Bei den ersten GP2-Rennen der Saison 2007 fiel auf: Einige Fahrer legen eine extrem aggressive Fahrweise an den Tag. Die erste Kurve war immer ein heikler Punkt; bei vielen Aktionen wurde extrem geholzt, was eine Menge Kollisionen und Abflüge zur Folge hatte.

Schon in Barcelona thematisierte Timo Glock diese draufgängerische und riskante Fahrweise. "Ich wollte eigentlich in der Fahrerbesprechung mal was dazu anbringen - aber das hat Giorgio Pantano mir dann abgenommen. Manche Fahrer glauben scheinbar immer noch, dass sie ein Rennen in der ersten Kurve entscheiden müssen. Das kann aber auch mal ganz böse ins Auge gehen."

Ausgerechnet der schwere Unfall von Robert Kubica in Montreal könnte laut Timo jetzt zu einem Umdenken im Feld führen. "Der Crash hat jedem wieder vor Augen geführt, wie schnell etwas brutal schief gehen kann, wenn unglückliche Faktoren zusammenkommen. Die Bilder waren so spektakulär, dass sich jeder zu Recht Sorgen um Robert gemacht hat - und dass auch jeder Rennfahrer automatisch über Unfälle und Folgen nachzudenken beginnt", gewährt Timo Einblick in die Psyche. "Es könnte sein, dass dadurch einige Leute ihre Herangehensweise etwas ändern. Speziell bei uns in der GP2 gab es zuletzt immer wieder sehr gewagte Manöver. Vielleicht denkt der eine oder andere jetzt mal ein bisschen über seine Fahrweise und Risikobereitschaft nach."

Timo selbst hatte den Unfall am Montag schon wieder verdaut: "Bei mir ändert sich nichts, weil ich ohnehin nicht einfach kopflos irgendwo hinein donnere, sondern schon beim Ansetzen eines Angriffes sehr genau überlege, wie ich ihn durchziehen kann. Ich kämpfe natürlich auch hart - aber mit einer kontrollierten Mischung aus Aggressivität und Risikobereitschaft."