Der Sohn eines berühmten Vater zu sein ist nicht einfach. Noch schwieriger ist es, wenn der Junior nicht nur auf den gleichen Vor- und Nachnamen hört, sondern auch noch in die Fußstapfen seines weltmeisterlichen Vaters zu treten gedenkt.
Nelson Piquet Jr. hat sich das jedenfalls zum Ziel gesetzt. Während er dem Namen Piquet in seiner ersten GP2-Saison in diesem Jahr noch keine allzu große Ehre machte, ließ sich sein Einstand in der neuen A1GP-Serie hingegen sehr viel versprechend an. Im Interview mit motorsport-magazin.com sprach Nelsinho über die neue A1GP Serie, seine enttäuschende GP2-Saison und seine Ziele für die Saison 2006.

Nelson, Du hattest einen großartigen Start in die erste A1GP-Saison. Wie haben Dir die ersten Rennen gefallen?
Nelson Piquet Jr: Ich war sehr zufrieden! Das erste Rennen fühlte sich wie mein allererster Sieg an! Es war ein perfektes Wochenende für das Team und ich war sehr glücklich für Brasilien siegen zu dürfen. Um an einem A1-Wochenende gut zu sein, muss einfach alles stimmen.
In Brands Hatch schien Dich niemand aufhalten zu können. Lag das auch an Deiner Streckenerfahrung aus der britischen Formel 3?
Nelson Piquet Jr: Viele Fahrer kannten Brands Hatch. Es muss einfach alles zusammen passen und das hat in Brands Hatch gestimmt. Das Team war gut, ich habe eine gute Leistung gezeigt und alles lief perfekt.
Das A1-Auto ist ein komplett neuer Wagen: Was hältst Du davon und wo sind die Unterschiede zu Deinem GP2-Auto?
Nelson Piquet Jr: Das Auto ist gut. Es ist irgendwo zwischen einem F3-Wagen und dem GP2-Auto. Die Reifen sind Slicks, was eher dem F3 entspricht.
In den Rennen kannst Du den so genannten Boost-Button benutzen. Was hältst Du davon?

Nelson Piquet Jr: Das ist eine gute Sache. Man erhält etwas mehr Power, aber nicht sehr viel. In Brands Hatch war ich einfach nicht gewohnt es zu haben und beim zweiten Rennen vergaß ich es den Button bei meinem Überholmanöver gegen Australien zu benutzen!
Timo Scheider sagte uns, dass es für ihn schwierig war sich an die Zusatz-PS zu gewöhnen. Hattest Du auch Probleme damit?
Nelson Piquet Jr: Nein, dass war kein Problem.
Was hältst Du von der World Cup Idee hinter der Rennserie?
Nelson Piquet Jr: Ich bin froh Brasilien vertreten zu dürfen. Ich bin wirklich stolz, dass ich diese Möglichkeit erhalten habe und für mein Land um Siege kämpfen darf. In Brasilien gibt es ein großes Interesse an dieser Serie.
Zurück zu Deiner GP2-Saison: Du bist in der Debütsaison 8. geworden. Wie fällt Dein Saisonfazit aus?

Nelson Piquet Jr: Wir müssen im Winter hart arbeiten um das Team für das nächste Jahr zu verbessern. Die Fahrer die nah an der F1 dran sind gewinnen Rennen und das müssen wir auch schaffen. Ich hatte erwatet in der Spitzengruppe mitfahren zu können, denn dazu bin ich fähig. Aber mein Auto war dafür nicht gut genug. Ich bin nach dieser Saison wirklich enttäuscht. Man nimmt ja teil um zu gewinnen und nicht um im Mittelfeld zu fahren. In diesem Jahr lief es mit dem Team einfach nicht gut. Das Auto ging zu oft kaputt. Zudem hatten wir auch Probleme mit dem Setup und der Strategie. Wir haben vor einigen Monaten begonnen hart zu arbeiten um diese Probleme zu beheben. Jetzt konzentrieren wir uns darauf, dass diese Probleme im nächsten Jahr behoben sind. Ich hätte in den Top-3 der Meisterschaft landen müssen. Im nächsten Jahr ist es mein Ziel die GP2 Serie zu gewinnen.
Und was ist Dein Ziel in der A1GP Serie?
Nelson Piquet Jr: Dem brasilianischen Team dabei zu helfen die Meisterschaft zu gewinnen.
Ein Jahr nach Deinem ersten F1-Test mit Williams hattest Du in Jerez die Chance eine Testfahrt für British American Racing zu absolvieren. Ist in diesem Winter erneut eine Testfahrt geplant?

Nelson Piquet Jr: Wir werden sehen was da kommen mag. Momentan gibt es dazu nichts zu sagen.
Du durftest in diesem Jahr auch zwei alte F1-Autos Deines Vaters fahren: Einen Williams in Goodwood und einen Lotus in Rotterdam. Wie war das Gefühl in diesen alten Autos zu sitzen?
Nelson Piquet Jr: Es ist wirklich interessant herauszufinden, was mein Vater gemacht hat und wie sehr sich die Technik in den letzten Jahren verändert hat. Ich liebe es jede Art von Auto zu fahren, aber natürlich ist es etwas Besonderes in diesem Jahr gleich zweimal die Chance gehabt zu haben alte Autos meines Vaters fahren zu dürfen.



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