Die Berg- und Talbahn scheint den Eifelaner Vietoris an seine Heimat zu erinnern. Dort feierte er auf dem Nürburgring seinen ersten Sieg. Doch es wird nicht einfach für Vietoris, steht doch in beiden Startaufstellungen der Tabellenführer Carlo van Dam neben ihm. Für den Niederländer gibt es nur ein Ziel: den Sieg! Schließlich ist der Titel für ihn in greifbarer Nähe. Mit den beiden zweiten Plätzen konnte sich Van Dam immerhin vor seinen schärfsten Konkurrenten in der Meisterschaft Frédéric Vervisch setzen. Der Belgier fuhr auf die Plätze drei und vier. Sein Teamkollege und Landsmann Nico Verdonck ist immer in seiner Nähe und startet von vier und drei.
Wie schon an einigen Rennwochenende zuvor in dieser Saison fanden die beiden 20-minütigen Zeittrainings direkt hintereinander statt. Eine Pause von 20 Minuten ermöglicht den Teams kleine Reparaturen vorzunehmen, nachtanken ist allerdings verboten. Die Startaufstellung für das erste Rennen am Samstagnachmittag entschied sich in der letzten Runde. Die Zeit war schon abgelaufen als Carlo van Dam in seiner letzten Runde Christian Vietoris von der Spitze verdrängte. Doch der 18-Jährige, der erst nach dem Niederländer abgewinkt wurde, nutzte die Chance und konterte. Mit einer Zeit von 1:14.728 Minuten war er 0,020 Sekunden schneller als Van Dam. Der zweimalige Zweite von Assen Matteo Chinosi hielt mit Platz fünf den Anschluss an die Spitze. Doch er hatte unter gelb eine schnelle Runde gefahren. Diese wurde dem Italiener gestrichen und in der Startaufstellung muss er zusätzlich drei Plätze zurück auf Rang zehn. Auch Norman Knop wurde von der Rennleitung wegen dem gleichen Vergehen bestraft.
Im zweiten Zeittraining konnte niemand Christian Vietoris gefährlich werden. Knapp elf Minuten vor Ende übernahm er Platz eins. An der Zeit von 1:14.346 Minuten bissen sich Carlo van Dam Matteo Chinosi und Nico Verdonck die Zähne aus. Zudem erschwerten zwei Gelbphasen die Zeitenjagd. In den letzten Runden lieferten sich Van Dam und Verdonck einen harten Zweikampf um Platz zwei. Wieder hatte der die Nase vorne, der als letztes die Ziellinie überquerte. Diesmal hatte Van Dam Glück und eroberte den Platz in der ersten Startreihe.
Michael Klein, der eigentlich in der Formel-3-Trophy unterwegs ist, versuchte sich in den Kampf um die Spitze einzuschalten. Im ersten Qualifying konnte er immer wieder Platz eins übernehmen. Doch auch der endgültige fünfte Platz ist eine sehr gute Leistung des 19-Jährigen. Im zweiten Teil des Zeittrainings hatten er und sein Team zu hoch gepokert. Er ging spät auf die Strecke – genau in einer Gelbphase. Als diese vorbei war, waren die Reifen zwar warm, aber der Sprit alle. Trotzdem holte er sich noch den siebten Startplatz. Damit ist er beide Male Schnellster der Trophy-Wertung vor Marcel Schuler und Simon Solgat.
Christian Vietoris:
Am Sachsenring läuft es wirklich sehr gut für mich. Im ersten Qualifying war es richtig eng. Allerdings habe ich auch nicht alles gegeben, da mir mein Abflug von gestern noch in den Kleidern hing. Aber das Auto war super und so verlief es im zweiten Zeittraining noch besser. Für heute und morgen ist der Sieg das Ziel.
Carlo van Dam:
Es lief nicht so schlecht für uns, aber nicht so gut wie in Assen. Aber ich bin zwei sehr gute Runden gefahren und mein Team hat einen guten Job gemacht. Es ist witzig, dass ich jetzt vier Mal hintereinander auf dem zweiten Platz stehe. Vorher war es immer die Pole. Hoffentlich wird es in Oschersleben nicht noch schlechter. Doch hier will ich erst mal gewinnen und die zweiten Plätze sind eine sehr gute Ausgangsposition.
Nico Verdonck:
Im ersten Qualifying war mehrere Runden lang gelb, deshalb war es schwierig noch vorne zu fahren. Doch das Auto hat sich sehr gut angefühlt. Leider bin ich in meiner schnellsten Runde aufgehalten worden. Der zweite Teil verlief besser und mit dem dritten Platz bin ich auch sehr zufrieden. Carlo hat mich nur knapp geschlagen. Wir werden sehen, was im Rennen passiert.
Frédéric Vervisch:
Mit meinem dritten Platz für das erste Rennen bin ich sehr zufrieden. Nach meinem Abflug gestern, habe ich heute einige Runden gebraucht bis mein Selbstbewusstsein wieder voll da war. Allerdings war ich in der Kurve, in der ich abgeflogen war noch etwas langsam. Im zweiten Qualifying bin ich oft im Verkehr stecken geblieben. Aber mit einem guten Start im Rennen ist noch alles drin.
Michael Klein:
Im zweiten Qualifying-Teil hatte ich großes Pech mit der Gelbphase. Ich bin erst spät aus der Box gefahren, genau in dieser Gelbphase. Danach hatte ich zwar warme Reifen, aber nicht mehr genug Sprit. Zum Glück habe ich noch eine schnelle Runde zusammenbekommen. Auch im ersten Teil hätte es noch weiter nach vorne gehen können. Aber Platz fünf ist schon okay.

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