Wieder einmal war es ein hartes Wochenende - leider. In Silverstone hatte ich den Abriss von einem Visier - keinen Stein wie zuerst gedacht - in den Kühler bekommen und da schon befürchtet, dass mein Motor nach 45 Minuten mit überhöhter Temperatur Schaden genommen hat. Wir haben danach alles untersucht, auch die Leute von Mecachrome haben den Motor genau angesehen und uns grünes Licht gegeben. Leider war die Einschätzung falsch, denn der Folgeschaden hat sich für mich fatal ausgewirkt.

Die Probleme mit dem Motor begannen schon im Qualifying. Ich erreichte nur den fünften Platz, denn das Auto ließ sich nicht gut fahren. Auf den Telemetrie-Aufzeichnungen konnten wir zwar nichts erkennen, aber wahrscheinlich hat da bereits etwas an der Leistung gefehlt. Im Rennen war das Problem dann gleich nach dem Start offensichtlich. Ich bin super weggekommen, als ich aber in die Zweite und Dritte geschalten habe, habe ich sofort gemerkt, dass keine Power mehr da war. Die Leistung des Motors ließ konstant nach. Ich bin zwar ein paar Runden gefahren, schließlich aber an die Box gekommen, weil es keinen Sinn mehr gemacht hat, hinter dem Feld herzufahren.

Für den Sonntag haben wir einen anderen Motor bekommen, einen gebrauchten, ein neuer stand leider nicht zur Verfügung. Dieser Motor hatte ein Problem im unteren Drehzahl-Bereich und ist unrund gelaufen. Ein Zylinder hat nicht richtig gearbeitet, was die Mechaniker beim ersten Probelauf schon gehört haben, doch zum Umbauen war leider keine Zeit mehr. Der Motor ist mir auch direkt beim Start abgestorben. Danach hat man mich in die Box geschoben, von wo aus ich das Rennen doch noch aufnehmen konnte. Ich bin die zweitschnellste Rennrunde gefahren, obwohl der Motor bei niedriger Drehzahl, also in den langsamen Kurven, das Gas unregelmäßig angenommen hat. An Hand der Telemetrie-Daten konnten wir nach dem Rennen auch deutlich sehen, dass eine Zylinderbank nicht richtig gelaufen ist. Für den Hungaroring bekomme ich einen komplett neuen Motor, der mich hoffentlich beim Punktesammeln unterstützen wird.

Bis zum Rennen in Ungarn wird eifrig an der Fitness gearbeitet, Foto: Sutton
Bis zum Rennen in Ungarn wird eifrig an der Fitness gearbeitet, Foto: Sutton

Der Hungaroring ist für uns Österreicher eigentlich der Heim-Grand Prix. Dieser Ring ist eine sehr langsame Strecke, mit engen Kurven, fast keinen Geraden und vielen Richtungswechseln. Man hat also keine Zeit, zum Rasten zwischendurch. Hier reiten wir eine volle Attacke auf unsere Nackenmuskeln und auf unsere Ausdauer. Die Hitze, die ich auch heuer wieder für das Budapestwochenende erwarte, macht das Ganze nicht einfacher. Mein Training für diese Woche wird natürlich voll auf diese Anforderungen ausgerichtet: vermehrtes Hitzetraining, langes Cardiotraining, Nackentraining und mehr Übungen für die Koordination und Reaktion.

Aber vor meinem nächsten Grand Prix bin ich noch zu einem ganz besonders schönen Event eingeladen, auf das ich mich schon sehr freue: zur Ennstal-Classic in Gröbming. Dieses Event dauert vom 25.7.-28.7. und wird organisiert von Helmut Zwickl und Michael Glöckner. Ich werden bei diesem Event einen Wolf F1 WR8 aus dem Jahr 1979 fahren, wobei ich schon total gespannt darauf bin, wie sich dieses Auto anfühlen wird und wie der Stand der Technik damals war. Immerhin liegen hier 28 Jahre Fortschritt dazwischen.

Ich werde natürlich in meiner nächsten Kolumne auf motorsport-magazin.com von diesem Event berichten und verbleibe bis dahin

Mit schönen Grüßen