An seinem erst zweiten ChampCar-Wochenende wurde Andreas Wirth direkt mit dem kompletten Repertoire an Zwischenfällen konfrontiert. Schon am Start fand er sich mitten in einer brisanten Lage wieder: Rund um ihn kollidierten vier Autos miteinander - noch bevor sie überhaupt die Startlinie das erste Mal überquert hatten! "Das war ein verrückter Start", sagte der Deutsche, der nur knapp den umher fliegenden Trümmerteilen von Katherine Legges Auto entging.

Das war aber noch nicht genug Aufregung für Wirth. Das Team ließ ihn nach seinem ersten Boxenstopp zu früh losfahren, so dass er bei der Ausfahrt mit dem einfahrenden Will Power kollidierte. "Als wir uns berührten spürte ich es sofort in meiner Schulter", sagte Wirth, der danach von Schmerzen gepeinigt wurde. "Es war wie ein eingeklemmter Nerv. Von da an hatte ich starke Schmerzen, die vor allem die langen schnellen Kurven sehr hart machten."

Nur zwei Runden später sah er sich der nächsten Herausforderung gegenüber: Er musste zum ersten Mal unter Rennbedingungen im Regen fahren. "Ich schätze, es war gar nicht einmal so schlecht - ich bin jedenfalls nicht abgeflogen!" Und das trotz der schwierigen Bedingungen und der schmerzenden Schulter. Bestraft wurde er dennoch: Nämlich für das Ignorieren blauer Flaggen.

"Mein Funk ging nach fünf Runden nicht mehr und ich hatte keinen Kontakt zum Team." Als es dann anfing zu regnen, kamen Sichtprobleme wegen der Gischt hinzu. "Ich konnte die Autos hinter mir nicht erkennen. Deshalb habe ich die schwarze Flagge gesehen - mein Team konnte mir nicht mitteilen, was passiert war." Am Ende reichte es in seinem zweiten ChampCar-Lauf zu Rang 15. "Ich bin sehr froh, das Rennen beendet zu haben. Es war ein sehr aufregendes Wochenende, an dem ich viel gelernt habe." Zu seinem Glück fehlt ihm jetzt nur noch ein Stammplatz für 2006, um das Gelernte auch in die Tat umzusetzen.