Wer gedacht hat, nur in der Formel 1 gibt es Proteste, wenn ein Team das technische Reglement etwas zu großzügig interpretiert haben könnte, der irrt. Vor Trainingsbeginn zum 24 Stundenrennen in Le Mans hat Peugeot Protest gegen des Design der Verkleidung am Audi R15 TDI eingelegt. Begründung ist, dass Teile an der vorderen Verkleidung illegale aerodynamische Vorrichtungen darstellen sollen. Deswegen verlangt der französische Hersteller nun eine Klarstellung der Regeln.

"Es sieht so aus, als ob zwei Merkmale am Audi R15 - die Konfiguration, die bei der technischen Abnahme für die 24 Stunden von Le Mans 2009 am 8. Juni gezeigt wurde - nicht mit Artikel 3.6.2 des technischen Reglements übereinstimmen. Der Flap, der die zwei Vorderflügel verbindet; die Zusätze innen an den Vorderflügeln", hieß es in einem Statement von Peugeot. Diese zwei Teile sind laut dem Hersteller Teil der Verkleidung, ihre einzige Aufgabe bestehe aber darin, Abtrieb zu generieren. "Diese Verkleidungs-Teile sollen als aerodynamische Teile fungieren. Da sie nicht in der Liste von erlaubten aerodynamischen Elementen auftauchen, die nach Artikel 3.6.2 zugelassen sind, sind sie verboten."

Peugeot Teamchef Olivier Quesnel betonte, dass man bereits bei den 12 Stunden von Sebring im März auf dieses Problem hingewiesen habe und den Weg vor die FIA nicht scheue, sollten die Stewards für Audi entscheiden. "Ich muss betonen, dass unser Vorgehen konstruktiv und nicht aggressiv ist. Wir wollen eine unklare Situation klarstellen, um klare, präzise Regeln für die Vorbereitung in der Zukunft zu haben. Alle Teilnehmer brauchen stabile, starke Regeln, die für jeden gelten und einen starken Dachverband, der Entscheidungen treffen kann. Wir wollen diese Sache zu einer Lösung führen, haben dabei aber nicht die Absicht, den Endurance-Rennsport zu schwächen, sondern ihn zu stärken", meinte Quesnel.