Es war der Europa GP des Jahres 1985, als sich in Brands Hatch ein Löwe erhob und erstmals siegreich in der Formel 1 brüllte. In seinen 15 Jahren in der Königsklasse des Motorsports sollte Nigel Mansell noch 30 weitere Male ganz oben auf dem Siegerpodest stehen. Aber nur einmal, im Jahr 1992, krönte er sich selbst als F1-Weltmeister zum unumstrittenen König der Löwen.

Der 6. Oktober des Jahres 1985 begann mit einem Demonstrationsflug historischer Kampfflugzeuge durchaus stilecht. Denn von der Mentalität her sind Jagdflieger und Grand Prix Piloten gar nicht so verschieden.

Den McLaren mit der Startnummer 1 des amtierenden Weltmeisters Niki Lauda fuhr an jenem Sonntag dessen jahrelanger Nummer 2-Pilot John Watson. Der Österreicher laborierte an einer Handverletzung. Doch selbst der dreifache Weltmeister wäre an diesem Tag wohl von Nigel Mansell in den Schatten gestellt worden: Er benötigte fast fünf Jahre, um seinen ersten Grand Prix zu gewinnen und hat wahrscheinlich härter darum gekämpft, als jeder andere.

Aber im Brands Hatch des Jahres 1985 begann Mansells Aufstieg zur dominierenden Figur der kommenden Jahre, zum erfolgreichsten britischen Grand Prix Piloten aller Zeiten. Für die Briten wurde er an diesem Tag zu Magic Mansell.

Einen ähnlich historischen Tag erlebte Mansell 20 Jahre danach: Im südafrikanischen Kyalami eröffnete der Löwe die neue Grand Prix Masters Serie mit einem hart umkämpften Start-Ziel-Sieg gegen Doppelweltmeister Emerson Fittipaldi.

Kein Wunder also, dass sich Mansell bereits am Vortag des Rennens nach seiner Pole Position sicher wahr: "Heute haben wir Geschichte geschrieben!" Weder er noch seine ehemaligen Kollegen vom Schlage eines Emerson Fittipaldi oder Riccardo Patrese haben etwas von ihrem Speed und ihrer Liebe für den Motorsport verloren. Fittipaldi sah sich und seine GPM-Kollegen deshalb an "diesem Wochenende ein neues Kapitel im Motorsport" aufschlagen.

20 Jahre nach seinem ersten F1-Sieg in Brands Hatch, könnte Magic Mansell mit seinem Debütsieg beim ersten Grand Prix Masters Rennen in Kylami erneut eine Lawine losgetreten haben. Aufgepasst Formel 1: Der Löwe brüllt wieder!