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NASCAR Talladega 2019: Ryan Blaney gewinnt Big-One-Chaos-Rennen

Das zweite Playoff-Rennen der Round of 12 endete mit einem Sieg von Ryan Blaney. Das 31. Saisonrennen wurde wetterbedingt am Montag ab Stage 2 fortgesetzt.
von Stephan Vornbäumen

Motorsport-Magazin.com - Der 31. Saisonlauf war das fünfte Playoff-Rennen und das zweite von drei Rennen der 'Round of 12'. Es endete nach 188 Runden mit einem Sieg von Ryan Blaney auf dem Talladega Superspeedway. Es war bereits zum dritten Mal in dieser Saison ein Rennen, das auf einen Montag verschoben oder an einem Montag fortgesetzt wurde. An Dramatik war dieses Rennen kaum zu überbieten. Drei 'Big One' sorgten für ein Favoritensterben unter den zwölf Playoff-Fahrern. Das Chaos-Rennen endete mit einem Foto-Finish auf der Ziellinie. Blaney gewann zum ersten Mal in dieser Saison und in Talladega. Durch den dritten Karrieresieg ist der Penske-Pilot vorzeitig für die 'Round of 8' qualifiziert.

Der Start mit Polesetter Chase Elliott (#9) - Foto: LAT Images

Vor dem Start am Sonntag: Chase Elliot holt Superspeedway-Pole

Das Qualifying zum 31. Saisonrennen und zweiten Playoff-Lauf der 'Round of 12' auf dem Superspeedway in Talladega endete mit einen vierfachen Triumph für Hendrick Motorsports. Alle vier Piloten des Teams belegten mit Chevrolet-Power die ersten vier Plätze. Chase Elliott war der schnellste Fahrer mit 192.707 mph in 49.692 Sekunden. Es war die vierte Pole für Elliott in dieser Saison und der achte Pole Award in seiner Karriere. Nach 2016 steht der 23-Jährige zum zweiten Mal in Talladega auf dem besten Startplatz. Fünf der acht Pole Awards erzielte er auf den Highspeed-Ovalen in Daytona und Talladega. Ende April 2019 siegte Elliott beim letzten Rennen zum ersten Mal in Alabama.

Neben Elliott startet Alex Bowman und William Byron bildet mit Jimmie Johnson die zweite Startreihe. Die Top-10 komplettieren dahinter sechs Ford-Fahrer von Stewart-Haas Racing, Team Penske und Roush Fenway Racing. Platz fünf belegte Vorjahressieger Aric Almirola vor Brad Keselowski, Ricky Stenhouse Junior, Clint Bowyer, der sein 500. Cup-Rennen bestreiten wird, Ryan Blaney und Champion Joey Logano. Erst auf Position elf folgt mit Erik Jones der schnellste Toyota-Pilot. Bestplatzierter Rookie war Matt Tifft auf Rang 16. Denny Hamlin, der am Freitag im Training die schnellste Zeit des Wochenendes gefahren hatte, blieb nach Motorschaden ohne Zeit.

Start/Stage 1 am Sonntag: William Byron holt Stage-Sieg nach 55 Runden

Denny Hamlin begann das 500-Meilen-Rennen mit einem neuen Motor vom letzten Startplatz. Wetterbedingt wurde der Start um 15 Minuten vorverlegt. Dale Earnhardts Childress-Chevrolet mit der #3 drehte ein paar Ehrenrunden und dann erfolgte der Start. Polesetter Elliott führte mit seinen Teamkollegen das Feld in die erste Runde. Aber Keselowski schoss noch in Runde eins in Führung. Zwei Runden später übernahm Kyle Busch die Spitze, bevor die aktuelle #3 mit Austin Dillon in Führung ging. Erst Kurt Busch und Ryan Blaney konnten sich für längere Zeit auf Platz eins behaupten.

Ryan Blaney verpasst die Boxeneinfahrt - Foto: LAT Images

Nach 30 Runden war Single-File-Racing angesagt. In Runde 35 gab es die ersten Boxenstopps unter Grün, dabei flog Leader Blaney durch das Infield. Es gab allerdings keine Rennunterbrechung. Zwei Runden später sorgte Spencer Boyd, der schon sechs Runden Rückstand hatte, für die erste Caution. Glück für Blaney, denn er verlor dadurch keine Runde. Bei den Boxenstopps gab es den erwarteten gesundheitsbedingten Fahrerwechsel zwischen Paul Menard und Ersatzfahrer Matt Crafton.

In Runde 47 ging Polesetter Elliott zum ersten Mal in Führung. Rookie Hemric schnupperte kurz Führungsluft, während Erik Jones mit Reifenschaden Richtung Boxengasse abbog. Nach 55 Runden konnte William Byron nach vier Führungsrunden seinen zweiten Stage Sieg verbuchen. Logano belegte Platz zwei vor Bowman, Stenhouse, Keselowski, Kyle Larson, Johnson, Daniel Suarez, Blaney und Kurt Busch.

Stage 2 am Sonntag: Regenschauer sorgt für Rennunterbrechung und Abbruch

Die ersten Regentropfen fielen vom Himmel und die Fahrer parkten hinter dem Pace Car in der Boxengasse. Das Rennen wurde unterbrochen. Die Ausläufer der Gewitterfront zogen weiter über den Speedway hinweg und nach 90 Minuten Wartezeit wurde das Rennen auf den nächsten Tag verschoben.

Auch für die Zuschauer war es ungemütlich - Foto: LAT Images

Stage 2 am Montag: Restart um 20:03 Uhr MESZ

Nach Dover und Michigan musste bereits zum dritten Mal in dieser Saison ein Rennen auf einen Montag verschoben oder an einem Montag fortgesetzt werden. Mit Runde 57 von 188 wurde das erste Monday-Race in der Talladega-History mit der Conclusion Caution fortgesetzt. Keselowski musste mit einem Truck aus der Boxengasse geschoben werden. Blaney ging nach einem 2-Reifen-Stopp vor Byron und Bowman in Führung. Den Restart gewann Blaney vor seinem Teamkollegen Logano. Beim Toyota von Hamlin löste sich ein Hood-Flap. Anschließend führte entweder Logano die Ford-Show an, oder Elliott führte das Chevrolet-Geschwader an die Spitze.

Stage 2 am Montag: Clint Bowyer gewinnt unter Gelb nach 'Big One' in Runde 107

Dega-Rekordsieger Keselowski übernahm dann die Ford-Führungsrolle. Ab Runde 90 gab es die nächsten Stopps unter Grün. Nur zwölf Ford-Fahrer blieben länger auf der Strecke und kamen erst vier Runden später zum Service. Anschließend führte Almirola vor Keselowski und Bowman. Nur Kyle Busch mischte als einziger Toyota-Fahrer vorne mit. Es wurde ab Runde 100 sehr unruhig im Feld. In Runde 107 gab es den befürchteten 'Big One'. Bowman verlor seinen Chevrolet nach einem Kontakt durch Logano. Johnson und Larson konnten nicht ausweichen. Außerdem wurden Elliott, Hamlin und Truex getroffen. Bowyer gewann dadurch unter Gelb zum ersten Mal in 2019 eine Stage vor Logano, Keselowski, Austin Dillon, Suarez, Blaney, Chris Buescher, Kurt Busch, Byron und Kyle Busch.

Stage 3 am Montag: Vier Playoff-Fahrer mit Rundenrückstand

Für die involvierten Playoff-Fahrer Bowman, Truex, Larson und Hamlin war es ein herber Rückschlag, denn sie hatten nun zwischen zwei und sieben Runden Rückstand. Nach den Boxenstopps führte Keselowski beim Restart vor Harvick, Bowyer, Blaney und Logano. In Runde 122 gab es erneut Gelb nach Kontakt zwischen Bubba Wallace und Blake Jones. Die Führenden blieben auf der Strecke, der Rest machte einen Boxenstopp. Logano führte danach, bevor es in Runde 131 die fünfte Caution wegen Debris vom stark demolierten Toyota von Truex gab. Hamlin hatte Glück und bekam den 'Lucky Dog', während Teamkollege Truex weitere Reparaturarbeiten vornehmen musste.

Nach dem Restart lag plötzlich Stenhouse in Front. Auch Kyle Busch mischte vorne mit. Nach 153 Runden gab es zum sechsten Mal Gelb. Ausgerechnet Bowyer hatte an vierter Position liegend sein Auto verloren. Sein Ford stand unglücklich zwischen Strecke und Apron ohne Streckenkontakt der Hinterräder. Er musste abgeschleppt werden, während die Kontrahenten ihren vielleicht letzten Boxenstopp absolvierten. Nun führte Byron vor Buescher, Stenhouse und den Busch-Brothers. 30 Runden vor Rennende wurde es erneut sehr hektisch. Es ging um jeden Punkt für die zwölf Playoff-Teilnehmer.

Stage 3 am Montag: 'Big One' mit Titelverteidiger Joey Logano

19 Fahrer hatten bisher in Führung gelegen. Die siebte Rennunterbrechung war erneut ein 'Big One' mit Titelverteidiger Logano, der nach Dreher mit offener Motorhaube blind seine Crew ansteuerte. Byron, Suarez, Rookie Preece, Erik Jones, Ersatzfahrer Crafton, Kurt Busch, Austin Theriault und Joey Gase hatte es ebenfalls erwischt. Zuvor hatte Kurt Busch Byron am Heck getroffen und damit die Kettenreaktion ausgelöst. Jetzt hatte die Hälfte der Playoff-Fahrer Rundenrückstand oder stand in der Garage.

Mit 24 Fahrern in der Führungsrunde wurde das Rennen in Runde 169 fortgesetzt. Stenhouse war weiterhin der Leader vor Kurt Busch und David Ragan. Es ging sofort aggressiv weiter, allerdings nur zwei Runden, dann flog Suarez ab. Preece erhielt vor Logano den 'Lucky Dog'. Beim Restart waren noch 13 Runden zu fahren. Dann ging Kurt Busch in Führung vor Matt DiBenedetto, der plötzlich vorne auftauchte. Es wurde in zwei, teilweise drei Reihen um eine gute Ausgangsposition gekämpft.

Big One mit Salto von Brandan Gaughan - Foto: LAT Images

Stage 3 am Montag: 'Big One' Nummer 3 mit weiteren Playoff-Fahrern

Das Chaos ging in Runde 182 weiter: Stenhouse traf Kyle Busch, der sich in die Verfolger drehte. Dann spielte Brendan Gaughan, auf Rang zwei liegend, eine Hauptrolle, denn er flog mit einem Salto durch die Luft, der glimpflich endete. Es gab erneut Rot. DiBenedetto wurde hart getroffen, ebenso Ragan, Harvick, die Rookies Daniel Hemric und Preece, Stenhouse und Buescher.

Zielfoto - Foto: LAT Images

Stage 3/Ziel am Montag: Erster Saison-Sieg für Ryan Blaney

Blaney führte beim Restart vor Almirola, McDowell, Ty Dillon und Ryan Newman. Es waren noch zwei Runden bis zum Ziel. Blaney hatte den besten Start und ging in Führung liegend in die letzte Runde. Dann schob Hamlin Newman in Front. Blaney und Newman passierten nebeneinander die Ziellinie. Blaney holte den ersten Saisonsieg 2019 mit 0.007 Sekunden Vorsprung vor Newman. Dritter wurde noch Hamlin im Tape-Toyota mit 0.059 Sekunden Rückstand. Die Top-10 komplettierten Almirola, McDowell, Austin Dillon, Corey LaJoie, Elliott, Stenhouse und Ty Dillon. Nach der letzten Kurve flogen noch Parker Kligerman und Crafton ab.

Sieger Ryan Blaney - Foto: NASCAR

Offizielle Ergebnisse kommen am Dienstag


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