätere Pole von Jeroen. Dann warteten wir lange und beobachteten unsere Gegner, vielleicht etwas zu lange. Mit dem zweiten Reifensatz wäre mir vielleicht noch eine Verbesserung gelungen, aber ich wollte zuviel: In der Zieleingangskurve war ich zu früh am Gas, das Auto stand quer und die Zeit war dahin. Trotzdem: Mein erstes Qualifying auf dem Hungaroring lief gut für mich.

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