Auf dem Nürburgring hatte ich zum zweiten Mal die Chance, mich in der GP2 Serie zu versuchen. Dr. Marko von Red Bull hat mich am Montagvormittag angerufen und mir mitgeteilt, dass es eine Chance für mich gibt, den verletzten Michael Ammermüller zu ersetzen. Schon in Monaco bin ich für ihn eingesprungen, damals war es alles viel kurzfristiger, in der letzten Woche hatte ich ein wenig mehr Zeit, um mich auf das Wochenende vorzubereiten.
Leider ist es in der Eifel nicht so gut gelaufen wie im Fürstentum. Im ersten Rennen hatte ich schon in der ersten Kurve einen Unfall und musste das Rennen aufgeben. Eigentlich war das Wochenende schon zu diesem Zeitpunkt gelaufen, denn von ganz hinten hatte ich am Sonntag keine Chance mehr auf ein gutes Ergebnis. Immerhin habe ich im zweiten Rennen die schnellste Runde gefahren und so noch einen Punkt geholt. Mit der Leistung vom Sonntag bin ich sehr zufrieden.
Die Kollision am Samstag war mein Fehler. Ich hatte einen guten Start und war schon auf der Innenbahn, vor mir lag Luca Filippi. Doch dann habe ich vor der engen ersten Kurve nicht genug gebremst, war zu schnell und habe ihn am Hinterrad berührt. Das Rennen war sofort gelaufen, auch wenn es nur ein kleiner Fehler war. Ich denke, dass es nicht an mangelnder Erfahrung mit dem GP2-Boliden liegt. Ich habe einfach zu spät und zu leicht gebremst.

Am Sonntag musste ich von Platz 26 starten. Von ganz hinten noch in die Top-Sechs zu fahren, ist unmöglich. Nach einem Fehlstart und einer Durchfahrtstrafe habe ich nur noch versucht, die schnellste Rundenzeit zu fahren. Das ist mir auch gelungen und ich konnte einen Zähler mit nach Hause nehmen. Außerdem habe ich gesehen, dass ich dabei bin. In den nächsten Rennen sollte es besser laufen. Für mich war es einfach ungemein schwierig, hier her zu kommen und alles richtig zu machen. Trotzdem war es eine gute Erfahrung für mich.
Ob ich auch die Rennen in Budapest bestreiten werde, steht noch nicht fest. Ich gehe aber stark davon aus, dass ich auch dort im Einsatz sein werde. Dafür werde ich auf das Formel 3 Masters in Zolder verzichten, aber das fällt nicht schwer. Zunächst geht es aber mit der Formel 3 EuroSerie nach Zandvoort. Dort will ich viele Punkte und wenn möglich die Tabellenführung holen. Letztes Jahr lief es nicht schlecht für uns, es sollte in diesem Jahr nicht anders sein.
Noch einmal zurück zum Nürburgring. Dort habe ich am Samstagabend eine tolle Erfahrung machen können. Zusammen mit Adrian Zaugg, Bruno Senna und vielen Fahrern aus der Formel 1 durfte ich Gäste mit einem Renault Megane um die Strecke fahren. Die 40 Minuten haben mir viel Spaß gemacht, ich habe richtig Gas gegeben. Leider hatte ich gegen die Ferrari, BMW und Mercedes auf der Strecke keine Chance, aber es war trotzdem lustig. Meine Mitfahrer haben die Fahrten gut überstanden, nur manche hatten eine wenig Angst...

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