Am kommenden Wochenende bricht in der Champ Car World Series eine neue Ära an. Nach etlichen Jahren mit dem ausgedienten Lola-Chassis fährt man nun mit dem neuen Panoz DP01. Doch der Wagen ist nicht die einzige Änderung für eine hoffentlich spannende Saison.

Die amerikanische Formelserie kehrt in diesem Jahr wieder nach Europa zurück. Zwei der insgesamt 16 Läufe finden unweit von Deutschland statt. Die beiden Gastspiele in Zolder und Assen laden dazu ein, die Champ Cars einmal hautnah zu erleben. In der Saison 2007 bleibt die Serie ihrem Motto treu - man will den Motorsport zu den Fans bringen. In diesem Jahr gibt es daher noch mehr Rennen auf den spektakulären Stadtkursen. Den Auftakt machen Las Vegas und Long Beach, es folgen, unter anderem, San José, das Saisonfinale in den Straßen von Phoenix und sogar ein Ausflug ins ferne China.

Neel Jani ist ausgewandert, Foto: Sutton
Neel Jani ist ausgewandert, Foto: Sutton

Das neue, von Elan Motorsports konzipierte und gebaute Auto mit dem Codenamen 2007 DP01 Champ Car wurde speziell auf die engen Stadtkurse abgestimmt. Der Panoz ist knappe 30 Zentimeter kürzer als sein Vorgänger, was ihn besonders wendig macht. Ein 2,65 Liter Turbomotor sorgt für ungefähr 750 Pferdestärken und eine Beschleunigung von 0-60mph in nur 2,2 Sekunden.

Diese Beschleunigung hätten die Zuschauer eigentlich schon am Saisonauftakt sehen sollen, denn es war angedacht, wie die Formel 1 einen stehenden Start zu praktizieren. Wegen Bedenken um die Sicherheit wurde diese Idee zunächst unter den Teppich gekehrt, zumindest für eine Weile. Noch in diesem Jahr will man auf die fliegenden Starts verzichten.

Die Fakten zum neuen Auto wären also geklärt, aber viel wichtiger ist die Frage, von wem die Boliden gesteuert werden. Allen voran natürlich der mehrfache amtierende Champion Sebastien Bourdais. Der Franzose könnte in dieser Saison zum vierten Mal Meister werden, glücklich geht er jedoch nicht in die Saison. "Wir kehren zurück in den Zustand der Formel 3000. Ich war noch nie ein großer Freund von Einheitsformeln. Es geht nicht mehr darum, das Auto von Punkt A nach Punkt B zu entwickeln und so einen Vorsprung herauszuarbeiten", so Bourdais zu unseren Kollegen von Motorsport aktuell.

Eben diese Weiterentwicklung des Fahrzeugs war in den letzten Jahren die große Stärke von Sebastien Bourdais und Newman/Haas-Racing. Der DP01 eröffnet der Konkurrenz also neue Möglichkeiten, allen voran Paul Tracy, Bourdais' Gegner der letzten Jahre. Tracy fährt weiterhin für Forsythe und zeigte schon mit einer Bestzeit bei den Testfahrten, dass nicht nur mit Ausrastern außerhalb des Cockpits mit ihm zu rechnen ist. Als Teamkollege von Bourdais bestreitet Graham Rahal, Sohn von Bobby Rahal, seine erste Saison. Vor allem bei seinen Landsleuten steht der Amerikaner nach dem Ausstieg von A.J. Allmendinger hoch im Kurs.

Aus deutschsprachiger Sicht lohnt ein Blick auf den Schweizer Neel Jani. Jani nutzte die Unterstützung von Red Bull und sicherte sich einen Platz bei PKV Racing. Der Schweizer will die Chance in den Staaten nutzen und sich für ein Formel 1-Cockpit empfehlen. Als Gegensatz dazu Justin Wilson. Der Brite hat eine Rückkehr in die Formel 1 laut eigener Aussage ausgeschlossen und will sich stattdessen im Dreikampf mit Tracy und Bourdais den Titel in der Champ Car Serie holen. Nicht zu unterschätzen ist auch die Truppe von Paul Stoddart. Mit einer starken Fahrerpaarung geht das Minardi Team USA in sein Debütjahr, Dan Clarke und Robert Doornbos haben das Zeug mit um Siege fahren zu können.

Ernst wird es zwischen dem Favoriten-Trio Bourdais-Tracy-Wilson und den restlichen 16 Fahrern schon am Sonntag. Auf der spektakulären Strecke in den Straßen der Spielermetropole Las Vages wird zum ersten Mal in dieser Saison um Zählbares gefahren. "Es geht richtig auf und ab", so Rookie Alex Figge gegenüber ESPN. "Die Strecke erinnert mich sehr an das alte Long Beach aus den 70er-Jahren. Ich denke das wird richtig cool."