Dass Audi über den reinen Speed keine Chance hat, bei den 24 Stunden von Le Mans gegen die schnellen Peugeots anzukommen, war schon nach den ersten Testfahrten klar. "Wir können ihnen auf der Strecke nicht folgen, daher ist es sehr schwer gegen sie. Aber die Situation ist, wie sie ist", stellte Audi-Pilot Frank Biela im Gespräch mit dem TV Sender Speed fest. "Wir müssen einfach abwarten und die Chance ergreifen, wenn sie da ist."
Eine erste Chance scheint sich für Audi nach gut zwei Rennstunden ergeben zu haben. Nach 38 Runden musste der bis dahin deutlich führende Peugeot mit der Startnummer 8 zu einem ersten längeren Stopp in die Boxengasse abbiegen und verlor dort fast fünf Runden auf die neue Spitze. Zuvor fuhr Stephane Sarrazin die schnellsten Zeiten im Feld, konnte sich Runde für Runde von seinen Verfolgern absetzen und eine Minute Vorsprung herausfahren. Dann zwangen ihn vermutlich Probleme mit der Elektronik zu einem langen Halt und man fiel bis auf Position 28 zurück.
Peugeot weiter vorne, Audi knapp dahinter
Da auch bei den anderen beiden Boliden des französischen Herstellers nicht alles perfekt lief, konnte sich Allan McNish wieder an die Spitze setzen. Der Schotte saß seit dem Start im R10 und dreht unaufhörlich seine Runden - selbst ein kleiner Kontakt mit einem Aston Martin brachte den Routinier nicht aus dem Konzept. Erst nach 47 Runden und einer Fahrzeit von 2:47 Stunden übergab McNish das Steuer an seinen Kollegen Dindo Capello.
So musste man die Führung zwar wieder an Peugeot abgeben, die nach drei Rennstunden mit der Startnummer 7 und Marc Gené führen, hat aber mittelfristig die besseren Karten: der R10 wird erst in einer knappen Stunde zum nächsten Tankstopp hereinkommen müssen. Auf den Positionen drei und vier folgen je ein Peugeot und ein Audi. Auch die Vorjahressieger im dritten R10 halten sich weiterhin unter den Top-Fünf.
Nach knappen zwei Stunden kam es zum ersten größeren Unfall von einem der Top-Teams. Beim Anbremsen zur zweiten Kurve erwischte es ausgerechnet das Charouz-Team, welches sicher unter den besten Zehn lag. Kurz nachdem Stefan Mücke das Steuer an Jan Charouz abgab, drehte sich eben dieser und schlug in die Reifenstapel ein. Zwar konnte der Tscheche aus eigener Kraft an die Box zurückkehren, man wurde allerdings weit nach hinten gereicht und liegt nun nur noch im hinteren Teil des Feldes. Bester Benziner ist momentan der japanische Dome mit Ito, gefolgt vom Oreca-Courage und dem schnellsten Pescarolo.

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