Vor der Sommerpause gibt die American Le Mans Series noch einmal Gas. Nur eine Woche nach ihrem ersten Auftritt in Salt Lake City startet die Rennserie mit den schnellsten Sportprototypen der Welt am Samstag in Portland im US-Bundesstaat Oregon in die zweite Saisonhälfte. Bei Porsche ist alles im grünen Bereich: Nach drei Klassensiegen in Serie fahren die RS Spyder in der LMP2-Klasse auf Titelkurs.
Auch nach dem spannendsten Rennen der Saison, bei dem die Sportprototypen aus Weis-sach in Salt Lake City über weite Strecken vor den leistungsstärkeren LMP1-Boliden in Führung lagen, musste alles sehr schnell gehen. Während die erfolgreichen Porsche-Fahrer noch bei der Siegerehrung gefeiert wurden, herrschte im Fahrerlager bereits Aufbruchstimmung. Die gesamte Ausrüstung wurde in Kisten verpackt und zusammen mit Rennautos und Ersatzteilen in den drei Trucks von Penske Motorsports verstaut. Noch in der Nacht machten sich die riesigen Fünfachser auf die Reise in das 1.250 Kilometer entfernte Portland im Nordwesten der Vereinigten Staaten.
Im sechsten Saisonrennen der American Le Mans Series auf dem 3,13 Kilometer langen Portland International Raceway sind zwei RS Spyder am Start, die von Penske Motorsports im Auftrag von Porsche eingesetzt werden. Sascha Maassen (Belgien) und Lucas Luhr (Mo-naco), die in Salt Lake City ihren ersten Klassensieg der Saison feierten, fahren den RS Spyder mit der Startnummer 6. Das Schwesterauto mit der Startnummer 7 teilen sich Timo Bernhard (Dittweiler) und Romain Dumas (Frankreich).
Vor dem Start in die zweite Saisonhälfte hat Porsche allen Grund zur Zuversicht. "Wir liegen voll im Plan", sagte Porsche-Motorsportchef Hartmut Kristen, der die Ziele für diese Saison so umriss: "Erstens wollen wir die Meisterschaft in unserer Klasse gewinnen, zweitens interessierten Kundenteams das Potenzial unseres RS Spyder für die Saison 2007 demonstrieren und drittens wollen wir mit unserer Rückkehr in die Sportprototypen-Szene natürlich auch die Spannung und Dramatik dieser Rennen erhöhen. Bisher ist unsere Strategie in allen Bereichen voll aufgegangen."
Die Chancen, dass die Erfolgsserie weiter anhält, stehen gut. Schließlich feierte Porsche zuletzt drei Klassensiege in Serie, wobei der RS Spyder in Mid-Ohio und Lime Rock nach der absoluten Trainingsbestzeit von der Spitze des Feldes ins Rennen startete. Die Pole Position in seiner Klasse ging in allen fünf bisher ausgetragenen Saisonrennen an den RS Spyder, der in Lime Rock und Salt Lake City zudem noch mit der absolut schnellsten Renn-runde überzeugte. Der Höhepunkt der ersten Saisonhälfte aber war das Rennen in Mid-Ohio, als Porsche bei seinem Doppelsieg die gesamte leistungsstärkere Konkurrenz distanzierte und damit für ein Novum in der American Le Mans Series sorgte.
In der Meisterschaft der LMP2-Klasse liegt Porsche ebenso in Führung wie Penske Mo-torsports bei den Teams. Sascha Maassen und Lucas Luhr trennt nur noch ein Punkt von der Spitze. In der GT2-Klasse, in der modifizierte Seriensportwagen am Start sind, holten Porsche-Kundenteams mit dem 911 GT3 RSR in dieser Saison bisher drei Siege. Spitzenrei-ter Johannes van Overbeek (USA), der mit Teamkollege Wolf Henzler (Nürtingen) im 911 GT3 RSR von Flying Lizard Motorsports in Mid-Ohio siegte, will seine Führung in Portland weiter ausbauen. Die stärksten Konkurrenten kommen dabei aus dem eigenen Lager: Jörg Bergmeister (Langenfeld) und Patrick Long (USA) gewannen mit dem 911 GT3 RSR von Petersen Motorsports/White Lightning Racing in Lime Rock, Mike Rockenfeller (Monaco) und Klaus Graf (Dornhan) waren für Alex Job Racing in Houston erfolgreich.

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