Zwischen 1978 und 1989 absolvierte René Arnoux 149 Formel 1 Grand Prix für Martini, Surtees, Renault, Ferrari und Ligier. Insgesamt sprangen für ihn 7 Siege, 12 schnellste Rennrunden, 18 Poles und 22 Podestplätze heraus. 16 Jahre nach seinem Karriereende in der Königsklasse des Motorsports stürzt sich der Franzose nun wieder in ein Renncockpit: Er nimmt an der neuen Grand Prix Masters Rennserie teil.
Was hat Sie dazu gebraucht in der Grand Prix Masters Serie anzutreten?
René Arnoux: Rennfahrer sind eine seltsame Sippe - wir wurden mit dem Verlangen schnell zu fahren geboren. Ich hatte elf großartige Jahre in der F1, aber jetzt bin ich zu alt dafür und meine F1-Tage sind wahrlich vorüber! Grand Prix Masters gibt mir allerdings die Möglichkeit wieder schnelle Autos zu fahren und viel Spaß zu haben. Es ist also Comeback-Zeit!

Ihr erstes F1-Rennen fand 1978 in Kyalami statt. Dort beginnt im November auch die erste Saison der Grand Prix Masters Serie. Freuen Sie sich schon darauf dorthin zurückzukehren?
René Arnoux: Ich kann es kaum noch erwarten. So lange mein GPM-Debüt besser verläuft als mein F1-Debüt in Kyalami! Ich fuhr damals für das Martini Team und hatte so viele Probleme im Training, dass ich noch nicht einmal starten konnte. Aber es gab nicht nur schlechte Nachrichten in Südafrika. Denn ich holte dort auch einen meiner ersten F1-Siege mit Renault. Es wäre schön diesmal wieder so viel Glück zu haben.
In der Starterliste der GPM finden sich etliche Fahrerlegenden. Wie wird es sein wieder gegen die alten Rivalen anzutreten?
René Arnoux: Zu allererst wird es Spaß machen. Allein die Namen wie Alan Jones, Emerson Fittipaldi und Nigel Mansell sorgen für Spannung. Und wieder gegen sie zu fahren wird schöner als alles andere im Motorsport sein! Es wird viele verschiedene Stile und Einstellungen geben, aber ich werde einfach versuchen die Atmosphäre aufzusaugen und es zu genießen. Ein GPM-Wochenende wird nicht so viel Druck mit sich bringen wie in der F1-Welt. Sicherlich werden wir alle versuchen das Rennen zu gewinnen, aber es gibt keinen großen Druck auf uns. Also können wir die Fans hoffentlich gut unterhalten und es gleichzeitig selbst genießen.

Wie wichtig ist es die Fans zu unterhalten?
René Arnoux: Hier wird sich die GPM von anderen Motorsportarten unterscheiden. Als ich in den 70er und 80er Jahren in der F1 gefahren bin, war es bereits sehr professionell. Aber es war komplett anders als die F1 heute. Jetzt wird sie komplett von den Automobilherstellern dominiert und ohne deren Unterstützung hat man keine Chance. Sie sind aus kommerziellen Gründen hier und das sorgt für einen immensen Druck auf die Fahrer und Teams. Für mich ist die Rolle eines modernen F1-Fahrers weniger mit Freude als mit Arbeit verbunden. Hören Sie sich doch nur einmal eine Fahrer-Pressekonferenz an, auf der alle ihren Zulieferern und Sponsoren danken. Es ist für die Fans einfach langweilig und ich glaube, dass wir die Leute besser unterhalten können. Beim Goodwood Revival Race kamen so viele Menschen zu mir und sprachen mit mir über Grand Prix Masters und wie viele schöne Erinnerungen sie an meine F1-Ära haben. Wenn wir etwas davon zurückbekommen, dann werden wir Erfolg haben.
Die GPM-Autos sind alle gleich und verdammt schnell. Was erwarten Sie von den Autos?

René Arnoux: Ich war für eine Sitzanpassung in der Fabrik und das Auto sieht richtig gut aus. Es wird sehr stark sein. Vielleicht hat es angesichts des Alters der Fahrer sogar zu viel Power! Aber insgesamt ist das Konzept richtig. Die Leistung wird bei allen Autos die gleiche sein und auch das Gewicht der Fahrer wird vor dem Rennen berücksichtigt. Dadurch werden alle das gleiche Material zur Verfügung haben. Letztlich werden also das Fahrtalent und die Fitness entscheiden. Und genau so sollte es auch sein. Die Autos werden nicht so schnell wie ein modernes F1-Auto sein, aber sie haben auch nicht die ganze Technik der neuen Boliden. Ich durfte vor einiger Zeit Michael Schumachers Weltmeister-Ferrari fahren und es ist unglaublich wie sich die Autos entwickelt haben. Das einzige was man tun muss ist zu lenken, zu beschleunigen und zu bremsen. Den Rest übernimmt der Computer. Die Leistung ist unglaublich, aber ein GPM-Auto lässt einem noch Raum für Fehler und das Potenzial für kostspielige Fehler ist beträchtlich!
Wie wird das erste Rennen verlaufen?
René Arnoux: Die Strecke wurde seit meinen Rennen dort oft geändert, also ist es schwierig das Rennen einzuschätzen. Ich erinnere mich daran, dass die Zuschauer in Südafrika unglaublich waren. Es kamen Unzählige, wenn die F1 da war und es war immer eine lebendige Atmosphäre. Da bereits viele Tickets für das Debütrennen verkauft wurden, gehe ich davon aus, dass es eine exzellente Show mit den größten Namen des Grand Prix Racing geben wird!



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