Mit den Leistungen wachsen auch die Ansprüche: In Bahrain beim Debüt war Bruno Sernna mit seinem fünften Startplatz noch überglücklich gewesen, jetzt in Barcelona genügte der sechste dann schon nicht mehr ganz: "Ich bin nicht ganz zufrieden, im Auto wäre mehr drin gewesen. Es ist halt ärgerlich, wenn man zwei Zehntel verliert, weil man auf der schnellsten Runde jemanden überholen muss. Der Lucas di Grassi konnte nicht mal wirklich was dafür, er ist halt direkt vor mir aus der Box gekommen, er hat sogar noch versucht, Platz zu machen, aber es hat mich halt trotzdem die Zeit gekostet", ärgerte sich Bruno im Gespräch mit motorsport-magazin.com ein bisschen.

Weniger als eine Zehntel fehlte am Ende auf den dritten Startplatz, "zwei Zehntel habe ich da verloren. Die Rechnung ist ziemlich einfach... Aber mal sehen, was im Rennen geht, wenn man einen guten Start hat, kann man hier schon gleich ein paar Plätze gutmachen, nachher ist das Überholen eher schwierig."

Besonders seinen jetztjährigen Teamkollegen aus der englischen Formel 3, Mike Conway, würde Bruno natürlich gern gleich hinter sich lassen, "und wenn ich vorne mit dabei bin, dann sollte eigentlich einiges gehen. Das Auto ist gerade über die Distanz gut und schnell, bis auf mit den iSport, die hier in einer eigenen Welt fahren, sollten wir mit allen mithalten können."

Will heißen - ein bisschen in Richtung Podium geht der Blick schon. Und möglich ist ja einiges: Letztes Jahr fuhr Michael Ammermüller hier im Arden vom 12. Startplatz noch auf's Podium - "aber da ist natürlich im Rennen auch einiges passiert. Da kann man sich nicht immer drauf verlassen. Was wir auf jeden Fall noch in den Griff bekommen müssen, ist der Verschleiß der Hinterreifen. Der ist jetzt, bei den höheren Streckentemperaturen als beim Testen, deutlich zu hoch, aber ich habe schon die ein oder andere Idee, was wir noch machen könnten."

Auch zwei andere kleine Probleme sollten lösbar sein: sich schon wieder abzeichnende Blasen an der Hand bekommen morgen vor dem Rennen "gleich mal vorsichtshalber einen Tapeverband, denn auch solche Kleinigkeiten können die Konzentration stören." Und dann muss das Team noch eine Lösung finden, Brunos etwas verformten Sitz wieder richtig "hinzubiegen". Was passiert war: "Das Auto stand im Parc Fermé vor dem Wiegen lange in der Sonne, mit dem Sitz drin - und durch die Wärme hat sich da einiges verformt und passt jetzt nicht mehr richtig. Das drückt jetzt da und dort ein bisschen. Für Monaco müssen wir einen neuen Sitz machen, aber hier jetzt auf die Schnelle würde das auch nichts bringen. Notfalls müssen wir ein bisschen drauf rumhämmern", grinste Bruno. Aber mit eigenwilligen Reparaturmethoden hat man bei Arden ja Erfahrung - siehe die wieder "gerade gehüpfte" Aufhängung.