Neues Rennen, altes Problem. Denn wieder einmal hat sich gleich beim Start eines Rennens der erste Gang verabschiedet. Mittlerweile ist es außer ärgerlich eigentlich nur mehr ärgerlich. Denn im Qualifying konnte ich wieder eine gute Leistung zeigen, war sogar vier Zehntel vor meinem Teamkollegen Timo, aber mein Getriebe macht bei einem Start mit vollem Tank einfach nicht mit. Schuld daran war diesmal aber nicht die Elektronik, die hat funktioniert, sondern ein Materialfehler, was auch der Hersteller bereits zugegeben hat. Schade ist eben, dass das nur mir passiert und das jetzt schon zum zweiten Mal hintereinander. Ausgerechnet in Monaco ist so etwas natürlich doppelt schlimm, denn ein Platz auf dem Podest war sicher drin.

Mein Innenleben könnt ihr euch deswegen sicher vorstellen. Mit den Plätzen drei, zwei und drei bin ich der beste Qualifyier und dann komme ich nicht vom Start weg. Das ist nicht besonders lustig und eigentlich fühle ich mich schon etwas auf den Arm genommen. Ich hatte voriges Jahr keinen einzigen Getriebeschaden und in 2007 bei den Tests auch keinen. Aber bei den Rennen hatte ich nun bereits drei und da macht man ja auch nicht mehr, als wegzufahren.

Im Training, als ich mit ungefähr 60 Prozent der vollen Spritmenge unterwegs war, hat alles einwandfrei funktioniert. Ich habe Probestarts gemacht und alles lief. Am Abend vor dem Rennen haben wir dann auch noch einmal alles durchgecheckt und gescanned, damit wir auch keine Haarrisse bei den Gängen übersehen und es war nirgends ein Problem festzustellen. Dann ging ich in die Startaufstellung und nach dem Losfahren in die Einführungsrunde habe ich dann schon wieder gemerkt, dass im ersten Gang etwas klappert. Da war beim Zahnrad für den ersten Gang schon wieder ein Zahn abgebrochen und mir sprudelten auch gleich wieder einige Schimpfwörter durch den Kopf, da es sich genauso anhörte wie in Barcelona.

Die schöne Aussicht bekam Andi während des Rennens gar nicht zu Gesicht, Foto: Sutton
Die schöne Aussicht bekam Andi während des Rennens gar nicht zu Gesicht, Foto: Sutton

Eigentlich war es auch in Bahrain schon das gleiche Problem. Aber irgendwie habe ich es dort geschafft, vom Start wegzukommen. Dort hatte ich aber Glück, dass ich überhaupt durchgekommen bin. Denn als wir nachher das Getriebe auseinander gebaut haben, fanden wir einen Zahn vom ersten Gang. Bis heute versteht keiner, wie ich es damals durch das Rennen geschafft habe, denn normalerweise hat man mit einem abgebrochenen Zahn einen Getriebesalat wie in Barcelona. Und nun war es wieder das Gleiche. Also hatte ich eigentlich in drei Rennen drei Getriebeschäden. Jetzt liegt es am Team und am Autohersteller, das Problem zu finden, denn so kann es nicht weitergehen. Denn wegen dieser Probleme geht mir die Meisterschaft verloren.

Beim nächsten Rennen in Magny Cours muss ich jetzt schauen, dass ich ohne Probleme unterwegs bin, damit ich aufholen kann. Bei den Tests davor in Paul Ricard werden wir einige Startsimulationen mit vollem Tank machen, denn ich will es nicht noch einmal erleben, dass mir der Gang bricht. Es sieht nämlich irgendwie ziemlich blöd aus, wenn ich da immer am Start stehen bleibe. Hoffentlich haben wir das Problem nach den zwei Testtagen endgültig ausgeräumt. Zeit genug sollten wir haben. Ich habe jedenfalls keine Lust, auf eine weitere Folge "Und täglich grüßt das Murmeltier", wo es in der Einführungsrunde immer zu klappern beginnt.