eSports - NEO Endurance Serie: Saisonfinale um die WM

Showdown am Nürburgring - NEO Endurance Serie geht in die finale Runde

Die Langstrecken Serie trägt ihr Finale auf dem Nürburgring aus. Was erwartet die Fans des Simracings, was erwartet die Teams? Wir sprachen mit den Fahrern.
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Motorsport-Magazin.com - Die NEO Endurance Serie, kurz NES, ist wahrscheinlich jedem Fahrer in iRacing und darüber hinaus vielen Simracing Fans ein Begriff. Wem die NES trotzdem kein Begriff ist, hier eine kurze Vorstellung.
Die NES ist eine Endurance Serie in iRacing, in der sich mit die führenden Teams im virtuellen Motorsport über eine Saison lang messen. Sieben Rennen umfasst eine Solche, die sich jeweils über eine Distanz von sechs bis acht Stunden erstrecken. Zu dem besonderen Reiz des Langstreckenrennsports gehört natürlich auch das Multiclassracing, das durch eine Prototyp-Klasse, der GT1 Klasse sowie der GT2 Klasse gegeben ist. Insgesamt sind es 42 Teams, die sich vor der Saison für einen Startplatz qualifizieren konnten. Das Qualifying ging heute über die Bühne, Sonntag um 15 Uhr ist der Rennstart.

Sebring, COTA und Watkins Glen waren die ersten Schauplätze

Bereits im Oktober 2015 startete man in die nun zweite Saison der NEO Endurance Serie, wo mit dem Auftaktrennen über acht Stunden in Sebring der Startschuss in die Saison fiel. Dort zeigte sich bereits früh, wer die Sommerpause gut genutzt hat und mit neuen Ambitionen an den Start geht.
Titelverteidiger VRS Coanda Simsport konnte sich in der LMP-Klasse direkt den ersten Sieg der Saison sichern. In der GT1-Klasse war es Thrustmaster Mivano Racing, die ihrer Favoritenrolle mit dem Auftaktsieg gerecht wurden und im Ford GT2 war es Fenix Motorsports, gefolgt von IRDK Assault Racing und dem SimRC.de-Team.

Plan ist es am bisherigen Erfolgskonzept nichts zu ändern, so konnten wir bisher alle Rennen auf einem der ersten beiden Plätze beenden
Jörn Jens

Der Saisonauftakt sollte sich für viele Teams als richtungweisend herausstellen, denn auch nach sechs von sieben Meisterschaftsläufen ist es VRS Coanda Simsport, welches mit 252 Zählern die Protyp-Klasse anführt. 35 Punkte beträgt der Abstand zu Radicals Online auf Platz 2, was auf der einen Seite ein gutes Polster darstellt, dennoch werden auch im letzten Lauf 50 Punkte vergeben.

Dem ist man sich bei Coanda bewusst, lässt uns Teammitglied Jörn Jens wissen, der am Nürburging zusammen mit Rens Broekman und Mitchell deJong an den Start gehen wird. "Unser Plan ist es am bisherigen Erfolgskonzept nichts zu ändern, so konnten wir bisher alle Rennen auf einem der ersten beiden Plätze beenden, abgesehen von einem bei dem wir durch technische Probleme zurückgefallen sind. Das heißt also jegliches Risiko vermeiden, da man sich auch bei Langstreckenrennen keine unnötigen Fehler erlauben darf, besonders wenn es in der Spitze so eng zugeht. Vor dem letzten Rennen der vorherigen Saison war die Ausgangssituation ähnlich und wir wurden durch eine frühe unverschuldete Kollision weit zurückgeworfen. Letzten Endes konnten wir dann nur durch einen Fehler des damaligen Titelkonkurrenten die Meisterschaft gewinnen."

Meisterschaftsstand nach 6 von 7 Läufen
VRS Coanda Simsport 252
Radicals Online 217
Friction Racing 168

Auch in der GT1 Klasse konnte Thrustmaster Mivano Racing die guten Leistungen aus dem Auftaktrennen bestätigen. Drei weitere Siege konnte man verbuchen und steht mit 245 Zählern nun mit 43 Punkten vor Hammer Down Racing, die zwar noch keinen Sieg einfahren konnten, aber bisher konstant in die guten Punkteränge fuhren und drei zweite Plätze vorweisen können. Nur drei Punkte dahinter befindet sich das GT1-Team von Radicals Online. Dort ärgert man sich noch jetzt über den neunten Platz beim letzten Lauf in Monza, der die Titelchancen vor dem Finallauf auf eine kleine rechnerische Chance minimierte. Dennoch kann durch einen Fehler von Mivano noch alles passieren, daher verspricht man sich ein spannendes Finale.

Meisterschaftsstand nach 6 von 7 Läufen
Thrustmaster Mivano Racing 245
Hammer Down Racing 202
Radicals Online GT1 199

In der GT2-Klasse konnte das Team von SimRC.de dagegen im letzten Lauf schon die Meisterschaft unter Dach und Fach bringen. Drei Siege, aber vor allem die konstanten Podiumsplätze in jedem Rennen sorgten dafür, dass man nun mit einem Vorsprung von 54 Punkten auf Fenix Motorsports in das letzte Rennen geht. Wir sprachen mit SimRC.de-Pilot Sven Deml, der uns Einblicke in die bisherige Strategie des Teams gab.
"Unser Erfolgsrezept für diese langen Rennen ist uns aus allen gefährlichen Situationen herauszuhalten, wir versuchen uns in keine unnötigen Zweikämpfe verwickeln zulassen und stecken lieber mal zurück, als eine Kollision zu riskieren. Vor allem in der Anfangsphase des Rennens, wenn alle Teams noch dicht zusammen sind und die Prototypen auch alle auf einmal vorbei wollen, kann es schnell schiefgehen. Da ist es wichtig sehr aufmerksam zu sein und einen kühlen Kopf zu bewahren.
Die Strategie spielt auch eine große Rolle. Wir haben es in einigen Rennen geschafft, den Verkehr zu nutzen, um Sprit zu sparen und konnten dadurch einen Stopp weniger machen als unsere Konkurrenz. Wenn es so eng zugeht wie in der NES, dann macht sowas am Ende den Unterschied aus."

Meisterschaftsstand nach 6 von 7 Läufen
SimRC.de 265
Fenix Motorsport 211
Torrent Motorsports 160


Konstante schnelle Runden sind wichtiger als kurzfristige Gewinne
Sven Deml

Motorsport-Magazin.com wollte von den Fahrern wissen, auf was es im virtuellen Langstreckenrennsport besonders ankommt. Welche speziellen Maßnahmen von Team und Fahrern getroffen werden, verrät Sven Deml.
"Im Vergleich zum Sprintrennen muss man hier viel konservativer ans Rennen herangehen, konstante schnelle Runden sind wichtiger als kurzfristige Gewinne. Da es ein Teamrennen ist muss das Setup so angepasst werden, dass alle Fahrer gut damit zurechtkommen und eventuell müssen beim Boxenstopp kleinere Änderungen am Fahrzeug vorgenommen werden. Die Länge des Rennens führt auch zu Veränderungen in den äußeren Bedingungen. Wind, Wetter und Asphalttemperaturen ändern sich während des Rennens und können dabei auch das Fahrverhalten beeinflussen. Dabei ist die Kommunikation im Team entscheidend, dass kein Fahrer von den neuen Bedingungen überrascht wird."

Jörn Jens ist sich seiner Rolle als Fahrer der LMP-Klasse bewusst. - Foto: iRacing

Coanda Simsport Fahrer Jörn Jens schreibt als Fahrer der Prototyp-Klasse den Überrundungen eine ganz besondere Bedeutung zu: "Sehr wichtig ist es den anderen Fahrern besonders beim Überrunden früh deutlich zu machen was man vorhat, also ob man noch vor einer Kurve überholen möchte, oder erst danach, aber auch die Signale der anderen Fahrer richtig zu deuten damit man weiß was diese vorhaben. Als Starter in der schnellsten Klasse hilft es zu wissen, wie sich die anderen Wagen fahren, also zum Beispiel welche Bremspunkte diese haben und welche Linien in Kurven gefahren werden können. Dadurch kann man gut unnötige Risiken vermeiden.", so der Deutsche.

Rennserie zum ersten Mal am Nürburgring

Seit Ende letzten Jahres gibt es in iRacing die Möglichkeit Rennen auf der virtuellen Version des Nürburgrings auszutragen, daher zieht es Fahrer und Teams der NES nun erstmals in die Vulkaneifel. Der 5,1 km lange Grand-Prix-Kurs, der jährlich auch für Multiclass Serien wie der WEC als Schauplatz dient, ist für viele Fahrer und Fans ein Highlight.
"Die besondere Herausforderung am Nürburgring ist meiner Meinung nach, dass man immer kurze Gelegenheit hat zwischen den Kurven etwas zu entspannen, da eigentlich die ganze Runde eine Kurve auf die nächste folgt. Besonders im Überrundungsverkehr wird es sehr wichtig sein einen kühlen Kopf zu bewahren, da es hier nur wenig Gelegenheiten gibt einfach an anderen Fahrern vorbeizukommen.", so Coanda Simsport-Fahrer Jörn Jens.

Das SimRC.de-Team um Sven Deml startet am Nürburgring mit neuer Lackierung - Foto: iRacing

Wie für Jörn Jens ist es auch für Sven Deml das Heimrennen, auf das noch einmal der Fokus gelegt wird.
"Der Nürburgring ist eine recht enge Strecke mit vielen links-rechts Kombinationen, die leicht zu Missverständnissen führen können. Das ist vor allem in einem Multiclass-Rennen ein großer Faktor, da die Prototypen in diesen Kurven sehr viel schneller sind als die GTs. Es gibt außerdem keine langen Geraden, die das Überholen einfacher machen würden. ", so der Ford GT-Fahrer in Diensten von SimRC.de.

Wenn am Sonntag um 15 Uhr zum letzten Mal in dieser Saison die Ampeln auf grün springen wünschen wir allen Fahrern und Teams einen gelungenen Saisonabschluss und laden jeden rennsportinteressierten Leser ein im Livestream auf RaceSpot TV vorbeizuschauen.


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