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Fahrer, die mit Verletzungen fuhren!

Das Formel 1 Forum früherer Tage...
Beitrag Dienstag 9. Mai 2006, 20:41

Beiträge: 39241
Ich bin bei der Recherche nach den Europa GP Rennen vor 1950 auf was gestoßen. Ich setze hier ein Teil davon rein, was ich zum Europa GP 1923 (eigentlich der Italien GP, aber das ist wieder ein anderes Thema!) geschrieben habe, wo das erwähnt wird, was ich meine. Ausführlich kommt es dann bei Histrorie zu den Rennen.

Doch das Rennen bzw. Testfahrten zu diesem Rennen in Monza forderten bereits zuvor ein Todesopfer: Pietro Bordino testete seinen Fiat am Abend vor dem Grand Prix und als Beifahrer war Enrico Giaccone mit an Bord. Der Wagen verunfallte in der Nordkurve auf dem Kurs in Monza schwer und Giaccone verstarb. Fiat zog vor heimischen Publikum aber die Rennwagen nicht zurück (denn außer den italienischen Teams wären sonst nur deutsche Benz, amerikanische Miller Fahrzeuge und Fahrzeuge von Rolland Pilaine und Voisin Laboratoire am Start gewesen, was den italienischen Fans wohl kaum gefallen hätte). Bordino hat sich bei dem Unfall am Vorabend eine Hand gebrochen, doch völlig überraschend fuhr er das Rennen! Fiat baute den Rennen noch vor dem Rennen um. Bordino steuerte den Renner mit einem Arm und die Mechanik schaltete die Gänge! Er führte das Rennen auch an, fuhr die schnellste Rennrunde und hatte einen großen Vorsprung auf die Verfolger, doch in Runde 45 musste er seinen Fiat an die Box steuern.

Is doch unglaublich oder? Fallen euch mehrere solcher Fälle ein?

Johnny Herbert ist doch auch 1989 noch mit Verletzungen von seinem Formel-3000 Unfall in Jerez mit Allan McNish gefahren, ich glaub es war was am Bein und es waren die ersten Rennen 1989, aber genauere Infos sind mir gerade entfallen.

Erwähnenswert ist auch Alessandro Zarnadi. Der Italiener hat ja seit einem schweren ChampCar Unfall 2001 auf dem Lausitzring keine Beine mehr und fährt dennoch wieder Rennen. In der Tourenwagen EM fährt er dennoch bereits für BMW wieder Rennen und auch in seinem ChampCar von, in dem er 2001 so schwer verunglückte, fuhr der Ex Formel-1 Pilot Runden. Auch für Williams sollte er Mal Demorunden fahren, wie auch sein BMW Tourenwagen und das ChampCar mit Sonderanfertigung!

Auch Alessandro Nannini fuhr doch noch nach seinem Flugzeugabsturz Testfahrten im Formel-1, soweit ich aus dem Kopf weiß. Kann das jemand bestätigen und für welche Teams?

Kennt ihr mehr solche Fälle, auch nicht nur auf die Formel-1 bezogen.
Bei den harten Kerlen in der USA muss das doch auch schon häufiger vorgekommen sein.

Beitrag Dienstag 9. Mai 2006, 21:14

Beiträge: 542
Ayrton Senna hat sich mit diesen Wasser-Jetskies (oder wie auch immer die geschrieben werden) verletzt. Das Teil fuhr ihm über den Kopf und er hatte eine riesen Narbe am Kopf bzw noch verband drumm... ist trotzdem ein rennen gefahren. es war mein ich 1991 aber welches rennen weiß ich nich mehr.
MfG

ErTzU :evil:

Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

Minardi 4 Ever

Beitrag Dienstag 9. Mai 2006, 21:26

Beiträge: 216
Nigel Mansell hatte sich am Samstag vor dem GP von Spanien 1991 den linken Fuss beim Fussballspielen verstaucht. Am Sonntag fuhr er trotzdem. Und gewann.
\"Der beste Rennwagen ist derjenige, der nach der Ziellinie zusammenbricht\"

Beitrag Dienstag 9. Mai 2006, 21:45

Beiträge: 8060
Magic Mansell hat geschrieben:
Nigel Mansell hatte sich am Samstag vor dem GP von Spanien 1991 den linken Fuss beim Fussballspielen verstaucht.

Weisst Du noch wer ihn damals auf den Fuß trat...?! :D)

Beitrag Dienstag 9. Mai 2006, 21:46

Beiträge: 107
Bei den Motorradfahrern ist das ja quasi üblich, dass man mit gebrochener Hand/Schlüsselbein etc. noch fährt!
Seit es bei der F1 die Regel gibt, dass der Fahrer sein Auto innerhalb 15s verlassen muß denk ich mal schließt sich sowas aus!

Beitrag Dienstag 9. Mai 2006, 22:51

Beiträge: 3303
Alfalfa hat geschrieben:
Magic Mansell hat geschrieben:
Nigel Mansell hatte sich am Samstag vor dem GP von Spanien 1991 den linken Fuss beim Fussballspielen verstaucht.

Weisst Du noch wer ihn damals auf den Fuß trat...?! :D)



War das nicht das Rennen wo man ihn für den Oscar vorschlagen wollte
Links humpelnd ins Auto eingestiegen und rechts humpelnd wieder raus :-)
Nigel war schon ein gnadenlos guter Schauspieler auf seine Art :-)

Beitrag Dienstag 9. Mai 2006, 23:00

Beiträge: 8060
Darauf wollte ich raus. Dieses schmerzverzerrte Gesicht... :lol: :lol: :lol:

Beitrag Dienstag 9. Mai 2006, 23:01

Beiträge: 190
Der britische F1-Pilot Alan Stacey steuerte sogar mit einer Beinprothese seinen Lotus. Sein rechtes Bein war von Geburt an kürzer und schwächer ausgebildet, der rechte Unterschenkel war durch eine Prothese ersetzt, so dass er mit einem motorradähnlichen Gaszug fahren musste.
Stacey verunglückte jedoch beim Belgien GP 1960, als ihm ein Vogel ins Gesicht prallte und er von der Strecke kam und sein Auto anfing zu brennen.
Clark, Ascari, Senna-
Drei Jahrhundertrennfahrer, drei tragische Tode

Beitrag Mittwoch 10. Mai 2006, 15:01

Beiträge: 224
Bruno Giacomelli hatte es doch seit einem Unfall vor seiner F1-Zeit mit dem Rücken, der ihm immer wieder zu schaffen machte.
Und Gunnar Nilson fuhr ja bis es nicht mehr ging, trotz seines Krebses. Bei den Übersee GPs am Ende von 1977 war er ja beispielsweise schon arg gezeichnet.
Der Mensch hat sogar die Wüsten zum Blühen gebracht. Die einzige Wüste, die ihm noch Widerstand leistet, befindet sich in seinem Kopf.
(Ephraim Kishon)

Beitrag Mittwoch 10. Mai 2006, 15:10

Beiträge: 4564
Bei Michael Schumacher erkannte man 2001 eine Wirbelverletzung die man vorher nicht erkannte. diese Verletzung hatte er sich in den ersten Jahren seiner F1 Karriere zugezogen. Weiss jemand bei welchem Rennen er sich Verletzte???
Tippspiel-Teams:
F1: Seifenkistel Roadrunners
Rallye: Ricola Rot Weiss Alpenteam Ilmor WRC
DTM: Speedpflicht DTM Team
MotoGP: Agostini MV Augusta

Beitrag Mittwoch 10. Mai 2006, 15:26

Beiträge: 224
Eben ist mir noch Jean Pierre Beltoise eingefallen der nach einem üblen Unfall seine ganze F1-Karriere mit steifem linken Arm bestritt. Normalerweise hätte er keinerlei Rennen mehr bestreiten können, jedoch ließ er sich seinem Arm in einen bestimmten Winkel positionieren, sodass er damit zumindest wieder ums Lenkrad greifen konnte.
Von welchem Unfall iese Verletzung allerdings genau herrühte, entzieht sich meiner Kenntnis.
Der Mensch hat sogar die Wüsten zum Blühen gebracht. Die einzige Wüste, die ihm noch Widerstand leistet, befindet sich in seinem Kopf.
(Ephraim Kishon)

Beitrag Mittwoch 10. Mai 2006, 16:55

Beiträge: 190
Helmpflicht99 hat geschrieben:
Bei Michael Schumacher erkannte man 2001 eine Wirbelverletzung die man vorher nicht erkannte. diese Verletzung hatte er sich in den ersten Jahren seiner F1 Karriere zugezogen. Weiss jemand bei welchem Rennen er sich Verletzte???


Könnte im Training zum Suzuka-GP 1991 gewesen sein. DA hatte er jedenfalls einen üblen Crash. Ich bin mir aber nicht sicher...
Clark, Ascari, Senna-
Drei Jahrhundertrennfahrer, drei tragische Tode

Beitrag Mittwoch 10. Mai 2006, 17:37

Beiträge: 0
Robert Kubica, der jetzige BMW-Sauber Tester, hatte sich zu Beginn einer Saison in der Formel 3 Euro Serie, es müsste 2003 (vielleicht auch 2004?) gewesen sein, verletzt.
Die ersten Rennen pausierte er, dann kehrte er zum Norisring zurück, allerdings immernoch mit 14 Schrauben im Arm.
Er gewann sein erstes Rennen in der neuen Serie und zudem mit dieser Verletzung belastet...

Beitrag Mittwoch 10. Mai 2006, 17:38

Beiträge: 0
techer87 hat geschrieben:
Helmpflicht99 hat geschrieben:
Bei Michael Schumacher erkannte man 2001 eine Wirbelverletzung die man vorher nicht erkannte. diese Verletzung hatte er sich in den ersten Jahren seiner F1 Karriere zugezogen. Weiss jemand bei welchem Rennen er sich Verletzte???


Könnte im Training zum Suzuka-GP 1991 gewesen sein. DA hatte er jedenfalls einen üblen Crash. Ich bin mir aber nicht sicher...


Ja, das war Suzuka 91.

Beitrag Mittwoch 10. Mai 2006, 18:19

Beiträge: 1861
steve mcqueen fuhr 1970 die 12h von sebring mit einem gebrochen knöchel - das hatten wir vor kurzem im geburtstagsthread.

gerhard berger fuhr zu beginn der saison 1997 mit einer eitrigen kieferentzündung. sie machte schließlich eine operation nötig, testfahrer wurz sprang für drei rennen ein.
"When you're racing, it's life. Anything that happens before or after is just waiting."

Michael Delaney (Steve McQueen), Le Mans

Beitrag Mittwoch 10. Mai 2006, 22:33

Beiträge: 1861
ein interessanter fahrer war auch der innsbrucker otto mathé (1907-1995). er hatte zwar nur einen arm, fuhr aber dennoch in den 50er-jahren recht erfolgreich sportwagen-, berg- und sandbahnrennen.

Bild

quelle: www.otto-mathe.de
"When you're racing, it's life. Anything that happens before or after is just waiting."

Michael Delaney (Steve McQueen), Le Mans

Beitrag Mittwoch 10. Mai 2006, 22:55

Beiträge: 4967
Interessant :D) , vorallem das Auto. Wie konnte er lenken und schalten :?

Beitrag Mittwoch 10. Mai 2006, 23:17

Beiträge: 216
LotusFan hat geschrieben:
Alfalfa hat geschrieben:
Magic Mansell hat geschrieben:
Nigel Mansell hatte sich am Samstag vor dem GP von Spanien 1991 den linken Fuss beim Fussballspielen verstaucht.

Weisst Du noch wer ihn damals auf den Fuß trat...?! :D)



War das nicht das Rennen wo man ihn für den Oscar vorschlagen wollte
Links humpelnd ins Auto eingestiegen und rechts humpelnd wieder raus :-)
Nigel war schon ein gnadenlos guter Schauspieler auf seine Art :-)


Schätze mal, irgend so ein Pressemensch ist dem royalen britischen Knöchel zu nahe gekommen.

Das mit dem links/rechts Humpeln muss in Adelaide desselben Jahres gewesen sein, nachdem der Williams mit der roten Fünf in die Mauer krachte.
\"Der beste Rennwagen ist derjenige, der nach der Ziellinie zusammenbricht\"

Beitrag Mittwoch 10. Mai 2006, 23:34

Beiträge: 1861
@torino:

mathés auto war ein bardahl-porsche marke eigenbau, 1500 ccm, 70 ps, liebevoll auch "fetzenflieger" genannt.

wie er mit einem arm geschaltet hat, hab ich selbst noch nicht rausgefunden.

edit: hier noch ein paar infos zu mathe und seinem fetzenflieger, leider auf frz.: http://www.mathy.de/france/in_mathe.html

demnach hatte er sehr wohl einen zweiten arm, doch nach einem motorrad-unfall war dieser gelähmt.
"When you're racing, it's life. Anything that happens before or after is just waiting."

Michael Delaney (Steve McQueen), Le Mans

Beitrag Donnerstag 11. Mai 2006, 07:46

Beiträge: 4967
@Benway:

Recht vielen Dank für die Auskunft! :D)

Beitrag Donnerstag 11. Mai 2006, 09:00

Beiträge: 1861
nur über eines bin ich auf dieser site selbst gestolpert: da steht, dass mathé dritter beim deutschland-gp 1953 auf dem nürburgring gewesen sein soll. was könnte damit gemeint sein? irgend ein rahmenrennen? oder hat da der betreiber der site einfach nur zu dick aufgetragen?? :?
"When you're racing, it's life. Anything that happens before or after is just waiting."

Michael Delaney (Steve McQueen), Le Mans

Beitrag Donnerstag 11. Mai 2006, 09:16

Beiträge: 4967
Es muss ein Rahmenrennen gewesen sein.
Hier die Rangliste:

Sports Cars 1100cc:

1 Francesco Giardini (I), #173 OSCA, 9'00.20"
2 Paul Bulla (D), Porsche, 9'15.47"
3 Otto Mathé (A), Porsche, 9'26.46"
4 Rolf Brandt (D), Porsche, 9'39.30"
5 Bernhard (Gerhard?) Cappenberg (D), Porsche, 9'51.95"

Beitrag Donnerstag 11. Mai 2006, 09:52

Beiträge: 1861
danke torino!

das dürfte das quali-ergebnis sein, oder?

noch ein problem: auf der website wird behauptet, dass mathé dritter hinter fangio und pininfarina (gemeint ist wohl farina) geworden ist. das kann doch wohl nicht stimmen... :?

wie auch immer: auf der nordschleife - egal in welcher serie - mit einem kaputten arm so eine leistung zu zeigen, ist schon ganz beachtlich.
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Michael Delaney (Steve McQueen), Le Mans

Beitrag Donnerstag 11. Mai 2006, 10:00

Beiträge: 4967
Ich denke auch, dass es die Quali war. Die Zeiten waren doch ziemlich
gut. Ich finde die Leistung von Mathé auch hervorragend. :D)

Beitrag Donnerstag 11. Mai 2006, 10:10

Beiträge: 1861
es gibt auch eine mathé-biografie. vielleicht ganz interessant: http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3 ... 05-9038957
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