20 Punkte sind noch zu vergeben und 10 Punkte ist der Abstand zwischen dem Meisterschaftsführenden Lewis Hamilton und Nelson Piquet Jr. Damit wird das Rennwochenende in Monza genau das spannende Finale, auf das alle Rennserien hoffen. Spannend wird es vor allem auch deswegen, weil sich der Kurs in Monza stark von den anderen Kursen in der Meisterschaft unterscheidet.

So viele lange Geraden hatte noch keine Strecke in diesem Jahr und damit einhergehend ist Monza klarerweise auch der schnellste Kurs. Nelson Piquet Jr. wird das Tempo aber egal sein, da für ihn nach der Bekanntgabe seines Testfahrerpostens bei Renault im nächsten Jahr nur mehr eines wichtig ist. "Ich weiß nicht, wie oft ich heute schon gefragt worden bin, ob der Druck jetzt weg ist, da meine Position als Renault Testfahrer für das nächste Jahr bestätigt wurde. Die Leute haben mich gefragt, ob es wirklich wichtig ist, dass ich jetzt noch die GP2-Serie gewinne. Die Antwort ist, der Druck ist nicht weg und es ist wichtig. Ich will immer noch diese Meisterschaft so sehr gewinnen. Das will ich schon seit zwei Saisons und es würde sich so anfühlen als hätte ich etwas verpasst, wenn ich es nicht schaffe", sagte Piquet.

Gleich im nächsten Atemzug musste er aber auch anerkennen, dass Lewis Hamilton wohl genau das gleiche fühlen dürfte und es deswegen wahrscheinlich ein hartes Wochenende werden wird. Vor allem auch darum, weil die anderen Piloten sicher nicht Rücksicht auf die beiden nehmen werden. Alleine aus deutschsprachiger Sicht gibt es drei, die sicher gerne wieder vorne mitmischen wollen. Michael Ammermüller, Timo Glock und Andreas Zuber haben in diesem Jahr bereits gewonnen. Zuber gerade erst beim Sprintrennen in Istanbul. Der Österreicher fühlt sich aber nicht nur deswegen für Monza besonders motiviert. "Für mich ist Monza magisch. Dort sind die Tifosi, dort ist die Geschichte, dort ist eine superschnelle Strecke. Außerdem ist Monza das echte Heimrennen meines Teams", sagte Zuber.

Doch auch wenn nur Hamilton und Piquet alleine auf der Strecke den Titel ausfahren würden, wäre das Wochenende schon spannend genug. Nicht nur dass beide als große Formel-1-Zukunftshoffnungen gelten, sie haben auch beide bereits großartige Leistungen in diesem Jahr gezeigt. Zuletzt sorgte beispielsweise Hamilton für Aufsehen, als er in dem Sprintrennen von Istanbul, das Zuber gewinnen konnte, von ganz hinten bis auf Platz zwei fuhr. Piquet schaffte dafür in Ungarn das Kunststück des perfekten Rennwochenendes mit Pole Position, zwei Rennsiegen und der jeweils schnellsten Rennrunde. Wer sich für sein Können und seine Leistungen am Ende den GP2-Titel verdient hat, werden wir an diesem Wochenende erfahren.