Zu unchristlicher Stunde begann für Christopher eine unerwartete Odyssee zur Erfüllung seines größten Herzenswunsches.

Bereits um 6:30 Uhr scheuchte ihn seine Freundin Sina an jenem Samstagmorgen aus den Federn. "Warum müssen wir so früh aufstehen? Das ist ja, als wenn ich zur Arbeit gehen muss", versuchte Christopher zu rebellieren.

Doch alles Wehklagen noch ein bisschen länger schlafen zu dürfen nützte nichts: Mit dem Auto ging es auf eine mehrstündige Fahrt von Ludwigsburg in die untypisch sonnige Eifel. Den Grund dafür kannte er ebenso wenig wie den Zielort.

Nur der Frühaufsteher trifft den Weihnachtsmann

Sina, Christopher und ihr Weihnachtsmann Sven., Foto: adrivo Sportpresse
Sina, Christopher und ihr Weihnachtsmann Sven., Foto: adrivo Sportpresse

Inmitten von bergigen Landstraßen, grünen Weiden sowie unzähliger Schafe und Kühe fanden sich die Beiden zu vereinbarter Stunde in einer entlegenen Gastwirtschaft ein. Christopher jammerte derweil noch immer: "Was machen wir am Samstagmorgen mitten in der Pampa?"

Besonders hart gestaltete sich der Trip für den Auto-Freak, da er auf dem Weg in die "Pampa" Wegweiser zum Nürburgring sehen und in der Ferne leise den kernigen Motorensound vernehmen konnte. Für ihn war diese Spannung beinahe genauso unerträglich wie für seine Freundin. Denn normalerweise hält der Auto-Liebhaber sogar auf der Straße an, um einen tollen Sportwagen mit dem Fotohandy ablichten zu können.

Noch hüllte sich Sina aber in Schweigen. Ein Schweigen, welches sie bereits seit rund einem Monat schweren Herzens aufrechterhalten musste. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie von der österreichischen Wunschwerkstatt nach einigen Tagen des Zitterns die Zusage erhalten, dass ihr Freund Christopher seinen Herzenswunsch erfüllt bekommen würde. Dank der Mithilfe von motorsport-magazin.com und Formel 3000 Pilot Sven Heidfeld sollte Christopher in seinem Traumwagen der Marke Porsche um den Nürburgring chauffiert werden.

"Als ich den Wunschzettel im Internet-Café ausfüllte, rechnete ich nicht damit, dass eine Antwort kommen würde", war sie damals wenig zuversichtlich. Drei Tage später kam jedoch die erlösende E-Mail, die das Herz ihres geliebten, aber ahnungslosen Freundes einige Wochen später mit Entzücken erfüllen sollte.

Nur ihre Mutter und ihre beste Freundin weihte sie in den Plan ein. So konnte das Risiko eines Informationslecks gering gehalten werden. Einige heikle Situationen bei Anrufen der Wunschwerkstatt oder bei Begegnungen mit Porsche-Sportwagen rund um das nahe gelegene Werk hatte sie dennoch zu überstehen.

Während sie vor Spannung fast platzte, musste auch er lange leiden; und das auch noch ohne zu wissen was ihn erwartete. Stattdessen versprach Sina ihrem Freund an seinem Geburtstag nur eine riesige Überraschung, für welche er sich aber noch etwas gedulden müsse.

Die Weihnachtsmänner sind da

Christophers Traumwagen: Ein Airnergy Porsche 911 GT3., Foto: adrivo Sportpresse
Christophers Traumwagen: Ein Airnergy Porsche 911 GT3., Foto: adrivo Sportpresse

Als die Zeit des Wartens endlich abgelaufen war, ging es Schlag auf Schlag. Sina und Christopher hatten gerade ihr Frühstück beendet, als die Chefin der Wunschwerkstatt Manuela Hartl die abgelegene Gastwirtschaft betrat. Sie ging direkt auf den ahnungslosen Christopher zu und stellte ihm seinen Chauffeur vor. Dieser sollte ihn sofort auf eine Reise zu einem noch nicht enthüllten Zielort mitnehmen.

In der grünen Hölle am Nürburgring angekommen, traten zum ersten Mal die drei motorsport-magazin.com-Weihnachtsmänner auf. motorsport-magazin.com-Chefredakteur Stephan Heublein, Redaktionsmitglied Steffen Schaffner und Kolumnist Sven Heidfeld enthüllten Christopher, was ihn in den kommenden Minuten erwartete: Nichts weniger als die Fahrt seines Lebens!

Nach einer kleinen Führung durch die Box und einer Erklärung des Airnergy Porsche 911 GT3 Sportwagens, hieß es für Christopher nur noch den Rennanzug anzulegen und dann ab ins Auto.

Das Herz des begeisterten Motorsportfans raste mittlerweile schneller als jeder Zehnzylinder aus der Königsklasse des Motorsports. Schließlich durfte er gleich bei seinem ersten Besuch an einer Rennstrecke selbst in einem Rennauto Platz nehmen.

Noch nicht einmal Fliegen ist schöner

Gespannt harrte Christopher auf dem Beifahrersitz des Airnergy Porsche der Dinge. Auf ein letztes Küsschen von der Freundin folgte Sinas einziger Ratschlag: "Greif Sven während der Fahrt ja nicht ins Lenkrad, wie Du das bei mir immer machst!"

Dann begann sein großes Abenteuer: Die Boxenampel schaltete auf Grün und die 320 PS starke Rennmaschine setzte sich mit einem ohrenbetäubenden Lärm in Bewegung. Für einen Motorsportanhänger wie Christoper war das jedoch Musik in den mit Ohrstöpseln geschützten Hörorganen.

In 4,9 Sekunden beschleunigte der schneeweiße Bolide von 0 auf 100 km/h. Danach spürte Christopher zum ersten Mal das wahrlich Beeindruckende an einer Fahrt mit einem Rennwagen: Die Bremsverzögerung eingangs der ersten Kurve des Grand Prix Kurses auf dem Nürburgring. Die g-Kräfte pressten ihn in den Sitz und seinen Kopf gegen die Fensterscheibe.

"Geil. Einfach nur geil", waren die einzigen Worte, die Christopher selbst einige Zeit nach der Fahrt herausbrachte. "Das war absolut einmalig."

Der oft gebrauchte Vergleich, dass nur Fliegen schöner sei, traf für Christopher auf keinen Fall zu. Denn nachdem der Ludwigsburger früher in diesem Jahr zum ersten Mal in einem Flugzeug abgehoben war, hob er in Svens Porsche noch einmal viel stärker ab. "Als das Flugzeug am Ende der Startbahn abhob, war das schon toll. Aber das hier war noch viel besser!"

Ein Herz über dem Drehzahllimit; eines für die Freundin., Foto: adrivo Sportpresse
Ein Herz über dem Drehzahllimit; eines für die Freundin., Foto: adrivo Sportpresse

Der Ritt durch die grüne Hölle sollte für Christopher aber nicht das einzige einmalige Erlebnis dieses für ihn unvergesslichen Tages bleiben. Kaum hatte der Airnergy Porsche vor der Box angehalten und ein Mechaniker Christopher aus den festgezurrten Gurten befreit, begrüßte ihn seine Freundin mit einem roten Herzluftballon und einer rührenden Liebeserklärung. Passend dazu entschwanden im Hintergrund 99 rote Luftballons in den von Kaiserwetter beherrschten weiß-blauen Eifelhimmel hoch über der Nürburg.

"Ja, ist denn schon Weihnachten?", fragte Franz Beckenbauer auf seine unvergleichliche Art und Weise in einem seiner legendären Werbespots. Auch Christopher hätte diese Frage getrost zwei Monate vor dem Heiligen Abend stellen können: Für ihn war schon am 29. Oktober Weihnachten. Da nahm er auch gerne das frühe Aufstehen in Kauf.

Der Weihnachtsmann trägt also nicht immer eine rot-weiße Bommelmütze und einen dicken Mantel. Manchmal trägt er auch einen bunten Rennfahrerhelm, einen weißen Rennanzug und das schwarz-rot-graue motorsport-magazin.com-Logo. Und dann funkeln nicht nur an Heiligabend strahlende Kinderaugen, sondern schlägt schon einmal zwei Monate zuvor ein Motorsportherz höher als jeder Drehzahlbegrenzer es erlauben würde...