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ADAC Formel 4

Das setzt dem Ganzen die Krone auf - Marvin Dienst: Der Meister 2015 im Portrait

Marvin Dienst erster Champion in der Geschichte der ADAC Formel 4. Acht Siege und 14 Podestplätze führen zum Titelgewinn in Hockenheim.

Motorsport-Magazin.com - Marvin Dienst (18, Lampertheim, HTP F4 Junior Team UNGAR) hat es geschafft. Vor heimischer Kulisse sicherte sich der 18-Jährige die erste Meisterschaft in der ADAC Formel 4. Mit seinem Sieg im ersten Rennen beim Saisonfinale auf dem Hockenheimring machte er den Titelsieg in der Highspeedschule des ADAC vorzeitig perfekt. Diensts bisherige Bilanz in dieser Saison: Acht Siege, 14 Podestplätze, 7 Pole Positions und sechs schnellste Rennrunden. Auf seinem Titel in der ADAC Formel 4 will Dienst nun aufbauen. Dass die Erfolge in der Highspeedschule des ADAC die beste Basis für eine Motorsportkarriere ist, weiß auch ADAC Formel 4-Schirmherr Sebastian Vettel: "Ein gutes Abschneiden in der ADAC Formel 4 ist eine gute Empfehlung für den Sprung in höhere Klassen."

"Mit der Meisterschaft geht für mich ein Traum in Erfüllung", jubelt Dienst. "Dass ich diesen Erfolg jetzt auch noch vor heimischem Publikum feiern kann, setzt dem Ganzen die Krone auf." Der Lampertheimer wohnt nur wenige Kilometer entfernt vom Hockenheimring, dem Ort seines bislang größten Erfolges im Motorsport. Der Siegerpokal für den Meisterschaftserfolg wandert nach dem letzten Rennwochenende der Saison 2015 sofort in die Heimat. Im Keller des Elternhauses musste ein eigener Raum für all die Trophäen eingerichtet werden, die Dienst in seiner bisherigen Karriere gewinnen konnte. Rund 250 Pokale hat er gesammelt, seitdem er mit fünf Jahren seine ersten Runden im Kart drehte - jetzt kommt der wichtigste hinzu.

Im eng umkämpften Startfeld der ADAC Formel 4 zählte Dienst vor Saisonbeginn zu den Titelfavoriten. Vor allem wegen seiner bisherigen Erfolge im Formelsport musste man den Youngster vom F4 HTP Junior Team UNGAR auf der Rechnung haben. Nach seinem Gesamtsieg im Formel BMW Talent Cup 2012 stieg Dienst in das ADAC Formel Masters, die Vorgängerserie der ADAC Formel 4, auf. Die Saisons 2013 und 2014 schloss er mit unterschiedlichen Teams jeweils in den Top-Fünf der Meisterschaft ab. Mit 15 Podestplätzen zählt Dienst zu den erfolgreichsten Piloten der Serie.

Erfolgsdruck gemeistert

Gemeinsam mit seinem HTP F4 Junior Team UNGAR konnte er in der ADAC Formel 4 an seine Leistungen anknüpfen - und am Ende noch einen draufsetzen. Während der Saison präsentierte sich Dienst im Fahrerlager unbekümmert, aber stets fokussiert. Sonnenbrille im Gesicht und große Kopfhörer auf den Ohren zählten während der Vorbereitungsphase auf die Rennen zu seinen Markenzeichen. Äußerlich wirkte der Champion durchweg gelassen, doch mit der Erwartungshaltung musste er erst einmal lernen umzugehen.

"Vor dem Saisonbeginn verspürte ich schon einen gewissen Erfolgsdruck", sagt Dienst rückblickend. "Nach dem Doppelsieg beim Auftakt war er zum Glück abgefallen." Besser hätte der Start in die Debütsaison der ADAC Formel 4 nicht verlaufen können. Beim ersten Rennwochenende in der etropolis Motorsport Arena Oschersleben trug er sich als erster Sieger der Serie in die Geschichtsbücher ein. Dienst gewann auch das zweite Rennen in der Magdeburger Börde und unterstrich damit früh seinen Anspruch auf die Meisterschaft.

Im weiteren Verlauf der Saison lieferte sich Dienst einen engen Dreikampf mit seinen Titelrivalen Joel Eriksson (17, SWE, Motopark) und Joey Mawson (19, AUS, Van Amersfoort Racing). Ab dem vierten Rennwochenende auf dem Lausitzring platzte der Knoten endgültig. In elf aufeinanderfolgenden Rennen fuhr er zehn Mal auf das Podium und gewann dabei fünf Läufe. Mit dieser beeindruckenden Serie ebnete Dienst den Weg zum späteren Meisterschaftstriumph in der neuen Formel-Nachwuchsserie des ADAC.

Großes Ziel: Le Mans

Mit dem Titel im Gepäck möchte der junge Hesse nun die nächste Stufe auf der Karriereleiter erklimmen: 2016 würde Dienst am liebsten in der FIA Formel-3-Europameisterschaft für Furore sorgen. Das große Ziel: der 24-Stunden-Klassiker von Le Mans.

Dienst befindet sich auf gutem Wege, in die Fußstapfen erfolgreicher Vorgänger zu treten. Die ADAC Formel-Nachwuchsförderung ist seit vielen Jahren Ausgangspunkt für künftige Motorsport-Stars. In der Vergangenheit begannen Formel-1-Fahrer wie der vierfache Weltmeister Sebastian Vettel, Vize-Weltmeister Nico Rosberg, Nico Hülkenberg oder Ralf Schumacher sowie DTM-Stars wie Martin Tomczyk, Pascal Wehrlein oder Timo Glock ihre erfolgreichen Karrieren in den ADAC Nachwuchs-Formelserien.


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