Christian, Jens, Nico, Peter, René und Tim - man könnte meinen, Deutschland hat eine neue Boygroup. Doch weit gefehlt. Mit Singen und Tanzen hat dieses Sextett wenig im Sinn. Alle sechs verfügen vielmehr über ein ausgesprochen sensibles Popometer und sind besonders talentierte Nachwuchs-Rennfahrer. Genau deshalb sind sie 2006 auch Förderkandidaten der Speed Academy, der Rennsport-Nachwuchsförderung der Deutschen Post, und kämpfen um insgesamt 240.000 Euro Preisgeld. Aber Musikwünsche haben sie natürlich trotzdem, die sechs schnellen Boys der Speed Academy. Und zwar ziemlich spezielle.

Allen voran Peter Elkmann, mit 24 der "Senior" im Förderkader der Deutschen Post. Er steht auf Red Hot Chili Peppers, Foo Fighters und Gitarrenrock von Kasabian. Tim Sandtler hingegen, in diesem Jahr in Europas härtester Nachwuchsklasse, der Formel 3 Euroserie, am Start, mag es gern etwas britisch-stilvoller. Konsequenterweise ist er eingeschworener Robbie Williams Fan. Und selbst der 15-Jährige Jens "Jenson" Klingmann, Nesthäkchen unter den Speed Academy Fahrern, hat feste Vorlieben. Entweder hart soll es sein, am besten von AC/DC, oder softer von James Blunt oder John Frusciante.

Keine Gang ohne Rapper. Was im Alltag gilt, gilt auch für die Speed Academy. Also wird im Hause Vietoris gerappt. Christian Vietoris, Formel BMW Pilot, bevorzugt dabei Tracks von Notorious B.I.G. oder D12. Und steht damit wohl in direktem Kontrast zu René Rast, dem einzigen der sechs, der bei seinen Tourenwagen-Rennen ein Dach über dem Kopf hat. Er setzt im Autoradio auf musikalische Bandbreite. Die Black Eyed Peas dürfen es sein, Die Toten Hosen genauso oder je nach Stimmung auch mal Xavier Naidoo.

Nur Speed Academy Förderkandidat Nummer sechs, Nico Hülkenberg, scheint mit Musik wenig im Sinn zu haben. Dafür ist er in seiner eigentlichen Disziplin, dem Rennsport, nachgewiesenermaßen ganz weit vorne. Schließlich gewann er letztes Jahr nicht nur überlegen die Speed Academy, sondern wurde auch Meister in der Formel BMW ADAC Serie.

Eine gemeinsame Musik-Session mit Deutschlands besten Nachwuchs-Piloten dürfte nach Stand der musikalischen Dinge also wohl schwierig sein. Aber gemeinsam freuen wollen sich die schnellen Sechs dieses Jahr schon. Und zwar immer dann, wenn einer von ihnen auf irgendeiner Rennstrecke einen Sieg nach Hause gefahren hat. Ganz gleich, welche Musik er zur Einstimmung aufs Rennen gehört hat.