Im freien Training überlegen Schnellster, im Qualifying dann mit nur fünf gefahrenen Runden auf dem dritten Startplatz - aber trotzdem war Bruno Senna in Spa nicht wirklich glücklich. Eher im Gegenteil: "Denn wenn ich meinen zweiten Satz Reifen heute hätte nutzen können, dann wäre mit Sicherheit die Pole-Position drin gewesen. Aber ich habe leider einen kleinen Konzentrationsfehler gemacht und mich in der Schikane gedreht. Mitten im Anbremsen hat mir mein Ingenieur über Funk gesagt, ich solle doch schon an die Box kommen, der Funk ging auch nicht richtig, hat einen Riesenkrach gemacht, ich war einen Moment abgelenkt, und schon ist es passiert. Der Motor lief ursprünglich noch, aber als ich dann wegfahren wollte, hat plötzlich der Begrenzer eingesetzt und er ist doch noch abgestorben."

Der Brasilianer war überzeugt, dass er hätte noch einiges zulegen können: "Meine schnellste Runde war wirklich nicht optimal, ich bin sie hinter Filippi gefahren, der in den ersten beiden Sektoren ein bisschen langsamer war als ich hätte sein können. Außerdem war es schon die dritte schnelle auf dem ersten Reifensatz - und einen Fehler in der Schikane hatte ich auch noch. Die zwei Zehntel zur Pole wären locker drin gewesen."

Für das Rennen ist Senna aber trotz der verpassten Pole sehr zuversichtlich, um den Sieg mitfahren zu können: "Vorausgesetzt, das Auto bleibt so, wie es ist. Denn heute war es richtig schnell. Zwar immer noch unruhig und ein bisschen schwierig zu fahren, aber wenn es dabei schnell ist, ist das okay, dann kann ich damit leben. Nur wenn es schwierig zu fahren und langsam ist, dann ist es ein Problem." Vor allem hofft er auf einen guten Start: "Ich stehe auf der sauberen Seite, das könnte helfen. Und hier kann man gleich im ersten Streckenabschnitt schon einiges tun..." Auch der "übrige" neue Reifensatz, heute im Qualifying nicht genutzt, könnte da "und in den ersten Runden hilfreich sein..."