In den letzten Wochen durfte ich ganz besonders viel F1-Flair schnuppern: Zunächst ging es in die Red Bull Racing Fabrik nach Milton Keynes. Dort wurde mir mein erster Formel 1-Sitz angepasst!
In der GP2 hat jeder Fahrer zwei Renningenieure und das war's - bei RBR waren gleich fünf Leute nur für mein Seat-Fittung zuständig! Alle waren sehr nett zu mir und es hat gleich beim ersten Versuch geklappt - manchmal kann es schon ein paar Anläufe brauchen bis alles 100-prozentig passt. Ich interpretiere das einmal als ein gutes Omen für meine zweite F1-Ausfahrt beim Goodwood Festival of Speed.
Ich bin aber auch ziemlich optimistisch, dass ich in diesem Jahr noch einen richtigen F1-Test bestreiten darf. Zuerst vielleicht ein paar Straight-Line-Tests, um mich daran zu gewöhnen, und wer weiß was danach alles kommen mag?
Lieber Bayern als Monaco
Nach dem Ausflug auf die grüne Insel ging es ins Fürstentum. Ich bin die Strecke vor dem Wochenende natürlich schon einmal mit einem Straßenwagen abgefahren, allerdings konnte ich mir zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht vorstellen, wie es sein würde mit über 600 PS zwischen den Leitplanken entlang zu sausen.
Am wichtigsten ist es, einen kühlen Kopf zu bewahren und keine Fehler zu machen - denn hier ist jeder Fehler mit Sicherheit dein letzter. Was den Glamour, die Yachten und die Supermodels angeht, so konnte mich Monaco aber nicht vom Hocker hauen, da gibt es nichts Besseres als das gute alte Bayern!
Vor dem Rennen bin ich nur auf einem einzigen Straßenkurs in Bilbao gefahren. Aber ich mag die Herausforderung und das präzise Fahren zwischen den Leitplanken. Dennoch war es völlig anders als auf allen anderen Strecken, auf denen ich bisher gefahren bin. Manche Kurven sind so eng, dass man sich kaum vorstellen kann, überhaupt herum zu kommen.
Alles heil geblieben
Deshalb freute ich mich nach meiner ersten Ausfahrt am Donnerstag vor allem über eines: Ich hatte das Auto nicht beschädigt! Leider lernte ich schon im Freien Training das große Übel von Monaco kennen: Den Verkehr. Dieser behinderte mich auch im Qualifying.
Es war absolut hoffnungslos eine freie Runde zu bekommen. Die anderen fuhren langsam, drehten sich direkt vor mir und gelbe sowie rote Flaggen zerstörten eine Runde nach der anderen. Ohne den Verkehr hätte ich garantiert in die Top10 gelangen können.
Im Rennen fand ich mich schon nach der ersten Kurve auf Platz 12 wieder. Der Start war einfach phänomenal: Erst war ich innen, dann ging ich nach außen und überholte ziemlich viele Autos. Ich habe gar nicht mitzählen können wie viele. Mein Boxenstopp kam genau zur richtig Zeit - obwohl ich nicht exakt an der richtigen Stelle anhielt. Ansonsten hätte ich vielleicht noch ein paar Plätze gutmachen können.
Nichtsdestotrotz bin ich mit dem 7. Platz, zwei Punkten und einer Zielankunft in diesem wirklich schwierigen Rennen sehr zufrieden. Besonders weil ich in den letzten 15 Runden ein Reifenproblem hatte und viel herumrutschte. In diesem Fall kam mir die Streckencharakteristik einmal zugute: Diesmal konnte mich niemand überholen!

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