Als Meister der Formel BMW Europa 2010 wird Robin Frijns in die Geschichtsbücher der Nachwuchsserie eingehen. Nicht unbedingt, weil er allen anderen Piloten um die Ohren gefahren ist oder besonders viele Rennen gewonnen hat - sondern weil es die letzte Saison dieser Art war. Die Formel BMW Europa wird, genau wie die Ableger in Asien und Amerika, eingestellt.

Die Kosten sind einfach zu groß geworden, im Rahmen der Formel 1 wurde eine Saison von Jahr zu Jahr teurer. 2010 musste ein Fahrer schon beinahe eine halbe Million Euro mitbringen, wenn er bei einem Top-Team andocken wollte. Ab 2011 gibt es einen Talent Cup, in dem man mit den alten Fahrzeugen abseits von großen Veranstaltungen junge Fahrer sichten wird.

Bereits im Juli kündigte BMW das Ende der eigenen Formel-Meisterschaft an. Zu diesem Zeitpunkt war die Saison natürlich noch voll im Gange, erst drei Rennwochenenden waren absolviert. Nach einer Nullrunde zum Auftakt in Barcelona lag der spätere Meister zu diesem Zeitpunkt noch 33 Punkte hinter seinem ärgsten Rivalen Jack Harvey zurück.

Harvey lag bis zum Finale in Führung

Der Brite wusste vor allem auf dem Stadtkurs in Valencia zu überzeugen, auf dem er in beiden Rennen die maximale Punktzahl holte. Danach ging es ausgerechnet nach Silverstone, ein Heimspiel für Harvey. Und auch dort war er erfolgreich: "Das ist erneut ein fantastisches Ergebnis. Ich hatte einen ziemlich guten Start. Robin blieb mir in den ersten drei Runden auf den Fersen, dann konnte ich mich jedoch entscheidend absetzen."

In der Meisterschaft konnte sich Harvey danach nicht mehr weiter absetzen. Sein Vorsprung schmolz langsam aber sicher, auch weil Frijns jeweils ein Rennen in Hockenheim, Budapest und Spa-Francorchamps für sich entschied. Eine Entscheidung sollte aber erst beim großen Finale in Monza fallen.

Foto: BMW AG

Mit 17 Punkten Rückstand ging Frijns in die letzten beiden Rennen der Formel BMW, eine Vorentscheidung fiel dann schon am Samstag. Während Frijns das Rennen souverän für sich entschied, holte Jack Harvey nur einen Punkt - und war plötzlich nicht mehr der Gejagte, sonder der Jäger. Im 16. und letzten Lauf des Jahres gewann Harvey zwar, den Rückstand auf seinen niederländischen Gegner konnte er allerdings nicht mehr egalisieren.

Direkt nach dem erfolgreichen Finale jubelte Frijns: "Ich weiß noch gar nicht so recht, wie ich mich fühlen soll. Wenn ich zu Hause bin, werde ich noch einmal über alles nachdenken und mich wohl dann erst richtig als Champion fühlen. Nachdem, was gestern alles passiert ist, kann ich es noch gar nicht wirklich glauben. Das hätte ich nicht erwartet. Wenn man sich das gesamte Jahr ansieht, dann hatten Jack und ich jeweils einen Unfall. Es ist also ausgeglichen. Sein Unfall im vorletzten Lauf war für ihn natürlich sehr unglücklich, da ich mich dadurch an die Spitze setzen konnte."