Auf dem Stadtkurs von Durban konnte sich Nico Hülkenberg abermals gegen seine Konkurrenten durchsetzen. Auf der engen und winkligen Strecke war auch im Qualifying wieder einiges los. Drei der vier Qualifikationssegmente wurden durch rote Flaggen unterbrochen. Dies wäre Hülkenberg fast zum Verhängnis geworden.
Im ersten Teil der Qualifikation erwischte der Deutsche den besten Start und konnte sich vor der Schweiz und Indonesien in Führung setzen. In den zweiten 15 Minuten zeigte sich aber, dass dieser Nachmittag kein einfacher für das A1 Team Deutschland werden sollte. Matt Halliday aus Neuseeland konnte bis auf eine Zehntelsekunde an Hülkenberg heranfahren.
Im dritten Segment wechselte die Führung zwischen Deutschland und Neuseeland. Beide Nationen werden übrigens vom selben Mechanikerteam, nämlich SuperNova, betreut. Halliday ging mit einem Vorsprung von etwa 0.2 Sekunden in den finalen Teil der Qualifikation und legte Hülkenberg einiges vor, indem er seine Gesamtzeit in der letzten Runde noch einmal verbesserte.

Nico Hülkenberg, der wenig später auf die Strecke ging, lies sich davon nicht ablenken. Er fuhr mit 1:17.520 Minuten nicht nur drei Zehntel schneller als Halliday, sondern auch die bisher schnellste Zeit des Wochenendes. Bei seiner Runde hatte der 19-jährige aber auch viel Glück mit dem Timing. Wenige Sekunden nachdem er sich die Pole Position gesichert hatte, wurde die Session unterbrochen.
"Es war ein harter Kampf mit Matt", so Hülkenberg nach der Qualifikation. "Die letzte Runde würde die entscheidende sein, das wusste ich. Ich liebe diese Strecke einfach, sie bietet eine sehr schöne Kombination aus langsamen und schnellen Kurven."
Matt Halliday war nach der Qualifikation nicht weniger zufrieden: "Es ist gut, in der ersten Reihe zu stehen. Vor allem, weil ich nach langer Zeit wieder Cockpit sitze." Eben dieser zweite Startplatz stand noch einige Minuten auf der Kippe. Nach der Unterbrechung bot sich für einige Teams die Chance, ihre Zeiten zu verbessern, darunter auch der Schweiz und Frankreich - beide lagen nicht weit zurück.
Mit einem schlechten Reifensatz und viel Untersteuern entging Neel Jani diese Chance jedoch. "Wir waren heute in einer guten Verfassung", kommentierte der Schweizer. "Es wäre sicher eine Rundenzeit von 1:17.5 Minuten möglich gewesen, aber mit meinem letzten Satz Reifen hatte ich massives Untersteuern und bin fast in die Wand gefahren. Trotzdem bin ich zuversichtlich für das Rennen."
Im Gegensatz zu Jani konnte Loic Duval seine Zeit verbessern. Der Franzose fuhr in seiner letzten Runde sogar schneller als Halliday, doch in der Addition reichte es nicht, um die Kiwis zu schnappen. "Ich bin enttäuscht. Wir haben eine bessere Platzierung im zweiten Qualifikationssegment verloren, als ich meine schnelle Runde wegen der roten Flaggen abbrechen musste", berichtete Duval, der letztlich vor der Schweiz den dritten Startplatz belegte.
Die Vorjahressieger aus den Niederlanden konnten zusammen mit Jeroen Bleekemolen den fünften Startplatz erobern. Die Holländer teilen sich die dritte Startreihe mit Mexiko. Hinter ihnen stehen Irland und Portugal, Südafrika und Indonesien komplettieren die besten Zehn.
Der Tabellenführer Deutschland hat damit am morgigen Sonntag gute Möglichkeiten, den Vorsprung in der Meisterschaft auszubauen. Bisher konnte Nico Hülkenberg alle Rennen seit der Jahreswende gewinnen. Sollte er auch im Sprintrennen erfolgreich sein, wäre es der siebte Saisonerfolg für den Blondschopf.
Ergebnis der Qualifikation in Durban
1. Nico Hülkenberg - Deutschland 2:35.404
2. Matt Halliday - Neuseeland 2:35.551 +0.147
3. Loic Duval - Frankreich 2:35.585 +0.181
4. Neel Jani - Schweiz 2:36.240 +0.836
5. Jeroen Bleekemolen - Niederlande 2:36.379 +0.975
6. Salvador Duran - Mexiko 2:36.399 +0.995
7. Richard Lyons - Irland 2:36.409 +1.005
8. Alvaro Parente - Portugal 2:36.590 +1.186
9. Adrian Zaugg - Südafrika 2:36.718 +1.314
10. Ananda Mikola - Indonesiem 2:37.016 +1.612
11. Robbie Kerr - Großbritannien 2:37.095 +1.691
12. Jonathan Summerton - USA 2:37.188 +1.784
13. Enrico Toccacelo - Italien 2:37.289 +1.885
14. Tomas Enge - Tschechien 2:37.468 +2.064
15. Ho-Pin Tung - China 2:37.570 +2.166
16. Karl Reindler - Australien 2:37.600 +2.196
17. Alex Yoong - Malaysia 2:37.639 +2.235
18. Bruno Junqueira - Brasilien 2:37.709 +2.305
19. Allam Khodair - Libanon 2:38.177 +2.773
20. James Hinchcliffe - Kanada 2:38.693 +3.289
21. Narain Karthikeyan - Indien 2:38.976 +3.572
22. Christian Murchison - Singapur 2:40.238 +4.834
23. Nur Ali - Pakistan 2:48.187 +12.783

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