Die Tourenwagen-Weltmeisterschaft 2005 ist vorüber. Sind Sie mit dem Saisonverlauf zufrieden?

Mario Theissen: Die FIA WTCC hat ein erfolgreiches Comeback gefeiert. Dass die Meisterschaft erst beim Saisonfinale entschieden wurde und bis zuletzt drei Fahrer Chancen auf den Titel hatten, ist ein Beleg für die Ausgeglichenheit in dieser Serie. Im Vergleich zur Tourenwagen-EM der vergangenen Jahre konnte das Niveau erheblich gesteigert werden. Entsprechend ist auch die Resonanz beim Publikum gewachsen.

Was freut Sie mehr: der Gewinn des Fahrer- oder des Herstellertitels?

Mario Theissen: Für BMW ist es ein fantastisches Ergebnis, beide WM-Wertungen für sich entschieden zu haben. Nicht vergessen darf man auch Marc Hennerici, der in einem BMW 320i den Sieg in der Independents Trophy erringen konnte. Naturgemäß genießt der Fahrertitel unter den Piloten höchste Priorität. Umso mehr freut es mich, dass in Andy Priaulx einer unserer Fahrer das Rennen gemacht hat. Natürlich ist für uns auch der Herstellertitel von großer Bedeutung. Bereits in der ETCC 2003 und 2004 beendeten wir die Saison in dieser Wertung auf dem Spitzenplatz. Dass wir diesen Erfolg nun auch in der WM erreichen konnten, zeigt die Stärke des BMW 320i.

Wie beurteilen Sie die Leistung von Andy Priaulx?

Mario Theissen: Seit seinem ersten Start in der ETCC im Jahr 2003 hat uns Andy mit konstant guten Leistungen überzeugt. Im vergangenen Jahr sicherte er sich den EM-Titel und behielt wie auch in diesem Jahr im Kampf mit Dirk Müller die Oberhand. Er verfügt über ein großes technisches Verständnis und arbeitet mit seinen Ingenieuren unermüdlich an der Verbesserung seines Autos. Das zeichnet ihn aus. Gepaart mit seinem fahrerischen Können, seiner Konstanz und der Unterstützung des RBM-Teams hat ihm diese Eigenschaft verdient den Titel eingebracht.

Zwei Mal wurde bisher eine Tourenwagen-Weltmeisterschaft ausgetragen, jeweils gewann ein BMW.

Mario Theissen: Ja, 1987 fuhr Roberto Ravaglia auf einem BMW M3 den Titel ein. Seither hat sich im Tourenwagensport viel verändert, Roberto ist jedoch als Teamchef vom BMW Team Italy-Spain noch immer erfolgreich dabei. Er kann stolz auf das sein, was seine Fahrer Alessandro Zanardi und Antonio Garcia in diesem Jahr erreicht haben. Alessandro gewann in Oschersleben seinen ersten WM-Lauf und hat damit für einen Höhepunkt des Jahres gesorgt.

Was erwarten Sie im kommenden Jahr von der FIA WTCC?

Mario Theissen: Wir sehen mit Spannung dem ersten Renneinsatz des neuen BMW 320si entgegen. Ich bin überzeugt, dass dieses Auto an die lange Erfolgsgeschichte des BMW 3er im Tourenwagensport anknüpfen wird. Aus organisatorischer Sicht wird sich Einiges ändern. So tritt die WTCC 2006 nicht mehr gemeinsam mit der FIA GT Meisterschaft an. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Veränderung auswirkt. Insgesamt hat die Meisterschaft ein großes Potenzial, das es weiter auszuschöpfen gilt.