Dakar / Hintergrund

In Colins Fußstapfen - Bruno Saby

Bruno Saby hat eine der schwierigsten Aufgaben im Motorsport. Er tritt das Erbe des verunglückten Colin McRae an.
von Nico Schweinzer

Motorsport-Magazin.com - Bruno Saby kam eher spontan zu seinem Cockpit beim X-Raid Team. Durch den Tod des Publikumlieblings Colin McRae, der die Motorsportwelt erschütterte, klaffte plötzlich ein großes Loch im X-Raid Team. Ursprünglich wollte man mit Nasser Al-Attiyah, Guerlain Chicherit und eben Colin angreifen. "Den Platz im BMW X-Raid Team habe ich leider durch einen unglücklichen Zwischenfall bekommen – dem Tod von Colin McRae. Es ist auch für mich nicht einfach jetzt seinen Platz im Team inne zu haben.", zeigte sich Saby sichtlich berührt.

Den Platz im BMW X-Raid Team habe ich leider durch einen unglücklichen Zwischenfall bekommen – dem Tod von Colin McRae. Es ist auch für mich nicht einfach jetzt seinen Platz im Team inne zu haben.
Bruno Saby

Besagtes Loch galt es, im sportlichen Sinne, bestmöglich zu füllen. Den Zuschlag erhielt Saby. Der Dakar Sieger von 1993 muss das schwere Erbe von McRae antreten was natürlich auch eine emotionale Belastung darstellen kann. Sportlich ist Bruno Saby nämlich eine feste Größe. Bereits 14 Mal hat er an der härtesten Rallye der Welt teilgenommen und wird versuchen mit dem X-Raid Team seinen Erfolg von 1993 zu wiederholen.

Hinter jedem starken Mann steht eine starke Frau heißt es. So ähnlich verhält es sich auch im Rallyesport, den ohne die schnellen Anweisungen der Beifahrer, wäre ein Rallyefahrer um ein vielfaches schwächer. Saby wird in diesem Jahr von seinem Landsmann Alain Guehennec unterstützt, welcher wie alle Beifahrer, eine entscheidende Rolle im Kampf um den Sieg spielt. Guehennec leistete im vergangenen Jahr noch seine Dienste für Nasser Al-Attiyah, dem jetzt Tina Thörner ihre Dienste erweist.

So schnell kann es gehen: Saby im X-Raid BMW - Foto: X-Raid

Saby zeigt sich glücklich, endlich wieder in einem konkurrenzfähigen Team zu starten. "Ich freue mich sehr, dass ich wieder in einem wettbewerbsfähigen Team starten kann. In den letzten zwei Jahren saß ich in Fahrzeugen, mit denen ich nicht gewinnen konnte.", meint Saby. Viel Zeit um sich vorzubereiten war für ihn nicht vorhanden. Durch den spontanen Einsatz war die Möglichkeit sich für die Rallye zu rüsten, stark begrenzt. Ein Vergleich zu Mitsubishi oder Volkswagen lässt sich so nur schwer ziehen.

Das kurzfristige Engagement beunruhigt Bruno Saby jedoch nicht, "Ich hoffe, dass ich mich in den Top fünf platzieren kann. Aber warum sollte es auch nicht ein Platz unter den ersten drei sein? Realistischer sind die Top fünf, aber das Podium lasse ich nicht aus den Augen."

Es wird spannend zu sehen, ob Saby noch genug Biss hat um den Erfolg von 1993 zu wiederholen. Das Erbe Colins anzutreten dürfte Ansporn genug sein.


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