Zunächst führt die Reise nach Südamerika. Am Sonntag stehen die ersten beiden Rennen der Saison an. 21 Fahrer haben sich auf den Weg gemacht, um den Meistertitel in insgesamt 22 Rennen unter sich auszumachen. Den Favoritenkreis kann man allerdings auf eine halbes Dutzend Fahrer beschränken.

BMW ist der große Favorit

BMW zählt schon seit Jahren zu den stärksten Herstellern in der WTCC. Dies sollte sich auch in dieser Saison nicht ändern. Die Münchner konnten ihre Autos um je 15 Kilogramm erleichtern und sind jetzt nur noch 15 Kilo schwerer als die frontgetriebene Konkurrenz. Zwar wird in dieser Saison nur noch das zweite Rennen stehend gestartet, trotzdem sollten die Weiß-Blauen durch das verminderte Gewicht einen großen Vorteil haben.

Auch das Fahrerquintett von BMW kann sich sehen lassen. Mit Andy Priaulx haben die Münchner nicht nur den zweifachen amtierenden Meister an Bord, sondern auch Jörg Müller, Alex Zanardi und die beiden Neuzugänge Felix Porteiro und Augusto Farfus. Vor allem Müller ist motivierter den je. "Ich habe die Saison 2006 mit einem Sieg in Macau beendet und bin überzeugt, dass unser Paket stark genug ist, um in diesem Jahr von Anfang an ganz vorne mit dabei zu sein. Es ist mein Ziel, es Andy Priaulx schwer zu machen, seinen dritten Titel zu gewinnen", so der Hückelhovener.

Dass Farfus ein heißer Kandidat für Siege ist, hat der Brasilianer schon in den vergangenen Jahren unter Beweis gestellt. Wenn Farfus 2007 weniger Fehler macht und nicht mehr so ungestüm zu Werke geht, hat auch er gute Chancen auf den Titel. Beim Saisonstart in Curitiba muss man auf jeden Fall mit ihm rechnen. "Natürlich ist es etwas Besonderes, dass die Saison ausgerechnet in meiner Heimatstadt beginnt. Ich freue mich sehr darauf. Curitiba ist eine ziemlich schnelle Strecke, die meinem Fahrstil grundsätzlich sehr entgegenkommt", sagt Farfus, der 2006 in Brasilien auf der Pole-Position stand.

Seat, Alfa und Chevrolet jagen BMW

Größter Gegner von BMW wird auch in diesem Jahr Seat sein. Ein großes Fragezeichen steht allerdings hinter den Werkspiloten der Spanier. Yvan Muller und Gabriele Tarquini sind zwei der Fahrer, die schon Rennerfahrung im Leon haben sammeln können. Auch Jordi Gené war schon für Seat unterwegs, hat aber nur einen losen Vertrag für die ersten Rennen. Statt Peter Terting oder Rickard Rydell, die im vergangenen Jahr mit guten Leistungen überzeugen konnten, hat Sportchef Jaime Puig Michel Jourdain für das vierte Cockpit verpflichtet. Der Amerikaner war in den letzten Jahren in der Champ Car-Serie und bei NASCAR-Rennen unterwegs.

Ab dem zweiten Rennwochenende in Zandvoort bekommen die vier oben genannten Fahrer Unterstützung. Der ehemalige Formel 1-Pilot Tiago Porteiro hat einen Vertrag mit Seat geschlossen und wird ebenfalls einen werksunterstützten Leon fahren. Monteiro geht nicht unvorbereitet in die Saison - schon im Januar hat er in Valencia für Seat getestet.

Mit nur noch zwei Fahrzeugen ist Alfa Romeo in der WTCC vertreten. Beide 156 werden, wie schon 2006, von N.technology auf privater Basis eingesetzt. Abgesehen von den Boliden hat sich bei N.technology viel getan. Sowohl James Thompson als auch Olivier Tielemans sind neu im Team.

Bei den hellblauen Chevrolets hat sich ebenfalls einiges verändert. Zwar gehen mit Alain Menu, Nicola Larini und Rob Huff die selben Piloten an den Start wie in der letzten Saison, doch das Auto wurde im wahrsten Sinne des Wortes umgekrempelt. Neben Änderungen bei den Dämpfern und der Hydraulik hat man auch die Lackierung überholt - und spart so ganze fünf Kilogramm.

Die beiden ersten Rennen der Saison 2007 starten am Sonntagsnachmittag deutscher Zeit. Erst dann wird sich zeigen, wer im Winter seine Hausaufgaben am besten gemacht hat. Aber eines ist allen klar - der Titel wird nicht in Brasilien vergeben, sondern erst beim Saisonfinale in Macau. Doch das ist eine andere Geschichte…