Was haben Portugals Fußball-Idol Luis Figo, Marokkos König Mohammed VI. und US-Rennfahrerlegende Bobby Rahal gemeinsam? Ein Herz für die Formel BMW.

Figo besorgte vor Beginn der diesjährigen Rennsaison Sponsoren für die Nachwuchspiloten João Urbano und Duarte Félix da Costa (Formula BMW UK Championship), Marokkos Monarch unterstützte den Formula BMW Asia Fahrer Mehdi Bennani, und Rahal lenkte als Teamchef in der Formula BMW USA die Geschicke seines Sohns Graham.

Die Formel BMW hat sich in den vergangenen drei Jahren aus dem Stand zur Top-Einsteigerklasse des weltweiten Formel-Rennsports entwickelt: Nach der erfolgreichen Einführung in Deutschland im Jahr 2002 wurde das Konzept sogleich exportiert: 2003 nach Asien, 2004 in die USA und nach Großbritannien. Mittlerweile hat die Motorsportserie Made in Germany rund um den Globus Fans gefunden: Insgesamt nahmen in der abgelaufenen Saison Fahrer aus 28 Staaten und sechs Kontinenten an den 68 Rennen der vier Formel BMW Schwesterserien teil. Diese gastierten 2004 in vierzehn verschiedenen Ländern, fünf Mal davon im Rahmenprogramm der Formel 1.

Für den Erfolg der Formel BMW gibt es viele Gründe. Wie etwa das BMW Ausbildungs- und Coachingprogramm. Egal ob Fahrtechnik, Chassis-Set-up oder Medientraining: "Hier lernen unsere Piloten alles, was sie brauchen, um sich später in der Motorsport-Welt behaupten zu können", sagt BMW Motorsport Direktor Mario Theissen.

Oder das Thema Sicherheit: Hier übertrifft das Einheitsfahrzeug FB02 nicht nur bei weitem die Anforderungen des Weltverbandes FIA; hinzukommen Extras wie das HANS-System oder der eigens für die Formel BMW entwickelte FORS-Sitz. Doch das Salz in der Suppe sind wohl die teilweise erst 15 Jahre jungen Piloten. Denn wer João Urbano, Duarte Félix da Costa, Mehdi Bennani, Graham Rahal und alle anderen einmal während ihrer Rennwochenenden beobachtet hat, der weiß, dass auch sie etwas gemeinsam haben: Freude am Fahren.

Formel BMW ADAC (Deutschland)

Die Saison 2004 der Formel BMW ADAC Meisterschaft stand ganz im Zeichen von Sebastian Vettel. Der 17 Jahre alte Hesse aus Heppenheim dominierte das 27 Piloten starke Fahrerfeld vom ersten Rennen an. Mit 14 Polepositions und 18 Siegen in 20 Meisterschaftsläufen stellte der Gymnasiast eine beeindruckende Bilanz auf. Nach jedem Lauf stand er auf dem Podium. Während seiner zwei Jahre (2003 und 2004) in der Formel BMW ADAC Meisterschaft siegte Vettel insgesamt 23 Mal. Damit ist er der erfolgreichste Formel BMW Pilot weltweit.

Einzig der Brasilianer Atila Abreu konnte Vettel in dieser Saison zwei Siege streitig machen. Der 17-Jährige aus Sotocaba gewann den dritten Meisterschaftslauf auf dem Adria International Raceway und Rennen sechs, das im Rahmen des Formel-1-Grand-Prix auf dem Nürburgring ausgetragen wurde. Mit starken Leistungen überzeugten auch die beiden Formel-Neueinsteiger Chris van der Drift und Sébastien Buemi. Der Neuseeländer Van der Drift sicherte sich mit acht Siegen und 18 Top-Drei-Platzierungen in der Rookie-Wertung knapp vor Buemi den Titel "Rookie of the year".

Als bester Newcomer erhält er zudem ein von BMW und ADAC vergebenes Förderpaket im Wert von 50 000 Euro. Der erst 15 Jahre alte Schweizer Buemi erarbeitete sich durch seine kontinuierlich besseren Platzierungen in der Wertung aller Fahrer den dritten Meisterschaftsplatz hinter Vettel und Abreu. Insgesamt zehn Mal stand er als Zweiter oder Dritter auf dem Treppchen. Das einzige Mädchen im Feld, die 16-jährige Schweizerin Natacha Gachnang, wurde zwei Mal Vierte auf dem Nürburgring und belegte im Gesamtklassement den zwölften Rang. Seine ersten Erlebnisse im Formel-Auto sammelte Federico Montoya, jüngerer Bruder des BMW WilliamsF1 Team Piloten Juan Pablo Montoya. Sein bestes Saisonergebnis erzielte der junge Kolumbianer beim Meisterschaftslauf im tschechischen Brünn: Dort wurde Montoya Fünfter.

Der Sieger: Sebastian Vettel

Gerade 17 Jahre ist Sebastian Vettel jung, und schon ein Mann der Rekorde: 18 Siege in 20 Rennen der Formel BMW ADAC Meisterschaft 2004, 387 von 400 möglichen Punkten, dazu 14 Polepositions – nie zuvor hat ein Pilot der Formel BMW Meisterschaft die Konkurrenz so dominiert wie der Gymnasiast aus Heppenheim. "Sebastians Leistungen waren herausragend", sagt BMW Motorsport Direktor Mario Theissen anerkennend.

Vettels Erfolgsformel: Professionalität gepaart mit Talent. Körperlich topfit und mental auf den Punkt vorbereitet, stieg der Hesse Rennen für Rennen in seinen FB02. Keiner ging so früh joggen, um vor einem Einsatz im Cockpit seinen Kreislauf in Schwung zu bringen. Niemand brütete so lange über der Datenanalyse wie er. Und auch abseits der Rennstrecke bewies Vettel im Team Mücke Motorsport erstaunliche Reife im Umgang mit Journalisten, Sponsoren und VIPs.

Nach zwei Jahren verlässt er nun die Formel BMW. "Was die Zukunft bringt, weiß man nie", sagt Vettel, "aber mein Traum ist die Formel 1." Rookie-Sieger Chris van der Drift (Team Rosberg) aus Neuseeland wäre außer Konkurrenz, gäbe es in der Formel BMW ADAC Meisterschaft Preise für den längsten Anreiseweg oder den coolsten Namen eines Teilnehmers.

Aber auch als Rennfahrer machte der 18-Jährige von sich reden: Nach einem spannenden Duell mit dem Schweizer Sébastien Buemi gewann er die Rookie-Wertung. Der 1,84 Meter große Youngster hört nicht nur auf den Spitznamen "Kiwi", in Plüschform begleitete ihn der neuseeländische Nationalvogel auch von Rennen zu Rennen. "Er hat mir Glück gebracht", glaubt Van der Drift. In der nächsten Saison bleibt der Blondschopf auf jeden Fall in Deutschland. Schließlich erhält er als bester Rookie von BMW und ADAC nicht nur eine Starthilfe in Höhe von 50 000 Euro, er darf auch kostenlos am Ausbildungs- und Coachingprogramm teilnehmen.

Formula BMW UK Championship 2004

Vor dem Start zu ihrer Debütsaison spaltete die Formula BMW UK Championship die Gemüter: Denn erstmals in der ruhmreichen Geschichte des britischen Motorsports durften 15-Jährige auf den traditionsreichsten Rennstrecken des Landes starten. Und ausgerechnet auf dem als äußerst schwierig geltenden Hochgeschwindigkeitskurs von Thruxton sollten die Youngster der Formula BMW UK ihre Feuertaufe erleben.

Nach dem ersten Rennwochenende waren die Skeptiker verstummt. Schließlich hatten die 20 Nachwuchspiloten der Formula BMW UK Championship nicht nur ihre Reife bewiesen, sondern nach zwei begeisternden Rennen auch jede Menge neue Fans gefunden. Gleich das Auftaktrennen wurde von einem 15-Jährigen gewonnen: dem Briten Simon Walker-Hansell. Lauf Nummer zwei ging an den einzigen Privatfahrer der Serie, Landsmann Tim Bridgman.

Bis zur letzten Kurve spannend waren auch die übrigen 18 Rennen der Saison. Eine Vielzahl harter, aber stets fairer Positionskämpfe prägten die sehr ausgeglichene Serie. Insgesamt durften zehn verschiedene Piloten zumindest einmal die oberste Stufe des Siegerpodests erklimmen. Am häufigsten gelang dies dem Briten Josh Fisher, der vier Läufe gewann.

In der Meisterschaftswertung reichte es für Fisher wegen fehlender Konstanz allerdings nur für Rang drei. Bridgman und Philip Glew (GBR) lieferten sich ein spannendes Duell um den Titel, das Bridgman erst beim Saisonfinale in Donington Park mit einem Sieg zu seinen Gunsten entschied. Ross Curnow aus Großbritannien gewann nicht nur überlegen die Rookie-Wertung; beim Lauf in Knockhill gelang dem 17-Jährigen Formel-Neuling sogar ein Gesamtsieg im Rennen.

Der Sieger: Tim Bridgman

Wenn Tim Bridgman am Sonntagmorgen die Augen aufschlug, sah er schon sein Auto. Das stand im kleinen Vorzelt direkt neben dem Wohnmobil, in dem der 19-jährige Engländer und seine drei Teamkameraden die Rennwochenenden verbrachten. "Manchmal war es ein bisschen eng", sagt Bridgman. Doch ein Hotel konnte er sich nicht leisten – er war der einzige Privatfahrer in der Formula BMW UK. "Im eigenen Team hat mich diese Saison etwa 60.000 britische Pfund gekostet", sagt er, "hätte ich mich bei einem Rennstall eingekauft, wäre es fast doppelt so teuer geworden."

Der Nachwuchsfahrer aus der südenglischen Kleinstadt Dunmow hatte kaum Sponsoren und musste daher an allen Ecken und Enden sparen: Neben Stiefvater Martin schraubten nur zwei Mechaniker am Auto – und so kam es vor, dass Bridgman selbst Hand anlegte: Mal kümmerte er sich um die Radaufhängung seines 140 PS starken FB02, mal putzte er das Auto, mitunter bekochte er sogar die Mechaniker. "Es hat viel Spaß gemacht, ich habe ständig etwas Neues dazu gelernt", sagt Bridgman über seine Rolle als Mädchen für alles. Auf der Strecke war von seiner Geldknappheit nichts zu spüren: Bridgman gewann drei Rennen – und am Ende sogar die Meisterschaftswertung der Formula BMW UK. "Wir haben eben jeden Penny ins Auto gesteckt", sagt der 19-Jährige rückblickend. Am Ende zahlte sich diese Strategie aus: Tim Bridgman ist der Beweis, dass sich talentierte Fahrer in der Formel BMW trotz begrenzter Mittel durchsetzen können.

Dem Briten Ross Curnow liegt die Begabung für den Motorsport wohl im Blut. Schließlich sorgte bereits sein Vater Alan während der 60er und 70er Jahre in Großbritannien als Rennfahrer regelmäßig für Furore. Dass der Apfel nicht weit vom Stamm fällt, hat Curnow Junior in der vergangenen Saison im Team Panther Motorsport ein ums andere Mal bewiesen.

Der 17-Jährige gewann bei zehn der 20 Rennen das Rookie-Klassement. Und auch so mancher erfahrener Formel BMW UK Pilot musste sich während der Saison an den Anblick von Curnows Auspuff gewöhnen.

Erfolg ist für den Nachwuchsfahrer aus dem Ort Sailsbury in der südenglischen Grafschaft Wiltshire kein Fremdwort. Seit Ende der 90er Jahre gewann Curnow in regionalen Kartserien einen Titel nach dem anderen.

2003 nahm er an der "Stars of Tomorrow"-Kartserie teil, wurde dort Zweiter – und daraufhin ins englische Junior Team berufen. Nur eine einzige größere Niederlage hatte Curnow zu verdauen: Zu seiner eigenen Verblüffung fiel er bei seiner Führerscheinprüfung im ersten Anlauf durch. Versuch Nummer zwei klappte problemlos.

Formula BMW USA 2004

Als die 140 PS starken Rennautos Seite an Seite durch die überhöhte Kurve vor der Zielgeraden donnern, springen Tausende Zuschauer auf.

Die meisten von ihnen sind eigentlich nur zum traditionsreichen Indianapolis Motor Speedway gekommen, um den Formel-1-Grand Prix in ein paar Stunden zu erleben. Jetzt aber hat sie das Rennen der Formula BMW USA in seinen Bann gezogen. Und als einer ihrer Landsleute, der 19-jährige Matt Jaskol aus Las Vegas, als Erster die Ziellinie überquert, umjubeln sie den strahlenden Sieger.

Das Gastspiel in Indianapolis – vielleicht der Höhepunkt einer rundum gelungenen Debütsaison. "Die Formula BMW USA hat sich als wichtigste Nachwuchsserie im amerikanischen Monoposto-Rennsport etabliert", bilanziert BMW Motorsport Direktor Mario Theissen. "Die Leistungsdichte war groß, fast alle 14 Rennen waren bis zur letzten Kurve spannend."

Für die Ausgeglichenheit der Serie spricht, dass acht Piloten der Sprung auf das Podium gelang; 20 Fahrer sammelten Punkte. Vier von ihnen – Jaskol und sein gerade 16-jähriger Landsmann Jonathan Summerton, Andreas Wirth (19) aus Deutschland sowie der Kanadier James Hinchcliffe (18) – hatten vor den letzten Saisonrennen in Laguna Seca noch Titelchancen. Schließlich setzte sich in Kalifornien Wirth als wohl konstantester Fahrer durch.

An Talenten, das hat die Saison gezeigt, fehlt es dem nordamerikanischen Rennsport nicht: Neben Hinchcliffe und Summerton machten auch Formel-Neulinge wie der erst 15-jährige Graham Rahal (Sohn der lebenden US-Rennfahrerlegende Bobby Rahal), die Kalifornier Tom Sutherland (15) und Billy Johnson (18), Tom Milner aus Virginia oder Trevor Daley aus Kanada (beide 18) auf sich aufmerksam. "Sie haben in diesem Jahr eine Menge dazugelernt", sagt Mario Theissen. 2005 erwartet die Nachwuchspiloten allerdings eine neue, vielleicht noch schwierigere Aufgabe: Dann müssen sie ihre Reife unter Beweis stellen.

Der Sieger: Andreas Wirth

Dass der Weg zum Titel der Formula BMW USA 2004 nur über ihn führen würde, das stellte Andreas Wirth schon am ersten Rennwochenende klar. Souverän gewann der Deutsche aus dem Team HBR Motorsport die beiden Auftaktläufe in Lime Rock Park, übernahm die Führung der Gesamtwertung und verteidigte diese bis zum letzten Rennen.

Dabei profitierte der 19-Jährige aus Waghäusel von seiner Ausgeglichenheit: "Andreas war bei allen vierzehn Rennen unter den Top Five", sagt BMW Motorsport Direktor Mario Theissen, "keiner seiner Konkurrenten war auch nur annähernd so konstant wie er." Immer wieder gelang es dem gebürtigen Heidelberger Wirth, seine Erfahrung auszuspielen, die er sich während der vorangegangenen beiden Jahre als Pilot der Deutschen Formel BMW ADAC Meisterschaft erworben hatte. In der kommenden Saison will Andreas Wirth die nächste Karrierestufe erklimmen und in der Formel 3 für Furore sorgen.

Für seine Leidenschaft, die Schauspielerei, hatte James Hinchcliffe in den letzten Monaten kaum noch Zeit – zu dicht war der Terminkalender des 18-jährigen Kanadiers gefüllt. Doch zumindest nach außen ließ sich Hinchcliffe die Doppelbelastung seines letzten Schuljahres und der ersten Saison in der Formula BMW USA nie anmerken: Immer gut gelaunt, stets mit einem Lächeln auf den Lippen und im Rennen entschlossen wie kaum ein Zweiter – so dürfte der Sonnyboy aus Ontario in diesem Jahr eine Menge neuer Fans gefunden haben. "James hat sich in dieser Saison von Rennen zu Rennen gesteigert", lobt Theissen.

Verdienter Lohn: Der Titel des Rookie-Champions, der dem BMW Förderfahrer Hinchcliffe auch im kommenden Jahr 40 000 Dollar sowie einen Platz im BMW Ausbildungs- und Coachingprogramm sichert. So gestärkt peilt der Pilot des Teams AIM Autosport für 2005 den Sieg in der Gesamtwertung an. Seine Chancen für dieses Vorhaben stehen gut – vorausgesetzt, dass Hinchcliffes Lernkurve weiterhin nach oben zeigt.

Formula BMW Asia 2004

Die Formula BMW Asia machte ihrem Namen auch 2004 wieder alle Ehre. In sechs verschiedenen Staaten trug Asiens wichtigste Nachwuchs-Motorsportserie ihre sieben Rennwochenenden aus, und im 15 Fahrer umfassenden Teilnehmerfeld waren zehn Nationen vertreten. Ob in Malaysia, China, Thailand, Bahrain, Japan oder Südkorea – die Formula BMW Asia hat sich in weiten Teilen des Kontinents etabliert. Und das hat gute Gründe.

Denn was Asiens talentierteste Formel-Rennfahrer den Zuschauern in dieser Saison an Strecke und Bildschirm boten, war aller Ehren wert: packende Positionskämpfe, Überholmanöver am laufenden Band und zumeist Spannung bis zur letzten Kurve. Zwar entschied Marchy Lee aus Hongkong die Gesamtwertung schon vorzeitig für sich. Doch oft waren es gerade persönliche Rivalitäten oder Duelle zwischen Teamkollegen, welche die Rennen der Formula BMW Asia einzigartig machten – vom Saisonstart im April beim Formel-1-Grand-Prix in Bahrain bis zum Finale in Taebaek (Südkorea).

Dass die Serie über so manch aussichtsreiches Talent verfügt, das bewiesen nicht nur Marchy Lee und Rookie-Sieger Mehdi Bennani aus Marokko. Auch zahlreiche andere erfolgshungrige Nachwuchspiloten machten im Verlauf des Jahres auf sich aufmerksam. Zu den Entdeckungen der Saison zählt zweifellos Tyson Sy. Erst im Oktober feierte der Filipino seinen 17. Geburtstag – und doch gelang es ihm in der zweiten Saisonhälfte immer öfter, Lee die Stirn zu bieten.

Auch BMW Förderfahrer You Kyong-Ouk aus Korea dürfte in diesem Jahr viele neue Fans gefunden haben: Mit sieben Podestplätzen gelang ihm der Sprung auf Rang zwei der Gesamtwertung, punktgleich mit dem Drittplatzierten Bennani. You hat enorm vom BMW Ausbildungs- und Coachingsprogramm profitiert. Wer heute Fahrstil und Fitnesswerte des Koreaners mit seinen Daten aus dem vergangenen Jahr vergleicht, der würde nicht glauben, dass es sich um ein- und denselben Piloten handelt.

Der Sieger: Marchy Lee Ying Kin

Marchy Lee Ying Kin hatte sich vor Saisonbeginn einiges vorgenommen: Einen bleibenden Eindruck wollte der Pilot aus Hongkong in der Formula BMW Asia hinterlassen – und das ist ihm wohl gelungen. Schließlich feierte Lee (Team Meritus) in den vierzehn Saisonrennen nicht weniger als zwölf Siege und zehn Polepositions. Dabei profitierte Lee zweifellos von seiner großen Erfahrung. Der 28-Jährige, vielleicht der bekannteste Motorsportler Hongkongs, begann bereits vor 13 Jahren als Kartpilot seine Rennsportkarriere, um anschließend in verschiedenen europäischen und asiatischen Serien an den Start zu gehen.

In der Saison 2004 entschied sich Lee für einen Start in der Formula BMW Asia, um sich einen Namen in ganz Asien zu machen. Sein persönliches Saisonhighlight: Die Siegerehrung beim Rahmenrennen zu Chinas erstem Formel-1-Grand-Prix in Shanghai. "Jedes Mal, wenn ich daran zurückdenke, muss ich lächeln", sagt Lee. "Als ich die chinesische Nationalhymne hörte, machte mich das stolzer als alles, was ich zuvor erreicht hatte."

Mehdi Bennani, 2004 für das Team Meritus am Start, ist ein außergewöhlicher Rennfahrer: Schließlich ist er nicht nur Marokkos einziger Formel-Pilot, sein Sponsor ist auch kein geringerer als König Mohammed VI. höchstpersönlich. Und so ist der 20-Jährige im Maghreb-Staat weit über den Motorsport hinaus bekannt. Für viele marokkanische Jugendliche ist Bennani zum Vorbild geworden, und diese Rolle nimmt der ehrgeizige Pilot aus der Hauptstadt Rabat ernst.

"Seit meiner Teilnahme an der Formula BMW Asia beginnen sich in Marokko viele Menschen für den Motorsport zu interessieren", sagt Bennani. Ihm liegt das Rennfahren offenbar im Blut – schließlich ist seine Mutter Samira die einzige Rallyepilotin der arabischen Welt. Für das kommende Jahr haben sich Mutter und Sohn ein besonders ehrgeiziges Projekt vorgenommen: Sie wollen die Rallye Paris–Dakar bestreiten. Gemeinsam, natürlich.