Die deutschen Piloten haben das "European Masters" des SEAT León Supercopa auf dem Circuit de Catalunya bei Barcelona dominiert. Das Kräftemessen der jeweils vier besten Piloten aus Deutschland, Spanien, Großbritannien und der Türkei gewann der deutsche Vizechampion Florian Gruber mit einem ungefährdeten Start-Ziel-Sieg.

Platz zwei eroberte Bastian Kolmsee, der sich vom vierten Startplatz nach vorne gekämpft hatte. Champion Thomas Marschall komplettierte den deutschen Dreifachsieg mit Rang drei.

Lohn für Florian Gruber ist ein Gaststart im SEAT Werksteam der FIA Tourenwagen-Weltmeisterschaft (WTCC). Am Rande des Europafinales präsentierte SEAT auch das Einsatzauto für die Supercopa-Saison 2006: Der neue León mit noch aggressiverer Optik leistet 280 PS und verfügt über ein Direktschaltgetriebe (DSG).

Der Sieger

Der Shooting-Star der Saison 2005 im Seat Leon Supercopa hat es beim großen internationalen Finale in Barcelona noch einmal allen gezeigt: Florian Gruber aus Aham in Niederbayern gewann am Sonntag überlegen das European Masters dieser Rennserie, die in Spanien, Deutschland, Großbritannien und der Türkei ausgetragen wird.

Beim Aufeinandertreffen der jeweils vier besten Fahrer der nationalen Wettbewerbe schaffte der 22-Jährige einen lupenreinen Start-Ziel-Sieg und lag am Ende 1,637 Sekunden vor dem Zweitplatzierten Bastian Kolmsee. Gruber, der bei HG Müller Sports unter Vertrag steht, freute sich nach dem Erfolg überschwänglich: "Das ist Wahnsinn, ich kann das noch gar nicht glauben. Heute hat einfach alles gepasst."

Der junge Niederbayer hatte schon im freien Training seine Topform angedeutet. In der Qualifikation am Sonntagmorgen legte er dann bei strömendem Regen den Grundstein für seinen späteren Erfolg, denn die große Nachwuchs-Hoffnung sicherte sich schon hier überlegen die Pole Position mit einem Vorsprung von 1,3 Sekunden auf den Zweitplatzierten Tom Ferrier aus Großbritannien.

Grubers schärfster Kontrahent aus der deutschen Serie, Thomas Marschall, startete nur von Rang drei. Mit dieser Ausgangsposition wurden dem HG Müller Sports-Piloten schnell die Siegchancen bewusst: "Auf dieser Grand-Prix Strecke ist überholen nur sehr schwer möglich, deshalb hab ich mir gute Chancen ausgerechnet, aber auf der regennassen Fahrbahn kannst du auch ganz schnell raus sein."

Bei Rennbeginn hatten sich die Regenwolken zwar verzogen, doch die Fahrbahn des Circuit de Catalunya blieb bis zum Schluss nass und schmierig. Gruber fuhr aber souverän vor dem Feld, in dem sich der von Position vier gestartete Kolmsee noch bis auf Rang zwei vorkämpfte. Mit Gruber, Kolmsee und Marschall landeten schließlich drei deutsche Fahrer auf dem Podium und machten diesen Erfolg auch zu einem deutschen Triumph. Der vierte deutsche Vertreter Daniel Bauer erreichte immerhin noch Rang sechs.

Rennsieger Florian Gruber darf sich nun auf einen Gasteinsatz im Seat-Werksteam bei der Tourenwagen-Weltmeisterschaft 2006 freuen. Der Kommentar seines Teamleiters Hansgünther Müller zu Grubers Leistung: "Ich wusste, dass Florian es drauf hat, ganz vorne mitzufahren. Über die ganze Saison hat er ein konstant hohes Niveau abgerufen, spätestens jetzt wurde er dafür belohnt."