Das Wochenende in Zandvoort verlief überhaupt nicht, wie ich es mit vorgestellt habe. Statt meine Führung in der Meisterschaft festigen zu können, ist es jetzt enger als vorher.

Am Samstag bin ich von Platz vier aus ins Rennen gegangen und hatte leider keinen ganz so guten Start. Ich habe vor der ersten Kurve gleich einmal zwei Plätze verloren. Ich befand mich dann aber auf der inneren Seite und konnte dadurch wieder auf meine ursprüngliche Position nach vorne fahren. Im Anschluss kam ich auch noch auf Platz drei nach vorne. Bis ins Ziel war dann aber nicht mehr möglich und damit holte ich mir zumindest einen Platz auf dem Podest. Florian Gruber war auf vier genau hinter mir und hat mir auch Druck gemacht. Ich konnte ihn aber zum Glück in Schach halten und habe dadurch zumindest im ersten Rennen mehr Punkte geholt als er. Zu Beginn konnte ich den Speed der Spitze einfach nicht mitgehen, zur Mitte des Rennens lief es dann besser und zum Schluss war ich wieder dran. Leider ergab sich nie die Möglichkeit zum Überholen. Das Rennen war nicht wirklich spektakulär.

Total daneben

Das Rennen am Sonntag ging total daneben - es war echt zum Vergessen. Von Platz sechs aus hatte ich einen relativ normalen Start. Mein Teamkollege Daniel Bauer stand auf zwei und kam beim Start fast nicht weg und ich musste nach links ziehen, um auszuweichen. Dadurch war ich in der ersten Kurve außen, habe einige Plätze verloren und war dann nach der ersten Runde wieder auf Platz sechs. Nach hinten hatte ich zwar sehr viel Luft, aber auf einmal war Thomas Marshall, der Teamkollege von Florian Gruber, vor mir. Er hatte weiter vorne einen Fehler gemacht und sich direkt vor mir wieder eingereiht. Ein wenig später wurde mir das leider zum Verhängnis, als ich mich in der Tarzankurve verbremste und ihm voll ins Heck rauschte. Nach dem kleinen Zusammentreffen habe ich mich dann neben ihn gesetzt und er hat mich mit voller Absicht abgeschossen. Das sage ich jetzt nicht einfach nur so, sondern das hat mir Thomas selbst gesagt. Er war noch sauer wegen der Geschichte auf dem Nürburgring und wegen dem Rempler kurz zuvor. Danach ging dann gar nichts mehr. Ich konnte das Auto zwar noch abfangen, bin aber auf Position zwölf zurückgefallen. Mein Seat hatte vorne einiges abbekommen und die Spur war auch verstellt. Zu allem Unglück habe ich mich dann auch noch verbremst und bin ausgeritten. Zumindest habe ich für den schlussendlich elften Platz noch einen Punkt bekommen.

Nichts als Gischt

Das Problem am Sonntag war, dass ich durch den Regen und die Gischt fast nichts gesehen habe und dadurch nicht richtig pushen konnte. Ich konnte nur raten, wie ich am besten durch die Kurven komme. Aus dem Auto heraus habe ich fast nichts gesehen. Nur in einem Bereich, der in etwa so groß war wie ein DIN A4-Blatt, habe ich etwas durch meine Windschutzscheibe gesehen. Der Rest war nass und neblig. Zusätzlich zu dem kleinen Sichtfenster in der Frontscheibe habe ich noch die Seitenscheibe runter gedreht, da konnte ich wenigsten noch die Seitenbegrenzung sehen. Daran habe ich mich dann orientiert. Ich habe nicht im Traum daran gedacht, den Scheitelpunkt der Kurve zu sehen. Da ist an ein Nach-vorne-Kommen natürlich auch nicht zu denken.

Durch dieses miese Wochenende habe ich jetzt gleich zwei Gegner, die in der Meisterschaft auf ihre Chance lauern. Fredy Barth hatte ich ja schon am Nürburgring in den engeren Kreis der Titelkandidaten einbezogen und der ist mir jetzt sogar noch näher gekommen. Florian Gruber ist sogar noch vor Fredy und mir mittlerweile bedrohlich nahe. Florian und Fredy sind zwei Gegner, die ich auf keinen Fall aus den Augen lassen darf. Dadurch musste ich jetzt auch meine Strategie für die kommenden Rennen ändern. Ich hatte ja eigentlich gehofft, mich aufs Punkte sammeln konzentrieren zu können. Doch jetzt muss ich angreifen. Sechs Punkte sind kein großes Polster.