Sein bisher bester Startplatz in der GP2, auf einer ihm bis dahin völlig unbekannten Strecke - Bruno Senna konnte nach dem Qualifying in Magny Cours wirklich strahlen. Sein Optiminsmus nach den Testfahrten in Paul Ricard in der vergangenen Woche war nicht übertrieben gewesen, er hat zusammen mit dem Arden-Team tatsächlich einen weiteren Schritt nach vorne gemacht.
Dritter Startplatz in Magny Cours - hättest du selbst damit gerechnet, so weit vorne zu sein?
Bruno Senna: Dafür, dass ich noch nie auf dieser Strecke war, sie hier gestern zum ersten Mal gesehen habe, bin ich wirklich sehr, sehr zufrieden. Ich kann nicht sagen, dass es die absolut perfekte Runde war, mit ein bisschen mehr Erfahrung hier wäre vielleicht schon noch ein kleines bisschen mehr drin gewesen. Aber sie war sehr gut, absolut am Limit - und ich hatte auch mal ein bisschen Glück, keinen größeren Verkehr, eine relativ freie Strecke vor mir… Aber die zweite Reihe, der dritte Startplatz - das war mein bisher bestes Qualifying.
Du konntest sogar noch ein bisschen Reifen sparen...
Senna: Ja, wenn man für das ganze Wochenende nur vier Sätze hat, dann muss man schon ein bisschen haushalten. Ich bin jetzt mit beiden neuen Sätzen nur ein oder zwei schnelle Runden gefahren, da sollte ich also für das Rennen noch gut sortiert sein.
Am Vormittag warst du ausnahmsweise mal langsamer als dein Teamkollege Adrian Zaugg, hat dich das geärgert?
Bruno Senna: Nein, ich sehe diesen Konkurrenzkampf überhaupt nicht negativ. Es ist gut für das Team, wenn er auch schnell ist, das zeigt auch, dass unser Auto immer besser wird. Und gerade heute früh war ich sogar ganz froh, dass er schnell war. Schließlich kannte er die Strecke im Gegensatz zu mir schon, und ich wusste, dass ich an ein paar Stellen, zum Beispiel in der ersten Schikane, noch nicht optimal unterwegs war. Da hat es mir dann schon geholfen, mir seine Daten anzuschauen und dann konnte ich mich ja auch im Qualifying deutlich verbessern.

Ist das Auto so perfekt oder müsst ihr über Nacht noch etwas ändern?
Bruno Senna: Ein bisschen schon, denn wir hatten jetzt eine Abstimmung, die mehr aufs Qualifying ausgelegt war. Die würde so die Reifen über die Distanz etwas zu sehr beanspruchen. Da müssen wir noch ein bisschen dran arbeiten, aber es sollte kein Problem sein. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir auch für das Rennen ein sehr gutes Auto haben, wir haben zusammen mit dem Team ja auch schon beim Test in Paul Ricard sehr viel erreicht, das Auto für Qualifying und Rennen deutlich verbessert. Und das Ergebnis heute war schon ein gutes Zeichen dafür...
Was erwartest Du jetzt morgen?
Bruno Senna: Also ein Podiumsplatz sollte es auf jeden Fall werden... Ob ich die zwei iSport vor mir unter Druck setzen kann? Mal sehen, wenn es regnet, auf jeden Fall wohl eher. Wenn nicht, dann muss man mal sehen. Unser Auto ist vom Rennspeed her vielleicht gar nicht so viel langsamer, es kommt dann auch darauf an, wie es mit dem Reifenverschleiß aussieht, auch, was sie für eine Strategie fahren werden, ob sie das Rennen vielleicht aggressiver angehen. Wenn überhaupt, dann kann ich sie wahrscheinlich eher durch die Konstanz gefährden als durch den reinen Top-Speed, da sind sie uns immer noch ein bisschen voraus.

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