Die Franzosen Romain Grosjean und Guilaume Moreau belegten zwar beim zweiten Meisterschaftslauf der britischen Formel 3 in Pau die beiden ersten Plätze - doch Mike Conway sicherte sich als Dritter im offiziellen "Grand Prix von Pau" hinter den beiden Gaststartern die vollen 20 Meisterschaftspunkte, dazu noch einen für die schnellste Rennrunde - und jagte so seinem Teamkollegen bei Räikkönen Robertson Racing, Bruno Senna, mit jetzt 86 zu 79 Punkten erstmals in diesem Jahr die Meisterschaftsführung ab. Dritter hinter den beiden ist jetzt wieder der Deutsche Maro Engel mit 57 Zählern.

Engel hatte am Sonntag Abend noch bis 22 Uhr bei den Sportkommissaren ausgeharrt - dann aber zumindest die Befriedigung bekommen, dass Guilaume Moreau für seinen "Abschuss" gegen ihn auf den sechsten Platz zurückversetzt wurde, Maro war damit im Gesamtklassement dann Fünfter: "Das bringt mir zwar punktemäßig nichts, aber es geht ums Prinzip. Er gehört zumindest in dem Rennen einfach hinter mich."

Seinen Wunsch, auch in der Gesamtwertung aufs Podium zu kommen, konnte sich Engel zwar auch am Montag nicht erfüllen, und dass sich der Niederländer Yellmer Burmaan am Start noch zwischen Conway und ihn schieben konnte, stand auch nicht unbedingt auf dem Programm. Dennoch - Fünfter im Gesamtklassement, wieder Dritter in der Meisterschaftswertung - Engel war mit dem Wochenende nicht unzufrieden: "Ich habe zweimal sehr solide gepunktet, mich im Spitzenfeld der Meisterschaft etabliert, darauf kann man jetzt gut weiter aufbauen."

Bruno Senna konnte sich nach seinem verpatzten Qualifying, als er keine einzige freie Runde erwischte und nur 14. wurde, nur noch bis auf Platz zehn insgesamt, Platz sieben in der Meisterschaftswertung, nach vorne kämpfen: "Ich bin ja schon als 13. gestartet, weil nach dem Startcrash gestern ein Auto nicht mehr repariert werden konnte, einen habe ich am Start überholt, zwei haben sich dann berührt, dabei bin ich vorbeigekommen, aber sie sind dann sowieso raus gefallen - dann bin ich sehr schnell auf meinen Teamkollegen Stephen Jelley aufgelaufen. Aber dann war Ende. Ich war zwar bestimmt eine Sekunde schneller als er, aber er hat mir eben immer wieder mit aller Gewalt die Tür zugemacht, es ging einfach nicht, vorbeizukommen, wenn ich nicht nachgegeben hätte, hätte es mindestens dreimal gekracht."

So musste er sich mit vier Punkten begnügen und seinen Teamkollegen Conway um sieben Zähler an sich vorbeiziehen lassen. "Es war sicher kein sehr glückliches Wochenende, aber was mich tröstet ist, dass ich ja nicht wirklich zu langsam war. Wann immer ich mal frei fahren konnte, habe ich die gleichen Zeiten wie die Spitze erzielt - schließlich bin ich trotzdem in beiden Rennen die zweitschnellste Runde aller Meisterschaftspiloten gefahren. Es war halt viel Pech dabei, aber ich habe an diesem Wochenende auch wieder sehr viel gelernt. Sieben Punkte Rückstand sind noch nicht die Welt - und ich werde sicher jetzt bei den nächsten Rennen voll angreifen, um das wieder umzudrehen."