Aufregende Rennen lieferten die beiden Läufe 15 und 16 zur britischen Formel-3-Meisterschaft in Brands Hatch zwar nicht, dafür aber zwei zweite Plätze für den Deutschen Maro Engel, im ersten hinter Meisterschaftsleader Mike Convay (Räikkönen Robertson Racing), im zweiten hinter seinem Carlin-Teamkollegen Oliver Jarvis.

"Einerseits war das zwar wirklich ein Superergebnis, vor allem nach den Problemen, die ich zuletzt in Silverstone hatte. Andererseits bleibt schon ein bisschen Wehmut, weil ich in beiden Rennen ja ganz knapp dran war und wahrscheinlich auch hätte schneller fahren können als der Sieger - aber hier auf dieser Strecke ist es unmöglich zu überholen, wenn man nicht mindestens eine Sekunde pro Runde schneller ist. Durch die vielen schnellen Kurven ist es einfach nicht möglich, wirklich dicht genug auf den Vordermann aufzufahren, weil man zu viel Downforce verliert. Quintessenz ist - man muss auf Pole stehen. Ich bin zwar immer noch nur Vierter in der Meisterschaft, aber mit Kontakt nach vorn - ich hoffe, ich kann jetzt noch um den Vizemeister-Titel mitkämpfen."

Von dem gleichen Thema konnte auch Bruno Senna ein Lied singen. Nach zwei alles andere als optimal verlaufenen Qualifyings mit zweimal Startplatz fünf nützte aller vorhandener Speed nichts mehr, den der Brasilianer in Brands Hatch vor allem am Freitag beim Testen zeigte, als er der Konkurrenz Traumzeiten um die Ohren knallte.

Ein relativ schlechter Start im ersten Rennen sorgte noch für zusätzliches Ungemach. Am Ende blieben nur die Plätze sieben und fünf, Bruno musste seinen zweiten Meisterschaftsrang hinter Conway an Oliver Jarvis abtreten, der jetzt mit 176 Punkten um 13 Zähler vor ihm liegt.

"Manche Leute fahren hier so langsam, dass sie nicht mal einen Fehler machen", kommentierte er die Tatsache, dass er im ersten Lauf das ganze Rennen über von James Jakes blockiert wurde. "Und im zweiten waren meine Reifen dann schon ziemlich schlecht, da war das Auto nicht mehr ganz so schnell. Aber ich werde alles dransetzen, mir den zweiten Platz so schnell wie möglich wieder zu holen. Schließlich weiß ich, dass der ganze Ärger hier nur von dem schlechten Samstag kam."

Wenigstens einen Grund zur Freude hatte Bruno, als er den Sieg von Felipe Massa in Istanbul am Fernseher miterlebte: "Ich habe mitgefiebert und ihm nachher gleich einen Glückwunsch auf seine Mailbox gesprochen. Er ist ein tolles Rennen gefahren."